Boulderweltcup 2017 im Olympiastadion München: Meister in der Vertikalen

Im Olympiastadion gehen Athleten beim Boulderweltcup die Wände hoch. Was dort am 18. und 19. August geboten ist.
von  Jasmin Menrad
Romy Fuchs aus München startet heuer erstmals bei einem Boulderweltcup in der Erwachsenen-Klasse.
Romy Fuchs aus München startet heuer erstmals bei einem Boulderweltcup in der Erwachsenen-Klasse. © Marco Kost/DAV

Nirgendwo auf der Welt gibt es so große Kletterhallen wie in München (die weltgrößte ist in Thalkirchen mit 7800qm Kletterfläche) und so viele Kletterer – etwa 50.000. Deshalb findet hier heuer bereits zum siebten Mal der Boulderweltcup statt, am 18. und 19. August im Olympiastadion.

Bouldern mit seinen akrobatischen Bewegungsabläufen und schrägen Körperpositionen spielt sich immer in Absprunghöhe ohne Seil ab. Deshalb gibt’s in rund ein Dutzend Münchner Schulen Kletterwände. Weitere sollen laut Bildungsreferentin Beatrix Zurek folgen. Weil sie hofft, dass "der Spitzensport auf den Breitensport strahlt", so Zurek, fördert die Stadt den Boulderweltcup und die Europameisterschaft mit 50 000 Euro und Hilfe bei der Durchführung. Zumal Bouldern 2020 olympisch wird und die große Hoffnung besteht, dass auch zwei Deutsche antreten werden, womöglich zwei Münchner.

Wer weiterkommt, landet in der Isolation

Der Eintritt zur Qualifikation ist für Zuschauer am Freitag frei. Weil mit knapp 300 Anmeldungen die Teilnehmerzahl weit über den Erwartungen ist (2016 waren es 222), geht es bereits um 7 Uhr los. Die Qualifikation wird mindestens bis 22 Uhr gehen. Mit dabei wird auch Romy Fuchs (16) aus München sein. Der Deutsche Alpenverein (DAV) sieht sie schon als Hoffnung für Olympia, weil sie in den drei Disziplinen Bouldern, Speed (Klettern auf Zeit) und Lead (eine Route innerhalb eines Zeitlimits möglichst sturzfrei meistern) stark ist. Soweit will die Nachwuchsatletin nicht denken. "Am ärgerlichsten ist es, wenn man mit seiner Leistung nicht zufrieden ist, weil man mehr hätte machen können", sagt sie ganz Profi.

Wenn sie am Samstag ins Halbfinale kommt, wird sie ab 10 Uhr in der Isolation sitzen, bis sie mit Bouldern dran ist. Denn sie darf nicht sehen, wie die Konkurrenz klettert. Die besten Kletterer im Halbfinale werden am Nachmittag als Europameister geehrt. Um 18 Uhr startet dann das Finale des Weltcups. Selbst wer noch nicht selbst verrenkt an einer Wand gehangen ist, wird hier Freude beim Zuschauen haben.


Tickets für Samstag, 19. August gibt’s für 12,60 Euro an der Tageskasse. Die AZ verlost zwei Karten, hier geht's zum Gewinnspiel!