Bundesweiter Warntag: Warum in München keine Sirenen zu hören waren

Beim bundesweiten Warntag wurde die Bevölkerung unter anderem per Sirenen auf eine mögliche Gefahr hingewiesen. In München war allerdings nichts zu hören. Die AZ erklärt, warum.
von  Michael Schleicher
Sirenen wie diese findet man in München nicht mehr. (Symbolbild)
Sirenen wie diese findet man in München nicht mehr. (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

München - Am Donnerstag um Punkt 11 Uhr war es soweit: Sirenen im ganzen Land wurden beim bundesweiten Warntag getestet – Menschen in ganz Deutschland hörten einen einminütigen auf- und abschwellenden Heulton.

Doch in München blieb es ruhig – kein einziges Sirenenheulen war in der bayerischen Landeshauptstadt zu hören. Warum?

In München gibt es keine Sirenen mehr

Der Grund für die Münchner Stille beim deutschlandweiten Warntag ist recht banal: In der Stadt gibt es schlicht keine Sirenen mehr. Ein Feuerwehrsprecher erklärte auf AZ-Nachfrage, dass die Anlagen in der Stadt bereits vor etlichen Jahren abgebaut wurden.

Das hat vor allem zwei Gründe: Die Sirenenanlagen müssten regelmäßig gewartet werden, damit sie im Ernstfall auch wirklich funktionieren und die Bevölkerung vor Gefahren warnen. Durch Wartungen entstehen Kosten. Kosten, auf die die Stadt mittlerweile verzichtet, weil sie stattdessen primär auf die Katwarn-App fürs Smartphone setzt. Ein weiterer Grund für die fehlenden Sirenen in München: Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde keine Gefährdungslage durch kriegerische Auseinandersetzungen mehr gesehen – die Anlagen wurden daraufhin nach und nach abgebaut.

Im absoluten Ernstfall, also wenn es mal keinen Probealarm geben sollte, werden die Münchner allerdings trotzdem etwas hören: Dann nämlich wenn die Feuerwehr mit Lautsprecherwagen durch die Straßen fährt und auch die Münchnerinnen und Münchner ohne Katwarn auf etwaige Gefahren hinweist.