Anton Roiderer: „Montag ist der beste Tag“

Wiesn-Wirtesprecher Toni Roiderer zieht erste Bilanz, lockt mit viel Platz in den Zelten und glaubt nicht, dass die „Historische“ wiederholbar ist. Außerdem hatte der Wiesn-Wirt Probleme, ins eigene Zelt zu kommen.
von  Abendzeitung
Wiesn-Wirtesprecher Toni Roiderer
Wiesn-Wirtesprecher Toni Roiderer © Martha Schlüter

Wiesn-Wirtesprecher Toni Roiderer zieht erste Bilanz, lockt mit viel Platz in den Zelten und glaubt nicht, dass die „Historische“ wiederholbar ist. Außerdem hatte der Wiesn-Wirt Probleme, ins eigene Zelt zu kommen.

AZ: Herr Roiderer, Sie sind seit 21 Jahren Wiesnwirt – ist es jedes Jahr das Gleiche?

TONI ROIDERER: Nein, Du musst jedes Jahr schauen, dass alles klappt. Heuer war’s das Rauchen: Am ersten Tag haben grad die feschen Mädels versucht zu provozieren. Als Wirt musst du konsequent sein und auch die Hübschen vor die Tür schicken. Inzwischen wird das Verbot sehr gut eingehalten. Neu ist auch, dass ich heuer öfters nicht in mein Zelt gekommen bin.

Wie bitte?

Ja, einige neue Ordner haben mich nicht erkannt. Deshalb musste ich mich erklären und meinen Ausweis zeigen. Gut, dass sie so hart kontrollieren.

War’s eine Jubelwiesn?

Die Wirte sind zufrieden, der Umsatz ist stabil. Im Hacker haben wir drei Prozent mehr Hendl verkauft. Durch den Regen fehlt ein bissl Umsatz im Garten. Jetzt am dritten Wiesnsamstag haben die Leut’ ihr Gehalt bekommen. Hoffentlich spielt das Wetter mit.

Sind noch Plätze frei?

Samstag ist hektisch, da ist es schwer. Es bringt auch nichts, um sechs Uhr morgens vor dem Zelt zu stehen. Wir sperren erst um halb neun auf. Die Wartenden blockieren bloß den Lieferverkehr. Aber Sonntag und Montag geht was. Allein am Montag sind im Hacker 4000 Plätze frei. Das ist der beste Tag, um Gutscheine einzulösen. Es ist gemütlich und die Raucher kommen nach der Zigarettenpause wieder ins Zelt.

Warum konnten manche trotzdem reservieren?

Die Boxen und Balkone sind für Firmen, denen wir sonst absagen müssen. Die Wirte brauchen Planungssicherheit.

Ist die Nostalgie-Wiesn Konkurrenz?

Nein, auf keinen Fall. Mittags haben wir ein bissl weniger Leut’, aber die kommen abends zurück. Ich finde es ganz toll, was die Stadt da geschaffen hat. Das ist der Weltstadt München würdig.

Sie könnten bald mit Toni Winklhofer einen neuen Wirts-Kollegen bekommen...

Ja, er ist ein guter Wirt. Ich glaube aber nicht, dass sich die Jubiläumswiesn in abgespeckter Version wiederholen lässt. Sie funktioniert auch wegen des Sponsorings der Wirte und Brauereien so gut und wegen der vielen Ehrenamtlichen. Aber am Ende entscheidet der Stadtrat.

Das Märzen kommt besonders gut an. Gibt es das bald auch im Hackerzelt?

Nein, ich mag lieber das jetzige Wiesnbier. Das ist geschmackvoll und nicht so malzig. Int: A. K. Koophamel