Berufsverkehr: Gas-Alarm legt Stammstrecke lahm

Ein Bauarbeiter bohrt mit der Hilti eine Gasleitung an der Donnersbergerbrücke an. Folge: Die Stammstrecke wird komplett gesperrt. Tausende Münchner kommen zu spät.
von  az

Ein Bauarbeiter bohrt mit der Hilti eine Gasleitung an der Donnersbergerbrücke an. Folge: Die Stammstrecke wird komplett gesperrt. Tausende Münchner kommen zu spät.

München - Völliges Chaos bei der S-Bahn am Donnerstagmorgen: Ausgerechnet im Berufsverkehr ging auf der Stammstrecke gar nichts mehr. Ursache für die Vollsperre war ein Gasunfall an der Donnersbergerbrücke. Die S-Bahn-Fahrgäste mussten auf die überfüllte U-Bahn, Tram oder Busse ausweichen. „Wir mussten einen absoluten Cut machen“, sagte ein Bahn-Sprecher. Am Ostbahnhof fuhren die Züge teilweise in ungewohnte Richtungen. Auf Gleis 1 etwa startete plötzlich eine S2 in Richtung Erding, obwohl von diesem Gleis die Züge normalerweise in Richtung Innenstadt fahren. Folge: Dutzende Fahrgäste waren in falscher Richtung unterwegs.

Wegen der hohen Gaskonzentration in der Luft sei die Donnersbergerbrücke in der Innenstadt für S-Bahnen und Autos gesperrt worden, sagte ein Bahnsprecher. Dadurch kam es zu Problemen auf der gesamten S-Bahn-Stammstrecke in Richtung Westen und dem Mittleren Ring.

Das Leck an der Hochdruckgasleitung sei bei Bauarbeiten am Fundament der Brücke entstanden. „Es ist massiv Gas ausgeströmt.“ Viele Berufstätige steckten im Verkehrschaos fest und kamen zu spät zur Arbeit. Wie der Einsatzleiter der Feuerwehr gegenüber der AZ bestätigte, hatte ein Bauarbeiter das Gasleck mit seiner Hilti-Bohrmaschine verursacht.

Der Unfall an der Gasleitung spielte sich ca. 50 Meter von der S-Bahn-Strecke ab. Zunächst fuhren die S-Bahnen ab ca. 9:15 wieder ohne Halt an der Donnersbergerbrücke, seit 9:45 Uhr verkehren die Bahnen auf der Stammstrecke wieder normal. Es kann allerdings weiterhin zu Beeinträchtigungen im zeitlichen Ablauf kommen.

Wegen des Ausfalls der S-Bahnen stiegen zahlreiche Pendler auf die U-Bahn um, so dass es auch dort zum Chaos mit stark überfüllten Wagen und langen Wartezeiten kam.