Blitzeis in München: Die Notaufnahmen sind voll

Gebrochene Knochen und Prellungen: Die Kliniken haben nun auch noch viele Glätteopfer zu versorgen. Patienten müssen oft lange warten.
von  Nina Job
Frierende Nässe sorgt für eisglatte Straßen und Gehwege in München. (Symbolbild)
Frierende Nässe sorgt für eisglatte Straßen und Gehwege in München. (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-tmn

München - Erst Schnee, dann Tauwetter, nun wieder Frost: Überfrierende Nässe und Blitzeis verwandeln Straßen, Bürgersteige und Radwege in spiegelglatte Rutschbahnen. Die Streudienste kommen offensichtlich nicht nach.

Viele verletzte Fußgänger und Radler nach Blitzeis in München

In München mussten überdurchschnittlich viele verletzte Fußgänger und Radfahrer in den Notaufnahmen behandelt werden. Allein am Mittwoch zählte die Polizei sieben Radlunfälle in drei Stunden. Alle wegen "winterlicher Verhältnisse" und ohne Fremdbeteiligung.

Eine Radfahrerin stürzte an der Arnulfstraße Ecke Marsstraße. Ein Lkw-Fahrer konnte weder ausweichen noch rechtzeitig bremsen. Der Laster überrollte die Beine der Frau. Sie wurde schwer verletzt.

Bitte von Münchner Arzt: Bei leichten Verletzungen zuerst zum Hausarzt gehen

Im Rotkreuzklinikum mussten am Mittwoch doppelt so viele Patienten wie sonst unfallchirurgisch behandelt werden. Zwischen 8 und 11 Uhr kamen zehn Patienten, die "witterungsbedingt" gestürzt waren. Teilweise mussten Patienten auf andere Stationen verlegt werden, berichtet Johannes Maxrath, Chefarzt der Notaufnahme. "Dort werden sie aber natürlich jeweils von den Fachärzten versorgt."

Der Arzt bittet, bei leichteren Sturzverletzungen zuerst zum Hausarzt oder niedergelassenen Chirurgen zu gehen: "Das würde uns helfen. Damit bekommen wir mehr Kapazitäten für Patienten, die in Lebensgefahr sind oder stationär aufgenommen werden müssen."

Sprecherin des LMU-Klinikum Großhadern: "Die Betten sind mittlerweile knapp"

Das Notfallzentrum im TU-Klinikum rechts der Isar verzeichnet ebenfalls "eine deutliche Zunahme an Glätteunfällen". Am Dienstag wurden dort zwölf Patienten mit Knochenbrüchen behandelt - plus weitere mit Prellungen und Abschürfungen.

"Natürlich ist das eine weitere Herausforderung und zusätzliche Belastung in der aktuellen Pandemiezeit mit ohnehin sehr knappen Ressourcen", sagt Raphael Diecke, Sprecher der München Klinik. Im Schwabinger Krankenhaus mussten ebenfalls Patienten nach Stürzen bei Eisglätte stationär aufgenommen werden.

Im LMU-Klinikum Großhadern ist zwar die Zahl von Covid-Patienten in der Notaufnahme zuletzt zurückgegangen. "Die Versorgung von Patienten mit anderen Erkrankungen ist aber schwierig, weil die Betten mittlerweile knapp sind," so eine Sprecherin. "Dies führt zu langen Wartezeiten in der Notaufnahme bei fehlenden Aufnahmemöglichkeiten kranker Patienten."