Bluttat vom Rosenheimer Platz: Zweiter Tatverdächtiger hat sich gestellt

Ein 15-jähriger Azubi aus Neuperlach lässt sich am Sonntag in einer Polizeidienststelle festnehmen. Auch die Beamten hatten seinen Namen bereits auf dem Zettel.
von  Hüseyin Ince
Blumen liegen am Tatort nahe des Rosenheimer Platzes.
Blumen liegen am Tatort nahe des Rosenheimer Platzes. © Daniel von Loeper

München - Er sei der zweite Tatverdächtige, der gesucht wird, erklärte ein heranwachsender Neuperlacher (15) am Sonntag gegen 13.30 Uhr in der Perlacher Polizeiinspektion 24.

Der junge Mann steht unter Verdacht, an einer tödlichen Gewalttat beteiligt gewesen zu sein, als am 10. Dezember Alex D. (17) am Rosenheimer Platz ermordet wurde. Der 15-Jährige war seither flüchtig. Allein stellte sich der Jugendliche nicht. Sein älterer Bruder sowie sein Vater haben den Teenager begleitet. Seit Montagvormittag hat der 15-Jährige auch einen Rechtsbeistand.

Der erste Tatverdächtige wurde bereits festgenommen

Nun geht es darum, den Tathergang sowie die Tatmotive zu ermitteln. Der erste Tatverdächtige, Mustafa S. (16), wurde bereits am 16. Dezember festgenommen. Die Polizei ist sich ziemlich sicher, dass sich am Sonntag der Richtige gestellt hat. „Wir waren im Rahmen der Ermittlungen schon auf seinen Namen gestoßen“, sagt Stephan Beer, Leiter der Münchner Mordkommission.

Es war offenbar nur noch eine Frage der Zeit, bis einige Streifenwagen bei dem 15-Jährigen vorgefahren wären. Beer wirkt erleichtert. „Ich finde es gut, dass der junge Mann den Mut hatte, sich zu stellen und Verantwortung zu übernehmen“, sagt der Chef der Mordkommission.

Fragen über Fragen

Viele Fragen sind noch offen. Sie gilt es zu klären: Mit welchem Gegenstand wurde dem Mordopfer Alex D. am 10. Dezember ins Herz gestochen? War die Tat von Anfang an geplant? Hatten sich der 15-Jährige und der 16-Jährige spontan zu dem Mord entschlossen? Oder war es doch eine Affekttat im Streit?

Bisher wurde lediglich bekannt, dass es um ein Drogengeschäft gegangen sein könnte, in dessen Verlauf sich der tatverdächtige 16-Jährige weigerte, den vereinbarten Preis zu bezahlen. Zu all dem sagte der zweite Tatverdächtige noch nichts. Nur seinen Beruf gab er schon an: Recycling-Logistiker. Hierzu lasse er sich gerade ausbilden.

Gemeinschaftlicher Mord aus Habgier

Die Polizei bereitete sich am Montag darauf vor, ihn sobald wie möglich zu vernehmen. Die Beamten klärten am Montag zudem, ob der Jugendliche zunächst in Untersuchungshaft muss oder nicht.

Die Staatsanwaltschaft München I hat ihre Tatvorwürfe bereits formuliert. Gemeinschaftlicher Mord aus Habgier. Das sagte Staatsanwältin Juliane Grotz. Beim ersten Tatverdächtigen sei bereits ein Haftbefehl erlassen worden.