164 Millionen Euro Miese für Stadtwerke München: Isar 2 verhagelt Bilanz

Für den Rückbau des AKWs muss das Unternehmen erneut Millionen zurücklegen.
von  zif
192 Millionen allein in 2016: Das Kernkraftwerks Isar 2 bei Landshut kommt die SWM teuer.
192 Millionen allein in 2016: Das Kernkraftwerks Isar 2 bei Landshut kommt die SWM teuer. © dpa

München - Die anstehende Stilllegung des Atomkraftwerks Isar 2 verhagelt den Münchner Stadtwerken neuerlich (SWM) die Bilanz. 164 Millionen Euro Miese haben die SWM vergangenes Jahr gemacht. Das geht aus dem Jahresabschluss hervor, den das Unternehmen gestern veröffentlicht hat.

Zwar haben die Stadtwerke in ihrem Kerngeschäft leicht zulegen können. Durch den Verkauf von Strom, Wasser, Gas und den Einnahmen aus dem öffentlichen Nahverkehr flossen mit 518 Millionen Euro vergangenes Jahr etwa zehn Prozent mehr Gewinn in die Konzernkassen als 2015. Am Ende reichte das aber wieder nicht für eine schwarze Null.

Atomausstieg belastet schwer

Grund dafür ist im Wesentlichen die Sonderbelastung aus dem Atomausstieg. Für die geplante Abwicklung von Isar 2 mussten die SWM vergangenes Jahr 192 Millionen Euro zurücklegen. Dazu kamen massive Investitionen in die Energiewende und der niedrige Gaspreis, der ein besseres Ergebnis verhinderte.

Das Minus ist im Vergleich zu 2015 noch moderat. Da fehlten am Ende des Jahres satte 539 Millionen Euro zu einer schwarzen Null – auch da wegen der Kosten für den Rückbau von Isar 2. Die Stadtwerke wähnen sich deshalb auf dem Weg zu einer Trendwende.

SWM-Chef Florian Bieberbach geht davon aus, dass sein Unternehmen schon in den nächsten Jahren wieder ein positives Konzernergebnis präsentieren können wird. Voraussichtlich allerdings noch nicht dieses Jahr. Die Marktlage sei nach wie vor sehr schwierig, heißt es bei den SWM. Zudem müsse bei U-Bahn, Bus und Tram viel investiert werden.