Die perfekte Welle am Airport

In München findet die Surf & Style statt – und jedermann kann sich auf dem Brett versuchen.
von  tbc
Surfen? Das geht zur Wiesnzeit am Münchner Flughafen sogar in Lederhose und Dirndl.
Surfen? Das geht zur Wiesnzeit am Münchner Flughafen sogar in Lederhose und Dirndl. © flohagena.com/FMG

Der junge Mann wackelt, aber er fällt nicht. Noch nicht. Auch wenn seine Mitschüler noch so laut johlen. Unsicher, tastend ruckelt er in seinem schneidigen Neoprenanzug auf dem Surfbrett übers Wasser, wedelt mit den Armen im Kampf um das Gleichgewicht – bis er ihn dann doch irgendwann verliert und kopfüber in die Fluten abtaucht. Willkommen beim Surf & Style am Münchner Flughafen!

Schon zum sechsten Mal verwandelt sich das Forum zwischen Terminal 1 und 2 des Flughafens in den Hotspot der Surfszene: Noch bis 9. Oktober bietet die weltweit größte, künstlich stehende Welle wieder perfekte Surf-Bedingungen – und das für jedermann. Egal ob Anfänger oder Profi: Auch in diesem Jahr können wieder alle Surf-Fans von zehn bis 20 Uhr ihr Können auf der zehn Meter breiten und bis zu 1,50 Meter hohen Welle testen. Neu sind die langen Öffnungszeiten von Donnerstag bis Samstag: Das ist die Welle bis 21 Uhr geöffnet.

Wie am Eisbach heißt es in der Reihe anstellen und warten

Die Schüler der Realschule Neuperlach sind schon früh am Morgen da – eine Abwechslung zum Einerlei im Klassenzimmer. Keine hundert Meter sind es von der S-Bahn bis zum Strand: Künstliche Palmen, Sonnenschirme und Meeresrauschen sorgen für die adäquate Stimmung, auch wenn es gerade mal zwölf Grad hat. Den Neuperlachern in ihren frisch ausgeliehenen Neoprenanzügen ist das eh wurscht. Wie sie das von der Eisbachwelle im Englischen Garten kennen, stellen sie sich mit ihrem Brett brav in einer Reihe an und warten, bis sie dran sind. Bis es ernst wird in der Welle. 13 Pumpen jagen tausend Kubikmeter Wasser durch das 900 Quadratmeter große Becken, mit einer Geschwindigkeit von drei Kubikmetern pro Sekunde.

Gesurft wird in drei Kategorien: Anfänger, die noch nie auf dem Brett gestanden haben, surfen zunächst an einer Haltestange, was den Einstieg erleichtert. Fortgeschrittene, die erste Erfahrungen auf der Welle gemacht haben. Und schließlich die „Eisbach-Profis“, die sich mit ihresgleichen messen und für die EM trainieren. Die Europameisterschaften im „Stationary Wave Riding“ bilden in diesem Jahr am 8. und 9. Oktober wieder den sportlichen Höhepunkt. Rund 130 Teilnehmer werden um den Titel kämpfen. Am 2. Oktober findet erstmals der Family Day bei Surf & Style statt. Gemeinsam mit dem Kinderland des Flughafen München hat man sich viele Überraschungen für kleine und große Surfer ausgedacht. So viel kann verraten werden: Es wird garantiert nass.