Update

Coronavirus-News: Lauterbach befürchtet "schweren" Corona-Herbst

Das Coronavirus beschäftigt München, Bayern und Deutschland weiterhin. Alle Neuigkeiten, Maßnahmen und Hinweise zum Erreger Sars-CoV-2 lesen Sie im AZ-Newsblog.
von  AZ
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). © Wolfgang Kumm/dpa

Der Erreger Sars-CoV-2, der die Krankheit Covid-19 auslösen kann, sorgt in München, Bayern und Deutschland seit Monaten für teils drastische Maßnahmen. In unserem Newsblog informieren wir Sie über die aktuellen Corona-Entwicklungen in München und Bayern.


Corona-News vom 02.07.2022

+++ Lauterbach befürchtet "schweren" Corona-Herbst +++

Deutschland steuert nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schon bald auf eine deutliche Verschärfung der Corona-Lage zu. "Wir stehen vor schweren Wellen im Herbst und im Winter", sagte der SPD-Politiker im ZDF-"heute journal".

Lauterbach versprach nach Vorlage eines Expertengutachtens Tempo bei der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. Im Frühjahr waren die Bestimmungen stark zurückgefahren worden, die jetzige bundesweite Rechtsgrundlage läuft am 23. September aus.

+++ Kubicki fordert RKI-Entlassung von Wieler +++

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) aufgefordert, den Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, zu entlassen. Das "Datenchaos", das die FDP im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie angeprangert habe, werde durch den Bericht des Sachverständigenrats zur Bewertung der Corona-Maßnahmen vom Freitag "offiziell klar benannt", sagte Kubicki der "Welt am Sonntag". Im RKI sei ein "personeller Neuanfang" notwendig, es müsse unabhängiger vom Gesundheitsministerium werden, meinte der Bundestags-Vizepräsident.

Lauterbach sagte am Freitag in Berlin, Kritik an der mangelnden Verfügbarkeit von Daten sei korrekt. Er blicke aber nach vorn und nicht nach hinten. An benötigten besseren Daten werde gearbeitet. Der Minister wies zugleich Kritik an Wieler zurück. Dieser habe die Arbeit immer gut gemacht und genieße sein "vollstes Vertrauen".

+++ Lauterbach kritisiert Ende der FFP2-Maskenpflicht in Bayern - Holetschek kontert +++

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Abschaffung der FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr in Bayern kritisiert. Das sei angesichts der Corona-Sommerwelle ein klarer Fehler, schrieb Lauterbach am Samstag auf Twitter. "Lockern in Welle hinein wirkt unlogisch und diskreditiert den gleichzeitigen Ruf nach mehr Maßnahmen durch den Bund." Er sei sicher, dass der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) überstimmt worden sei.

Anzeige für den Anbieter Twitter über den Consent-Anbieter verweigert

Klaus Holetschek hat die Kritik von Lauterbach  zurückgewiesen. Der Minister sagte am Samstag: "Bayern hat mit am längsten von allen Bundesländern an der FFP2-Maske festgehalten." Das Gutachten des Sachverständigenausschusses am Freitag habe bestätigt, dass für die Schutzwirkung einer Maske insbesondere der richtige Sitz entscheidend sei.

+++ Ab sofort nur noch OP-Maskenpflicht im bayerischen ÖPNV +++

Ab sofort muss man im Öffentlichen Nahverkehr in Bayern keine FFP2-Masken mehr tragen. Seit dem heutigen Samstag reichen OP-Masken in Bus und Bahn.

"Die Maskenpflicht im ÖPNV bleibt zwar bestehen, weil sie als Schutz angesichts des derzeitigen Infektionsgeschehens wichtig ist", erklärte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Aber nunmehr könne jeder "nach eigener Einschätzung und Risikobeurteilung entscheiden, ob er statt einer FFP2-Maske eine OP-Maske trägt".

"Wir setzen damit stärker auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger", sagte Holetschek. "In den heißen Sommermonaten, wie wir sie jetzt erleben, und unter den derzeitigen pandemischen Bedingungen halten wir dies für verhältnismäßig." Das Kabinett hatte die entsprechende Änderung der Corona-Verordnung am Dienstag beschlossen.

Corona-News vom 01.07.2022

+++ Corona-Testzentrum im Gasteig nach Umbau wieder geöffnet +++

Das städtische Corona-Testzentrum im Gasteig, Rosenheimer Straße 5, ist nach Umbau ab Montag, 4. Juli, wieder geöffnet. Die Öffnungszeiten sind täglich von 8 bis 18 Uhr. Ab sofort können dort Termine ab Montag 8 Uhr unter folgender Adresse gebucht werden: http://www.vitotest.de/gasteig

Im städtischen Corona-Testzentrum können ausschließlich kostenlose Corona-Schnelltests durchgeführt werden. Diese sind nach der neuen Testverordnung des Bundes bei fehlender Symptomatik nur noch für bestimmte Personengruppen möglich. 

Die neuen 3-Euro-Bürgertests werden ausschließlich in teilnehmenden Apotheken und beauftragten privaten Testzentren durchgeführt (mehr Infos unter muenchen.de/corona).

Corona-News vom 30.06.2022

+++ Bayern lehnt Erstattung der Testgebühr ab +++

Bayern lehnt die Co-Finanzierung des Bürgeranteils von drei Euro für Corona-Tests ab. "Der Bund hat entschieden, diese Gebühr einzuführen und muss dazu auch stehen. Diese Kosten an die Länder abzuwälzen, wird der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung durch die Pandemie nicht gerecht", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag in München. Er kündigte an, die seit diesem Donnerstag geltende neue Corona-Teststrategie bei der Sondersitzung der Gesundheitsminister (GMK) am Freitag thematisieren zu wollen.

"Wir Länder schultern bereits einen beträchtlichen Teil der finanziellen Last, die die Pandemie verursacht. Für Quarantäne und Isolation hat der Freistaat seit Beginn der Pandemie mehr als 200 Millionen Euro in die Hand genommen", sagte Holetschek. Allein in Bayern seien für die Tests in Schulen und Kitas rund 700 Millionen Euro ausgegeben worden. "Auch bei den Tests von Beschäftigten übernehmen wir Kosten. Dahingehend ist das Stimmungsbild unter den Ländern parteiübergreifend einhellig – aus gutem Grund."

Holetschek sprach sich erneut für eine möglichst bürgernahe Umsetzung der neuen Teststrategie mit so wenig Bürokratie wie möglich aus. Allen Personen, die nun für einen Test drei Euro zahlen müssten, empfahl Holetschek die Nutzung der deutlich günstigeren Selbsttests. "Es geht ja vor allem um Menschen, die eine Veranstaltung im Innenraum besuchen möchten, die Kontakt haben zu Menschen mit hohem Risiko sowie Menschen, deren Warn-App ausschlägt. Da für diese Gruppen keine Testpflicht herrscht, sind Selbsttests eine gute Alternative. Sie sind schon ab unter einem Euro je Test erhältlich."

+++ BRK: Freistaat soll Corona-Testgebühr zahlen +++

Das Bayerische Rote Kreuz hat den Freistaat Bayern aufgefordert, bei Corona-Tests für die Bürger deren Eigenanteil in Höhe von 3 Euro zu übernehmen. BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk sagte in München: "Es dürfen keine Hürden aufgebaut werden, die eine Eindämmung des Infektionsgeschehen weiter erschweren." Das aber geschehe mit der neuen Testverordnung. Wie die Selbstauskünfte, die zu einem professionellen Schnelltest berechtigen, zu dokumentieren seien, bleibe unklar.

+++ Corona-Tests ab heute kostenpflichtig +++

Für einen Corona-Schnelltest müssen die meisten Menschen jetzt selbst zahlen. Kostenlose «Bürgertests» an Teststellen oder in Apotheken gibt es ab diesem Donnerstag nur noch für Risikogruppen, für Menschen, die mit besonders gefährdeten Gruppen zu tun haben und für diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Das sieht eine neue Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums vor.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Finanzminister Christian Lindner hatten sich in der vergangenen Woche darauf verständigt, die «Bürgertests» deutlich einzuschränken. Es gibt sie - mit kurzer Unterbrechung im vergangenen Herbst - seit dem Frühjahr 2021. Lauterbach zufolge lagen die Ausgaben dafür zuletzt bei etwa einer Milliarde Euro pro Monat. «Es kann nicht alles auf Dauer vom Bund gezahlt werden, weil unsere Möglichkeiten an Grenzen gekommen sind», hatte Lindner die Neuregelungen begründet.


Corona-News vom 29.06.2022

+++ Lauterbach fordert Pflegeheime zu Maskenpflicht auf +++

Ohne eine schnelle Einführung schärferer Corona-Auflagen in Pflegeheimen drohen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach viele Infektionen bei den gefährdeten, hochbetagten Menschen. Lauterbach rief die Träger von Pflegeeinrichtungen deshalb am Mittwoch dazu auf, Maskentragen und Tests für Besucherinnen und Besucher vorzuschreiben. "Ich appelliere hier an die Einrichtungsträger, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen", sagte der SPD-Politiker nach Beratungen mit Heimträgern in Berlin.

Bei den Masken sollten es möglichst FFP2-Masken sein, die getragen werden sollten, sagte Lauterbach. Alle Besucherinnen und Besucher sollten zudem getestet sein, forderte der Minister. Zugleich solle stärker darauf gedrungen werden, dass die Pflegebedürftigen sich eine vierte Impfung spritzen lassen. Derzeit hätten nur 30 Prozent der Pflegebedürftigen eine solche zweite Auffrischimpfung, die das Sterblichkeitsrisiko deutlich senke, sagte Lauterbach. 

+++ Bayern will unkomplizierte Nachweise für kostenlose Tests +++

Bayern will die Nachweispflicht für kostenlose Corona-Tests für pflegende Angehörige ohne große Auflagen umsetzen. "Wichtig ist auch, dass nun den Menschen, die Anspruch auf einen kostenlosen Test haben, keine Steine in den Weg gelegt werden. Die Regelung muss deshalb so unbürokratisch wie möglich umgesetzt werden", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwoch in München. Bayern setze auf "möglichst niedrigschwellige Nachweise".

Zugleich lobte Holetschek, dass die Bundesregierung anders als zunächst geplant pflegenden Angehörigen und Menschen mit Behinderungen weiterhin kostenlose Tests ermögliche. Es sei erfreulich, dass die Bundesregierung der bayerischen Forderung nachgegeben habe. "Das entlastet die pflegenden Angehörigen."

Die neue Corona-Testverordnung, die kostenlose Tests deutlich einschränkt, wurde am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie tritt "am Tag nach der Verkündung", also am Donnerstag, in Kraft. Ein Ministeriumssprecher hatte das Datum des Inkrafttretens, 30. Juni, zuvor auch noch einmal ausdrücklich bestätigt. Unter anderem wegen der enorm hohen Kosten gibt es Gratis-Schnelltests künftig nur noch für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Für andere werden drei Euro Zuzahlung fällig.

+++ Milde Symptome: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat Corona +++

Die Corona-Sommerwelle hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger getroffen: Der Freie Wähler-Chef hat sich infiziert, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Aiwanger ist demnach aber nicht ernsthaft erkrankt und hat nur milde Symptome. Aiwanger ist der vorerst letzte in einer langen Reihe von Ministern, der sich angesteckt hat. Am Dienstag nahm er noch an der Kabinettssitzung teil.

Der Wirtschaftsminister hatte sich auch als mutmaßlich letztes Kabinettsmitglied erst im Herbst vergangenen Jahres gegen Covid impfen lassen. Im April hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Reise nach Saudi-Arabien wegen einer Corona-Infektion absagen müssen. Bei Aiwanger fällt keine Auslandsreise flach, sondern ein geplanter Fernsehauftritt in der Sendung "Maischberger". Dort hätte er mit der Grünen-Vorsitzenden Ricarda Lang über eine zeitweilige Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke bis ins Frühjahr diskutieren sollen. An Aiwangers Stelle hat die ARD nun Thorsten Frei eingeladen, den Parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag.

+++ RKI registriert 133.950 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 646,3 +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 646,3 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben.

Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 635,8 gelegen (Vorwoche: 488,7; Vormonat: 196,2). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 133.950 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 119.232) und 175 Todesfälle (Vorwoche: 104) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 28.048.190 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.


Corona-News vom 28.06.2022

+++ FFP2-Maskenpflicht im bayerischen ÖPNV entfällt +++

Wie das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen hat, muss im Öffentlichen Nahverkehr bald keine FFP2-Maske mehr getragen werden. Eine OP-Maske reicht dann. Ab wann genau die Änderung in Kraft tritt, ist noch unklar.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek: "Künftig kann jeder selber nach eigener Einschätzung und Risikobeurteilung entscheiden, ob er im ÖPNV eine FFP2-Maske oder eine OP-Maske trägt."

Corona-News vom 27.06.2022

+++ Hausärzte: Neue Regeln für Corona-Tests ein Bürokratiemonster +++

Der Deutsche Hausärzteverband hat die künftigen Regeln für Corona-Bürgertests mit drei Euro Zuzahlung kritisiert. Die Pläne seien ein "Bürokratiemonster" mit zum Teil haarsträubenden Regelungen, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt am Montag. Es sei nicht Aufgabe der Praxisteams, zu kontrollieren, ob jemand am Abend beispielsweise ein Konzert besuche und daher anspruchsberechtigt sei. Dass Patienten im Zweifel in einer Art Selbsterklärung Angaben dazu machen sollten, führe zu Zettelwirtschaft, vielen Nachfragen und Unklarheiten.

Weigeldt machte deutlich, dass Praxen gezwungen würden, eine Barkasse einzurichten und für manche Tests drei Euro zu kassieren, könne eigentlich nur ein Scherz sein. "Die Hausärztinnen und Hausärzte sind nicht die Geldeintreiber eines überforderten Staates." Grundsätzlich sei es richtig, die anlasslosen Massentestungen einzuschränken und die Qualität der Tests zu erhöhen. "Dafür müssen auch die Wild-West-Zustände in einigen Testzentren unterbunden werden."

Corona-News vom 26.06.2022

+++ Massiver Personalengpass auf Intensivstationen erwartet +++

Die Infektionszahlen steigen, deshalb warnt Intensivmediziner Christian Karagiannidis (sitzt im vom Corona-Expertenrat der Bundesregierung) vor massiven Personalengpässen in den Krankenhäusern. "Das System steht näher an einem Kipppunkt, als ich bisher dachte." Rund 580 der bundesweit 1.300 Intensivstationen hätten Mitte Juni Personalengpässe gemeldet. Aktuell seien es rund 630. "Wir hatten in den vergangenen Jahren noch nie so wenig betreibbare High-Care-Betten zur Verfügung wie derzeit", sagte Karagiannidis.

Corona-News vom 24.06.2022

+++ Lauterbach: Corona-Test kostet künftig drei Euro +++

Auch über den Sommer soll es weiter ein Angebot mit kostenlosen Corona-Schnelltests für Risikogruppen geben – für alle anderen sollen "Bürgertests" aber künftig drei Euro kosten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Freitag in Berlin nach einer entsprechenden Einigung in der Regierung auf eine neue Testverordnung mit, die ab dem 30. Juni gelten soll.

Er hätte kostenlose Bürgertests für alle gerne weitergeführt, sagte der SPD-Politiker. Angesichts der Kosten von durchschnittlich einer Milliarde Euro pro Monat sei dies für den Bund in der angespannten Haushaltslage nicht mehr zu leisten. Das neue Konzept sehe nun bis Jahresende noch Ausgaben von 2,7 Milliarden Euro vor – bei voller Übernahme wären bis zu fünf Milliarden Euro zu erwarten gewesen.

Kostenlose Schnelltests sollen künftig weiter für vulnerable Gruppen möglich sein, darunter auch Kinder bis fünf Jahre, Frauen zu Beginn der Schwangerschaft und Besucher von Kliniken und Pflegeheimen. Die Länder hätten die Möglichkeit, die Eigenbeteiligung von drei Euro auch für weitere Gruppen zu übernehmen.

+++ Umfrage: Mehrheit befürwortet Maskenpflicht ab Herbst +++

Zwei von drei Deutschen befürworten eine Maskenpflicht in Innenräumen ab dem Herbst, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Weiter zeigt der am Donnerstag veröffentlichte Deutschlandtrend im ARD-"Morgenmagazin", dass sich vor allem alte Menschen eine solche Beschränkung zurückwünschen: 77 Prozent der über 65-Jährigen sind für eine solche Maskenpflicht, aber nur 48 Prozent der 18- bis 34-Jährigen.

Ein Mund-Nasen-Schutz muss derzeit im Alltag vor allem noch in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Beim Einkaufen sowie in Restaurants und Kneipen gilt die Pflicht dagegen nicht mehr.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Donnerstag zu verstehen gegeben, dass er eine Maskenpflicht in Innenräumen ab Herbst für geboten hält.

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 


Corona-News vom 23.06.2022

+++ Drosten befürchtet nach Sommerferien sehr hohe Zahlen +++

Der Virologe Christian Drosten rechnet nach den Sommerferien in Deutschland mit einer sehr hohen Zahl an neuen Corona-Fällen. "Ich hoffe, dass die Schulferien den Anstieg der Erkrankungsfälle etwas dämpfen werden. Aber ab September, fürchte ich, werden wir sehr hohe Fallzahlen haben", sagte der Leiter der Virologie-Abteilung an der Berliner Charité dem "Spiegel" in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Interview. Wenn nichts getan werde, werde es im Arbeitsleben "sehr viele krankheitsbedingte Ausfälle" geben.

"Wir sehen tatsächlich schon wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen", warnte Drosten. "Die BA.5-Variante ist einfach sehr übertragbar, und die Menschen verlieren gleichzeitig ihren Übertragungsschutz aus der letzten Impfung." In anderen Ländern sehe man, dass bei sehr hohen Fallzahlen auch die Hospitalisierungs- und Todeszahlen wieder anstiegen. "Das wird auch bei uns leider so sein. Insgesamt werden aber viel weniger Menschen schwer erkranken und sterben als noch 2021."

+++ Gesundheitsminister wollen Corona-Kurs für Herbst vorbereiten +++

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen Vorbereitungen für eine wieder kritischere Corona-Lage im Herbst und Winter treffen. Es müsse mit einer schweren Welle gerechnet werden, sagte Bundesminister Karl Lauterbach (SPD) am Donnerstag in Magdeburg nach zweitägigen Beratungen. In der umstrittenen Frage des weiteren Angebots kostenloser Bürgertests wurde noch kein fertiges Konzept präsentiert. Es solle ein Paket vorgelegt werden, das er noch mit Finanzminister Christian Lindner (FDP) finalisiere, sagte Lauterbach.

Mit Blick auf die am 23. September auslaufenden Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz kündigte die Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Petra Grimm-Benne (SPD) aus Sachsen-Anhalt, für den 1. Juli eine Sonder-Ministerkonferenz an. An diesem Tag soll auch der Bericht eines Sachverständigenausschusses zur Beurteilung bisheriger Pandemie-Maßnahmen vorgelegt werden, wie Lauterbach sagte. Er betonte, dass Bund und Länder sich auf "ein Miteinander" bei den Beratungen über nötige weitergehende Schutzregeln verständigt hätten.


Corona-News vom 22.06.2022

+++ Holetschek will Gratistests für Pflegeheime beibehalten +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, an kostenlosen Bürgertests für Besucher in Krankenhäusern und Pflegeheimen festzuhalten. In einer Pandemie sei der Schutz des Lebens das zentrale Thema und nicht die Frage der Finanzierung von Ausgaben, sagte er am Mittwoch vor der Gesundheitsministerkonferenz in Magdeburg. "Ich möchte nicht, dass zum Beispiel Besucher von Alten- und Pflegeheimen sagen, ich besuche meine Oma nicht, weil ich mir den Test nicht mehr leiste. Das kann's nicht sein."

Holetschek plädierte dafür, den berechtigten Personenkreis für die kostenlosen Bürgertests insgesamt "eher weiter als enger" zu fassen. Die Details müssten auf der Konferenz besprochen werden. "Wir brauchen einen Fahrplan", sagte er. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei und deshalb müssen wir alles dafür tun, uns noch besser auf den Herbst vorzubereiten." Die Länder müssten bei Anpassungen im Infektionsschutzgesetz künftig aber stärker beteiligt werden.

+++ Lauterbach will Corona-Bürgertest einschränken +++

Der Zugang zu den kostenlosen Corona-Bürgertests soll nach dem Willen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach schon bald deutlich eingeschränkt werden. Nur noch Patienten mit Symptomen sollen dafür infrage kommen, dazu andere ausgewählte Gruppen wie Kleinkinder und Schwangere. Dies geht aus der "Corona-Herbststrategie" des Ministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) darüber berichtet. Gratis-Schnelltests für alle Bürger sind bisher nur bis Ende Juni fix.

Lauterbach (SPD) sagte in der Nacht zum Mittwoch in der ARD-Sendung "Maischberger" zu den Bürgertests, er hätte diese "gerne eingeschränkter und besser kontrolliert". Den Ländern hielt er vor, diese wollten die Gratis-Tests zwar weiter haben, sich aber nicht an den Kosten beteiligen.

Kostenlos soll das Testen künftig laut Gesundheitsministerium unter anderem für folgende Fälle und Gruppen bleiben:

  • Präventive Tests in Pflegeheimen und Krankenhäusern
  • eine sich ausbreitende Infektionslage in "Hotspots"
  • Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine
  • Personen mit erhöhten Kontakten, etwa vor Großveranstaltungen

Corona-News vom 21.06.2022

+++ Süd-Länder und NRW: Bund muss schärfere Maßnahmen ermöglichen +++

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen drängen den Bund angesichts einer drohenden Corona-Welle im Herbst, schnell die gesetzlichen Voraussetzungen für schärfere Schutzmaßnahmen zu schaffen.

Die Ampel müsse noch vor der Sommerpause eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorlegen, heißt es in einem Beschlussentwurf der vier Länder für die Konferenz der Gesundheitsminister in dieser Woche. Dies sei nötig, um auf einen Anstieg der Infektionen im Herbst mit geeigneten Gegenmaßnahmen reagieren zu können.

"Dazu zählen insbesondere Maskenpflicht in Innenräumen, 3G/2G-Zugangsregeln, Testpflichten, Personenobergrenzen und Kontaktbeschränkungen", heißt es in dem Vorschlag der vier Länder, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.


Corona-News vom 19.06.2022

+++ Ärzte mahnen: Weichen für Regeln im Herbst jetzt stellen +++

Führende Ärztevertreter haben die Bundesregierung zu deutlich mehr Tempo bei der Festlegung von Corona-Schutzmaßnahmen für den Herbst aufgefordert. Angesichts wieder steigender Inzidenzen und einer für den Herbst erwarteten neuen Welle müsse die Politik rasch handeln, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery. Der Ärzteverband Marburger Bund forderte, noch vor der Sommerpause die Weichen für eine Neufassung der Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz zu stellen.

Nach dem Willen der FDP soll das Gesetz im Sommer beraten, aber erst nach der Bundestagspause angepasst werden, die Anfang September endet. Diesen Zeitplan nannte am Freitag auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).


Corona-News vom 18.06.2022

+++ Buschmann: Über Evidenz von Maskenpflicht erst noch sprechen +++

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat sich skeptisch über eine Wiedereinführung der Maskenpflicht geäußert, wenn die Corona-Infektionen wieder stark steigen. Ihren Nutzen hält er offensichtlich wissenschaftlich noch nicht für erwiesen. "Will der Staat Masken vorschreiben, etwa in Innenräumen, muss das evidenzbasiert und verhältnismäßig sein. Ob das der Fall ist, besprechen wir, wenn alle Gutachten vorliegen", sagte Buschmann der "Rheinischen Post". Er selbst trage im Supermarkt eine Maske, aber freiwillig, erklärte der Minister. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die "wissenschaftliche Evidenz zum Sinn von Maskenpflicht und Impfen" sei "erdrückend". Der Sachverständigenrat, dessen Gutachten Buschmann abwarten will, soll am 30. Juni seine Stellungnahme zur Überprüfung der bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen vorlegen. Im Sommer soll nach dem Willen der FDP über die künftigen Maßnahmen beraten werden, nach dem Ende der Bundestagspause soll das Infektionsschutzgesetz dann kurz vor seinem Auslaufen am 23. September angepasst werden.

+++ Städtetag fordert Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Sommerwelle +++

Angesichts zuletzt stark gestiegener Inzidenzen hält Städtetagspräsident Markus Lewe schnelle Anpassungen zur Eindämmung der Corona-Sommerwelle für nötig. "Wir brauchen schnelle Entscheidungen und ein neues Bundesinfektionsschutzgesetz noch vor der Sommerpause", sagte Lewe den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es zeige sich, dass die zur Verfügung stehenden Instrumente nicht ausreichten. Die Städte müssten handeln können, wenn Corona sich weiter sprunghaft ausbreite.

"Die Corona-Pandemie darf uns nicht immer wieder überraschen", sagte Lewe, der Oberbürgermeister der Stadt Münster ist. Lewe forderte von Bund und Ländern, dass kostenlose Bürgertests verlängert werden und die kommunalen Impfzentren einsatzbereit bleiben. Zudem plädiere er, wenn nötig, für eine Maskenpflicht in Innenräumen, etwa im Einzelhandel. "Dasselbe gilt für 3G- oder 2G-Regeln, also den Zugang für Geimpfte, Genesene und möglicherweise auch Getestete. Hier muss das Gesetz angepasst werden."

Corona-News vom 17.06.2022

+++ Lauterbach: "Kein Alarm notwendig" wegen Corona-Sommerwelle +++

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat angesichts wieder höherer Corona-Infektionszahlen zu Vorsicht aufgerufen und bereitet ein Schutzkonzept für den Herbst vor. Es sei jetzt "kein Alarm notwendig", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Es sei aber nicht so, "dass wir sorglos und ohne Gegenmaßnahmen dieser Sommerwelle begegnen können". Wer sich und andere schützen will, solle freiwillig Masken in Innenräumen tragen. Zudem sollten vierte Impfungen "großzügiger" gehandhabt werden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt dies generell erst ab 70 Jahren.

Lauterbach kündigte an, dass er mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) noch vor der Sommerpause Eckpunkte für künftige Regelungen im Infektionsschutzgesetz anstrebt. Sie könnten dann nach dem Sommer beschlossen werden. Die jetzigen Vorgaben laufen zum 23. September aus. Nähere Angaben zu Instrumenten machte Lauterbach vorerst nicht. Es sollten "Winterreifen" vorbereitet werden. Und es sei klar, dass mehr gebraucht werde, als jetzt an "Sommerreifen" aufgezogen sei.

+++ Corona-Spürhunde können auch Long-Covid-Patienten erkennen  +++

Corona-Spürhunde können nicht nur Proben von infizierten Menschen, sondern auch von Long-Covid-Patienten erkennen. Das berichtet ein Forschungsteam unter der Leitung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) im Journal "Frontiers in Medicine".

"Es ist bekannt, dass infektiöse Atemwegserkrankungen spezifische flüchtige organische Verbindungen freisetzen können", sagte Holger Volk, Leiter der TiHo-Klinik für Kleintiere. Die Ergebnisse der Studie unterstützten die Hypothese, dass diese Verbindungen nach der Erstinfektion langfristig bei Long-Covid-Patienten vorhanden seien.


Corona-News vom 16.06.2022

+++ Experte Stöhr hält steigende Corona-Inzidenzen für "irrelevant" +++

Den derzeitigen Anstieg der Corona-Fallzahlen in Deutschland sieht der Experte Klaus Stöhr gelassen. Im ZDF-"Morgenmagazin" sprach er am Donnerstag von "irrelevanten Meldeinzidenzen". Man müsse auf die Entwicklung in den Krankenhäusern achten. "Und da sehen wir eigentlich gar keine Zunahme. Ganz im Gegenteil. Die Situation ist so entspannt, wie man es nur hoffen konnte für den Sommer. Und daran wird sich auch nichts dramatisch ändern", sagte Stöhr, der Mitglied im Sachverständigenausschuss zur wissenschaftlichen Beurteilung der staatlichen Corona-Beschränkungen ist.

Stöhr betonte, dass der breite, langandauernde Schutz für jede Person erst durch die Infektion komme. "Wer jetzt nach Masken ruft, das darf man immer nicht vergessen, der nimmt eigentlich auch den Menschen die Gelegenheit, sich langfristig mit dem Coronavirus zu arrangieren." Zwar sollte man vor einer Infektion geimpft worden sein. Jeder der sich langfristig schützen wolle, müsse sich impfen lassen, sagte Stöhr. Aber erst die Kombination aus Impfung und Infektion bringe den "langen und sicheren Schutz".

+++ Hausärzte:  Corona-Impfzentren im Sommer verzichtbar +++

Der Deutsche Hausärzteverband hält das Offenhalten der Corona-Impfzentren im Sommer für verzichtbar. "Die Impfzentren stehen deutschlandweit leer", sagte Verbandspräsident Ulrich Weigeldt den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

"Weswegen sie jetzt den gesamten Sommer weiterbetrieben werden sollen, erschließt sich überhaupt nicht." Das koste viel Geld, das woanders dringend gebraucht werde. "Die Hausärztinnen und Hausärzte haben bewiesen, dass die Impfungen in den Praxen am besten aufgehoben sind." Mit Blick auf Bezirke oder Regionen mit niedrigen Impfquoten, seien in der Vergangenheit zudem vielerorts gute Erfahrungen mit mobilen Impfteams gemacht worden. "Das ist ein Modell, das sicherlich auch im Hinblick auf den Herbst Sinn ergibt."

Die Infektionen mit dem Coronavirus hatten in Deutschland zuletzt wieder deutlich zugenommen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach spricht von einer Sommerwelle und rechnet mit wenig Entspannung in den kommenden Wochen. Der SPD-Politiker hatte RTL/ntv gesagt, er halte "vierstellige Inzidenz-Zahlen für möglich". Zwar gebe es keinen Grund zur Panik, allerdings würden nach steigenden Zahlen künftig auch die der Todesfälle wieder zunehmen. Das Gesundheitsministerium arbeitet an einer Impfkampagne für die kommenden Monate.

+++ Bayerische Wirtschaft fordert Konzepte für neue Corona-Welle +++

Die Industrie- und Handelsbetriebe in Bayern rufen Politiker auf Bundes- und Landesebene dazu auf, bereits jetzt Pläne und Konzepte für die erneut steigenden Corona-Fallzahlen zu erarbeiten. "Auch wenn wir die neue Normalität mit persönlichen Begegnungen beruflich wie privat genießen, existiert das Virus weiter", sagte der Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags, Klaus Josef Lutz am Mittwoch. "Die Fehler der vergangenen beiden Jahre dürfen sich nicht wiederholen." 

Langes Abwarten, um dann "hektisch und überfordert Einschränkungen zu verhängen", sei der falsche Weg gewesen. Lutz fordert von der Bundes- sowie von der Staatsregierung eine wissenschaftlich fundierte Datenaufbereitung.


Corona-News vom 15.06.2022

+++ Lauterbach-Rat: Jetzt impfen lassen und nicht bis Herbst warten +++

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat den Bürgerinnen und Bürgern empfohlen, sich jetzt ein weiteres Mal gegen das Coronavirus impfen zu lassen und nicht bis Herbst auf die angepassten Impfstoffe zu warten. "Ich würde mich jetzt impfen lassen", sagte Lauterbach gegenüber "RTL/ntv".

Er fügte hinzu: "Auf die Impfstoffe im Herbst zu warten, das würde ich jetzt nicht machen. Gerade im Sommer, wo man sich frei bewegen will, wo man ungeschützter unterwegs sein will, kann so eine Impfung einen Schutz geben, der den Sommer einfach besser macht." Man könne das Risiko, sich selbst zu infizieren, durch eine Impfung "für ein paar Monate" reduzieren: "Das wirkt nicht perfekt, aber es wirkt."

+++ Virologe Streeck warnt: Fußball-WM könnte ein Superspreader-Event werden +++

Hendrik Streeck, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Bonn, befürchtet, dass die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar im Winter zu einem Superspreader-Event werden könnte, da die Public-Viewings in Innenräumen stattfinden werden. 

Im RTL-Nachtjournal sagte er, Schutzmasken könnten helfen. Er fordert ein Hygienekonzept zum Schutz von Risikogruppen sowie eine vierte Impfung für diese. Jüngere Menschen brauchen diese laut Streeck momentan nicht. 

+++ Gesundheitsminister Karl Lauterbach: Sommer-Corona-Welle ist da +++

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Älteren und Menschen mit Vorerkrankung zu einer Auffrischungsimpfung geraten.

"Die angekündigte Sommerwelle ist leider Realität geworden. Das bedeutet auch für die nächsten Wochen wenig Entspannung", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". Der bisher beobachtete Sommereffekt in der Pandemie verpuffe diesmal. Grund dafür sei unter anderem, dass die aktuell zirkulierende Virusvariante sehr leicht übertragbar sei. Außerdem seien fast alle Vorsichtsmaßnahmen ausgelaufen, erläuterte Lauterbach der Zeitung.

+++ Corona-Inzidenz steigt weiter an +++

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen bei 472,4 und damit fast doppelt so hoch wie vor einer Woche. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 447,3 gelegen (Vorwoche: 238,1; Vormonat: 452,4).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.


Corona-News vom 14.06.2022

+++ Bundesweite Corona-Inzidenz bei 447,3 +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 447,3 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 318,7 gelegen (Vorwoche: 199,9; Vormonat: 477,0). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem, weil längst nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Und nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 105.840 Corona-Neuinfektionen und 107 Todesfälle innerhalb eines Tages. Ein Vergleich mit den Werten der Vorwoche ist wegen sehr eingeschränkter Meldungen am Pfingstmontag (6.6.) nicht sinnvoll.


Corona-News vom 13.06.2022

+++ Grünen-Experte Dahmen fordert genauere Corona-Daten +++

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat eine genauere Erhebung von Corona-Daten gefordert. Kritik an der Bundesregierung, dass dafür bislang nicht genug getan werde, sei berechtigt, sagte der Bundestagsabgeordnete am Montag in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv. "Da können wir uns nicht wegducken, diese Kritik müssen wir uns anziehen." Man müsse wissen, wie stark die Belastung im Gesundheitswesen sei und wie viele Betten in den Krankenhäusern auf Intensiv- und Normalstationen zur Verfügung stünden.

Dahmen wies in diesem Zusammenhang auf eine hohe Belastung der Beschäftigten in den Gesundheitsämtern nach mehr als zwei Jahren Pandemie hin. Mit Blick auf den bevorstehenden Herbst äußerte sich der Grünen-Politiker "sehr besorgt". Man müsse damit rechnen, dass sich Grippeviren parallel zu neuen Coronavirus-Stämmen ausbreiten.

+++ Studie: Jeder dritte Büroarbeiter in Deutschland muss zurück ins Büro +++

Ein Drittel der Büroangestellten in Deutschland muss einer Studie zufolge vollständig vom Büro aus arbeiten. Und das, obwohl die Mehrheit der Führungskräfte bereit ist, Mitarbeitern mehr Flexibilität zu gewähren, wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Technologieunternehmens Slack zeigt. 77 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, ihre Mitarbeiter von überall aus arbeiten zu lassen, solange diese ihre gewohnten Leistungen erbrächten. Knapp jede dritte Führungskraft lehnt das Arbeiten von überall aus etwa aus Sorge davor ab, zu wenig Kontrolle über die Mitarbeiter zu haben.

Der Wunsch nach mehr Flexibilität am Arbeitsplatz seitens der Mitarbeiter ist der Studie zufolge groß. Fast die Hälfte aller befragten Büroarbeiter gab an, für einige Zeit von einem Urlaubsort arbeiten zu wollen. 13 Prozent nutzten diese Möglichkeit bislang. Viele zogen eine positive Bilanz: 68 Prozent der Befragten, die bereits von einem Urlaubsort gearbeitet haben, würden dies wieder tun. Eine Erlaubnis dazu haben den Angaben zufolge bislang nur 15 Prozent.

In den vergangenen zwei Jahren nutzten trotz des Wunsches nach mehr Freiheit der Studie zufolge nur wenige Büroangestellte die Möglichkeit der örtlichen Flexibilität. 73 Prozent der Befragten gaben an, nicht außerhalb des Büros oder des eigenen Zuhauses gearbeitet zu haben. Lediglich 13 Prozent verlagerten ihr Homeoffice zu Freunden oder Familie. Von einem Urlaubsort aus arbeiteten 7 Prozent. Bei den Führungskräften waren es 14 Prozent.

Corona-News vom 12.06.2022

+++ Bayerische Krankenhäuser befürchten Krise wegen hoher Inflation +++

Die Krankenhäuser in Bayern befürchten wegen der hohen Inflation Versorgungsengpässe. Im laufenden Jahr fehlten den Kliniken im Freistaat über 530 Millionen Euro allein durch Inflation und steigende Energiepreise, sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Roland Engehausen, der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Einrichtungen bleiben zulasten der Versorgung und der Beschäftigten auf den aktuellen Kostenexplosionen komplett sitzen", kritisierte er.

Der Kostendruck sei durch massive Preissteigerungen bei Energie, Medizinprodukten, Medikamenten, IT-Produkten und Dienstleistungen sowie Lebensmitteln in den letzten Wochen dramatisch geworden. Die immer teurer werdenden Medizinprodukte machten knapp die Hälfte der Sachkosten aus. Der Anstieg der Energiekosten treffe die Kliniken in einem ähnlichen Maße wie Privathaushalte. Bei der Finanzierung sei jedoch ein maximaler Kostenanstieg von 2,3 Prozent berücksichtigt.

Die Krankenhäuser bräuchten einen Sofortzuschlag für 2022 und mehr Spielraum für die Verhandlungen mit den Krankenkassen. Ansonsten drohe bei der nächsten Corona-Welle im Herbst eine Finanz- und damit eine Versorgungskrise.


Corona-News vom 11.06.2022

+++ Holetschek warnt vor Infektionswelle durch neue Corona-Variante +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat vor steigenden Infektionszahlen durch die neue Omikron-Subvariante BA.5 gewarnt. Nach Wellen in anderen Ländern sei damit zu rechnen, dass BA.5 bald auch dominant in Deutschland wird, teilte der CSU-Politiker am Samstag in München mit. "Der Infektionsdruck könnte damit wieder steigen."

Anlass für eine Verschärfung der Corona-Vorschriften sehe er allerdings nicht. BA.5 scheine keine schwereren Erkrankungen zu verursachen als frühere Typen der Omikron-Variante des Coronavirus. Gleichwohl sei dies kein Grund für Sorglosigkeit. Im Herbst sei mit neuen Virusvarianten zu rechnen, die ansteckender und womöglich auch gefährlicher sein könnten.


Corona-News vom 10.06.2022

+++ Bayern-Inzidenz wieder über 300 +++

Die vom Robert Koch-Institut gemeldete Corona-Inzidenz für Bayern ist wieder über 300 gestiegen. Am Freitagmorgen (Stand 3.10 Uhr) wurde sie mit 308,5 angegeben. Am Donnerstag hatte sie noch bei 275,4 gelegen. Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort. Noch am 30. Mai hatte das RKI einen Wert von 190 gemeldet. Zuletzt über 300 hatte die Inzidenz am 24. Mai gelegen. Die Entwicklung der vergangenen Wochen kann allerdings teilweise durch Feiertage verzerrt sein. Deutschlandweit stieg die Inzidenz auf 318,7.

+++ RKI: Mehr Corona-Ansteckungen schon im Sommer möglich +++

Im Zuge der Ausbreitung weiterer Omikron-Subtypen ist laut Robert Koch-Institut (RKI) eine erneute Zunahme der Corona-Ansteckungen in Deutschland möglich. Erwartet wird, dass sich die Subvarianten namens BA.4 und B.5 stärker verbreiten, "so dass es auch insgesamt zu einem Anstieg der Infektionszahlen und einem erneut verstärkten Infektionsdruck auf vulnerable Personengruppen schon im Sommer kommen kann", warnte das RKI in seinem Wochenbericht zu Covid-19 vom Donnerstag. Saisonale Effekte – die das Virus eigentlich ein Stück weit ausbremsen – könnten die Verbreitung dieser Varianten nicht kompensieren, wenn Verhaltensregeln nicht mehr beachtet werden.


Corona-News vom 09.06.2022

+++ Holetschek kritisiert Bund wegen Regelung zum Impfstatus +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat der Bundesregierung vorgeworfen, sie informiere die Bürger schlecht über gesetzliche Regelungen zum Corona-Impfstatus. Der Bund vergesse, "die Bevölkerung an entscheidenden Stellen rechtzeitig zu informieren und mitzunehmen", sagte Holetschek am Donnerstag in München. Dadurch drohe "im Herbst ein selbstverschuldetes Corona-Chaos, das die Menschen verunsichert und belastet".

Holetschek bezog sich auf eine Regelung im Infektionsschutzgesetz. Demnach gelten ab 1. Oktober nur noch Nachweise über drei Impfungen oder zwei Impfungen und ein Genesenennachweis als vollständiger Impfschutz. Bis zum 30. September sind lediglich zwei Nachweise vonnöten. Vielen Menschen, die bislang etwa nur zweimal geimpft sind, sei nicht bekannt, dass sie ab Oktober nicht mehr als vollständig geimpft gelten.

+++ Lauterbach: Frühestens im September Omikron-Impfstoffe +++

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erwartet im Herbst Corona-Impfstoffe, die an die Omikron-Varianten angepasst sind. Frühestens im September rechne er damit, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Deutschlandfunk. Daran werde intensiv gearbeitet. Es gebe vielversprechende Daten von Moderna, auch mit Biontech sei man im Kontakt. Er sei zuversichtlich, dass es sehr gute angepasste Impfstoffe geben werde.

+++ Drosten: Corona-Lage "zunächst nicht bedrohlich" +++

Die Entwicklung der Corona-Lage in Deutschland mit der Zunahme der Omikron-Subvariante BA.5 ist für den Virologen Christian Drosten bisher nicht überraschend. "Meine zu Frühlingsbeginn geäußerte Erwartung hat sich bestätigt. Wir erleben dieses Jahr keinen infektionsfreien Sommer, was aber zunächst nicht bedrohlich ist", teilte der Leiter des Virologie-Instituts der Charité in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.


Corona-News vom 07.06.2022

+++ Corona-Expertenrat empfiehlt Corona-Vorbereitungen für Herbst +++

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung empfiehlt eine Rechtsbasis für schnelle Reaktionen auf mögliche steigende Infektionszahlen in Herbst und Winter. Die Expertinnen und Experten erwarten eine erneut erhebliche Belastung des Gesundheitssystems und der für Bevölkerung und Staat kritischen Infrastruktur. Das seit Dezember im Auftrag von Bund und Ländern arbeitende Gremium legte seine elfte Stellungnahme vor, während sich in der Koalition erneut deutliche Differenzen über den künftigen Corona-Kurs abzeichnen.

So beginnt das Bundesgesundheitsministerium derzeit mit den Vorbereitungen für eine Rechtsbasis für Corona-Maßnahmen im Herbst, wie ein Sprecher bekräftigte. Minister Karl Lauterbach (SPD) betonte, die Stellungnahme werde "Basis für den Corona-Herbstplan der Bundesregierung". FDP-Chef Christian Lindner hatte am Dienstagabend in der ARD dagegen gesagt, eine geplante Beurteilung von Schutzmaßnahmen solle abgewartet werden: "Freiheitseinschränkungen pauschal sollte es nicht mehr geben."

+++ Bayerische Impfzentren werfen 1,3 Millionen  Dosen weg +++

Die bayerischen Corona-Impfzentren haben bislang gut 1,3 Millionen Dosen Impfstoff weggeworfen. Hauptgrund war der Ablauf der Haltbarkeit, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mitteilte. Zu Dosen, die etwa von Haus- und Betriebsärzten entsorgt wurden, liegen demnach keine Daten vor.

Um eine Vernichtung zu vermeiden, seien die Impfzentren unter anderem angewiesen worden, die Vakzine untereinander umzuverteilen. Bislang geschah das laut Ministerium mit gut einer halben Million Dosen. Bereits im Sommer vergangenen Jahres, als die Impfzahlen deutlich fielen, hätten die Impfzentren im Freistaat auch vom Ablauf bedrohte Dosen für mögliche Impfstoffspenden an den Bund zurückgegeben.

Die bayerischen Impfzentren bleiben nach einer Entscheidung der Staatsregierung vom Februar mindestens bis Ende des Jahres geöffnet. Als vorrangig gilt laut Gesundheitsministerium mittlerweile jedoch das Impfangebot von Ärzten und Apotheken. Mit den Zentren solle sichergestellt werden, dass auch bei rasch steigender Nachfrage Kapazitäten zur Verfügung stehen.

+++ Baerbock: Grippesymptome nach nach positivem Corona-Test +++

Außenministerin Annalena Baerbock hat nach ihrer Infektion mit dem Corona-Virus während eines Besuchs in Pakistan klare Erkrankungsanzeichen entwickelt. Aus Delegationskreisen hieß es am Mittwoch in der Hauptstadt Islamabad, die Grünen-Politikerin habe seit Dienstagabend "deutliche Grippesymptome". Baerbock wollte noch im Laufe des Tages mit an Bord eines Regierungsflugzeugs nach Berlin zurückkehren. Die 41-Jährige werde den Flug isoliert in einer gesonderten Kabine an Bord verbringen, hieß es. Weitere Infektionen in ihrer Delegation wurden zunächst nicht bekannt.

Baerbock hatte ihre Reise am Dienstag nach zwei positiven Corona-Tests kurz nach Beginn in Islamabad abbrechen müssen. Ursprünglich wollte sie am Mittwoch nach Griechenland und dann auch noch in die Türkei. Stattdessen wurde die gesamte Delegation nun am Mittwochabend wieder in Berlin erwartet. In dem Airbus A319 der Flugbereitschaft der Luftwaffe bestehe die Möglichkeit, dass Baerbock den Flug vollständig in Isolation verbringe, hieß es.


Corona-News vom 06.06.2022

+++ Ampel: Streit um Infektionsschutzgesetz +++

Die Debatte um Corona-Maßnahmen für den Herbst gewinnt an Schärfe. Grünen-Chef Omid Nouripour forderte eine rasche Änderung des Infektionsschutzgesetzes, um für die kältere Jahreszeit gewappnet zu sein - dafür hatte sich am Samstag auch Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) ausgesprochen. Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki erinnerte daraufhin daran, dass es einen gesetzlichen Auftrag gebe, Corona-Maßnahmen zunächst fachgerecht zu beurteilen. Nur auf der Grundlage eines entsprechenden Berichts könnten evidenzbasierte Entscheidungen getroffen werden.

Mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz sind seit Anfang April allgemeine Maskenpflichten für Veranstaltungen oder beim Einkaufen sowie 2G- und 3G-Zugangsregelungen weggefallen. Vorerst gilt ein "Basisschutz" - etwa mit Maskenpflichten in Bussen, Bahnen, Kliniken, Praxen und Pflegeheimen. Unabhängig von staatlichen Vorgaben gibt es aber vielerorts, etwa in Kultureinrichtungen, auch weiter Schutzregeln mit Maskenpflichten. Die derzeit geltende Fassung des Gesetzes läuft bis zum 23. September. Der Deutsche Städtetag hatte eine Anpassung des Gesetzes noch vor der Sommerpause des Bundestags gefordert, um auf Corona im Herbst vorbereitet zu sein.

Der Bundestag hat im Infektionsschutzgesetz festgelegt, dass es eine externe Beurteilung der Vorgaben im Rahmen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite geben soll. Dafür wurde ein Sachverständigenausschuss eingesetzt, der laut Gesetz bis zum 30. Juni einen Bericht vorlegen soll. Dem Gremium gehören Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen an. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat kürzlich bereits erklärt, er plane umfassende Vorkehrungen für eine voraussichtlich wieder angespanntere Corona-Lage nach dem Sommer.

+++ Wirtschaftsschwache Regionen profitieren in Corona-Pandemie +++

So stark wie im Großraum München floriert die Wirtschaft nirgendwo sonst in Deutschland. Doch die Corona-Pandemie hat das Wirtschafts-Ranking ein bisschen durcheinander gebracht. Plötzlich zählen Städte im Ruhrgebiet zu den dynamischsten in Deutschland.

In den Jahren der Corona-Pandemie haben sich nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) einige strukturschwache Regionen im Westen und Norden Deutschlands ungewöhnlich gut entwickelt. Städte wie Wuppertal, Dortmund und Kiel gehörten traditionell zu den wirtschaftlich schwächsten - seien bei der aktuellen Auswertung aber in der Spitzengruppe der besonders dynamischen Regionen, teilte das IW am Montag in Köln mit.

Für sein Ranking berücksichtigt das Institut Daten zur Wirtschaftsstruktur, zum Arbeitsmarkt und zur Lebensqualität. Die erfolgreichste Wirtschaftsregion Deutschland ist dabei unverändert der Großraum München mit hoher Kaufkraft und geringer Arbeitslosigkeit. Unter den Top 20 der 400 deutschen Kreise und kreisfreien Städte finden sich insgesamt 13 aus Bayern.


Corona-News vom 04.06.2022

+++ Lauterbach zuversichtlich für Corona-Instrumentarium im Herbst +++

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich optimistisch gezeigt, den Koalitionspartner FDP von einer Verlängerung des Infektionsschutzgesetzes und der Maskenpflicht überzeugen zu können. Mit Blick auf eine möglicherweise wieder kritischere Corona-Situation im Herbst sagte der SPD-Politiker, Deutschland werde "auf jeden Fall über den 23.9. hinweg ein Infektionsschutzgesetz haben, was uns die Vorbereitungen gibt, die wir brauchen".

Am 23. September läuft die bisherige Rechtsgrundlage für die Schutzmaßnahmen aus. Mit Blick auf die Maskenpflicht und die FDP fügte Lauterbach hinzu: "Ich glaube, dass wir da übereinkommen." Die FDP, die so wenige Corona-Schutzmaßnahmen wie möglich will, pocht darauf, zunächst mehrere Expertenberichte dazu abzuwarten.

Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatten am Donnerstag verabredet, frühzeitige Vorkehrungen für eine kritischere Corona-Lage im Herbst zu treffen. Scholz sagte im Anschluss, alle Handlungsmöglichkeiten, die gebraucht würden, sollten zur Verfügung stehen - flächendeckende Schließungen von Schulen und Kitas solle es aber nicht mehr geben. Die Länder-Gesundheitsminister hatten einstimmig einen möglichen Katalog etwa mit Maskenpflichten in Innenräumen und Zugangsregeln wie 2G und 3G (Zugang nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete) zusammengestellt.

Corona-News vom 03.06.2022

+++ Holetschek fordert Vorbereitungen für Corona-Herbst +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat der Bundesregierung mangelnde Führung im Anti-Corona-Kampf vorgeworfen - und erneut zügige Vorbereitungen für den Herbst verlangt. "Auch wenn es nicht dem aktuellen Zeitgeist entspricht: Corona ist noch nicht vorbei. Wir müssen jetzt endlich die Weichen für einen sicheren Herbst und Winter stellen", sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur in München.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spreche davon, zur Vorbereitung auf den Herbst rechtzeitig Winterreifen aufzuziehen. "Um im Bild zu bleiben: Bisher kann ich noch nicht einmal ein fahrbereites Auto erkennen – und in der Bundesregierung niemanden, der es steuert", kritisierte Holetschek.


Corona-News vom 02.06.2022

+++ Keine Corona-Auflagen mehr für Reisen aus EU nach Spanien +++

Reisende aus der EU müssen bei der Spanien-Einreise keinen Corona-Gesundheitsnachweis mehr vorlegen. Damit entfällt die Pflicht, einen Nachweis über eine Impfung, eine Genesung von einer Corona-Erkrankung oder ein negatives Testergebnis vorzulegen.

Das Gesundheitsministerium in Madrid begründete die Lockerung mit der "Verbesserung der epidemiologischen Lage" in Spanien und anderen europäischen Ländern. Zudem weise Spanien eine hohe Impfquote auf. Eine Maskenpflicht gilt nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Altenheimen und Gesundheitseinrichtungen.

+++ Pandemie hat Folgen für Gesundheit der Kinder +++

Die Corona-Pandemie, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung beeinträchtigen die Gesundheit der Kinder in Bayern. Vor allem die Pandemie habe spürbare Folgen gehabt und werde sich mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch in Zukunft noch auswirken, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag in München bei der Vorstellung des aktuellen Kindergesundheitsberichts der Staatsregierung.

So habe sich der Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie verstärkt, ergänzte die auf Kinder spezialisierte Sport- und Gesundheitswissenschaftlerin Renate Oberhoffer-Fritz von der Technischen Universität München. "Das hat man in diesem Maß nicht voraussehen können." Dagegen müsse man gemeinsam etwas tun. In Bayern leben rund 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche.


Corona-News vom 01.06.2022

+++ Grundsatzurteil: Arbeitgeber können Corona-Tests anordnen +++

Im Streit um Corona-Testpflichten in privaten und öffentlichen Unternehmen hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) ein Grundsatzurteil gefällt. Deutschlands höchste Arbeitsrichter entschieden am Mittwoch in Erfurt im Fall einer Orchestermusikerin aus München, dass Arbeitgeber ihren Angestellten Corona-Tests vorschreiben können (5 AZR 28/22). Die Testpflicht müsse jedoch verhältnismäßig sein und die Interessen beider Seiten abwägen.

Die Klage der Flötistin gegen die ihrer Meinung nach unzulässigen Tests, die das Hygienekonzept der Bayerischen Staatsoper vorsah, hatte damit wie in den Vorinstanzen keinen Erfolg. Arbeitgeber hätten eine Fürsorgepflicht und könnten im Interesse des Arbeitsschutzes Weisungen erteilen, um Leben und Gesundheit zu schützen, erklärte das Bundesarbeitsgericht. Das Urteil kann Auswirkungen auf Tausende Arbeitnehmer haben, wenn die Corona-Infektionen erneut drastisch steigen sollten.


Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und besserer Ladezeiten unseres Newsblogs haben wir alte Beiträge ab dieser Stelle gelöscht. Der erste Eintrag stammt vom 1. Juni.