Am Hart: Blutbad im Treppenhaus

Streit unter Rentnern eskaliert: Im Münchner Norden ermordet ein 70-Jähriger mit einem Messer seinen ungeliebten Nachbarn
von  Abendzeitung
In diesem Haus wurde der Rentner von seinem Nachbarn ermordet
In diesem Haus wurde der Rentner von seinem Nachbarn ermordet © Daniel von Loeper

MÜNCHEN - Streit unter Rentnern eskaliert: Im Münchner Norden ermordet ein 70-Jähriger mit einem Messer seinen ungeliebten Nachbarn

Tödlicher Streit unter Nachbarn: In einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Am Hart hat am Donnerstag der 70-jährige Rentner Wolfgang F. (Name geändert) seinen Nachbarn Werner L. mit einem Messer erstochen. Laut Polizei wurde L. so schwer verletzt, dass er im Treppenhaus starb. Wolfgang F. ließ sich nach der Tat von der Polizei in seiner Wohnung festnehmen.

Die Tragödie, die am Donnerstagvormittag gegen 11 Uhr geschah, schockt die Anwohner im Rose-Pichler-Weg. „Es ist furchtbar – man kann gar nicht glauben, dass so etwas hier passiert“, sagt eine Nachbarin, die Täter und Opfer gut kannte. Viele Kinder seien am Morgen zuhause gewesen und hätten das Blutbad im Treppenhaus mitansehen müssen.

Warum Wolfgang F. seinen Nachbarn so grausam ermordete, ist unklar. Die Polizei kann derzeit noch keine Angaben zum Motiv machen. Die Nachbarn erzählen jedoch, Werner L. habe im Haus viele Feinde gehabt. Schon einmal habe ein Nachbar ihm ganz offen mit dem Tod gedroht.

Anwohner sagen, der 66-jährige Werner L. habe fast schon krankhaft auf Ordnung und Sauberkeit im Haus geachtet – und sich damit nicht viele Freunde gemacht. Auch sonst sei das Zusammenleben mit dem Rentner nicht konfliktfrei gewesen. „Kindergeschrei und laute Musik haben ihn fast wahnsinnig gemacht“, erzählt eine Nachbarin. Auch soll L. alkoholkrank gewesen sein und keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen ausländische Nachbarn gemacht haben.

Eine andere Frau erzählt hingegen, sie habe keinerlei Probleme mit L. gehabt – im Gegenteil. Offenbar hatte der Rentner auch liebenswerte Seiten. Zu ihrem Kind sei L. immer nett gewesen, habe ihm auch mal Schokolade geschenkt und gerne von seinem Hobby, dem Sammeln alter Münzen, geschwärmt. Täglich machte L. am Vormittag einen Kontrollgang durchs Haus. Vor der Tür rauchte er eine Zigarette, schaute nach dem Rechten. Auch am Donnerstag folgte er dieser Routine – und traf dabei auf seinen Mörder. rke