Wie Familien TV-Stress an Weihnachten vermeiden können

Statt gemeinsam einen Film zu sehen, starrt jeder nur auf seinen eigenen Bildschirm. Dazu gibt es Streitigkeiten ums Programm und um die Dauer des Fernsehens. Wie Familien Medien-Stress über Weihnachten vermeiden können.
von  (ves/spot)
So vermeiden Sie Streit ums Fernsehen über die Weihnachtstage.
So vermeiden Sie Streit ums Fernsehen über die Weihnachtstage. © Monkey Business Images/Shutterstock.com

Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wir alle konsumieren häufiger und länger als die Generation vor uns. Aber Medienkonsum sorgt auch häufig für Streit. Weil Kinder oft zu viel und das Falsche schauen. Weil Familien mehr Zeit vor dem Bildschirm als miteinander verbringen - oder weil man sich einfach nicht auf ein gemeinsames Programm einigen kann. Die besten Tipps gegen TV-Stress über die Feiertage.

Etwa drei von vier Familien haben deutschlandweit ein Abo für einen Streamingdienst abgeschlossen, besagt die JIM-Studie, die regelmäßig das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen untersucht. Kinder und Jugendliche nutzen vor allem Netflix: 24 Prozent der 12- bis 13-Jährigen und 42 Prozent der 14- und 15-Jährigen schauen regelmäßig.

Nutzen Sie die Profil-Einstellungen für Kinder

Um Streit zu vermeiden, sollten Eltern Profile für Kinder und Jugendliche auf den Streamingdiensten einrichten und diese so einstellen, dass ihnen nur altersgemäße Inhalte angezeigt werden, rät etwa die Webseite www.klicksafe.de, die Teil der Initiative der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet ist. Klicksafe bietet einen Leitfaden zur Vorgehensweise auf Netflix, Disney+, Amazon Prime und für weitere Streamingdienste an.

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Eine Alternative zum Streaming und TV sind vor allem für kleinere Kinder die jugendgerechten Mediatheken der öffentlich-rechtlichen TV-Sender, dort werden komplette Staffeln von Kindersendungen angeboten, u.a. "KIKA", "ZDF tivi", "SWR Kindernetz", "Check Eins - Kinderprogramm im Ersten" oder "BR Kinder".

Zuviel Mediennutzung schädigt vor allem kleine Kinder

Wichtig ist es, die Dauer der Mediennutzung im Auge zu behalten. Vor allem bei kleinen Kindern hat ein Zuviel negative Auswirkungen auf die geistige und körperliche Entwicklung. Unter drei Jahren sollten Kinder noch keine Filme schauen. Am besten sind Hörgeschichten, Familienfotos zum Antippen oder Video-Calls mit Freunden oder den Großeltern, und das nicht mehr als ein paar Minuten am Tag.

Kita-Kinder sollten Filme - einfach gezeichnet und mit wenig Schnittfolge - nur im Beisein der Eltern schauen, mehr als 20 Minuten täglich ist nicht ratsam. Vor allem jüngere Kinder benötigen außerdem Unterstützung, um Gesehenes zu verarbeiten. Auch an Weihnachten eine gute Gelegenheit, um den Übergang vom Film zum analogen Beisammensein zu begleiten. Die Kinder können den Großen erzählen, was sie gesehen und verstanden haben. Die Eltern können Fragen stellen und zuhören.

Bei Schulkindern nimmt das Streitpotential in Bezug auf Medien exponentiell mit dem Altersanstieg zu. Davon können immer mehr Eltern ein Lied singen. Am besten legen Familien auch über die Ferien- und Feiertage gemeinsam mit den Kindern vorab eine feste Mediennutzungszeit fest, empfiehlt Klicksafe. Jugendliche brauchen ihre Freiräume, dennoch ist es ratsam, die Inhalte auch im fortgeschrittenen Alter zu überprüfen. Filme dienen Teenagern oft zur Identitätsbildung, aber nicht alles, was gezeigt wird, ist auch gut. Wichtig ist es weiterhin die FSK-Angaben einzuhalten.

Verschenken Sie Medien-Gutscheine mit festen Zeiten zu Weihnachten, die die Kinder einlösen können

Häufig liegt unterm Weihnachtsbaum eine Spielkonsole - auch hierfür sollten Eltern feste Nutzungszeiten gemeinsam mit den Kindern einrichten und die Tageszeit mitbestimmen. Direkt vor dem Einschlafen können Medien Kinder zum Beispiel aufwühlen oder zu Schlafstörungen führen. Wichtig sind auch regelmäßige Bildschirm- und Bewegungspausen. Bis zu einem Alter von zehn Jahren sollten Kinder im Schnitt maximal 45 Minuten pro Tag digitale Medien nutzen.

Eine praktikable Lösung sind Medien-Gutscheine, die die Kinder einlösen können. Manche Eltern vergeben die Gutscheine nach dem Erledigen von Aufgaben im Haushalt oder für Hausaufgaben oder als Weihnachtsgeschenk. Die Gutscheine räumen den Kids eine bestimme Zeit zum Schauen oder Spielen ein, nehmen sie aber auch in die Verantwortung und bieten Eltern eine gute Übersicht, wie lange ihr Kind Medien nutzt.

Zu Guter Letzt sollten auch Eltern regelmäßig ihre eigene Mediennutzung überprüfen und überdenken. Im Schlafzimmer sollten Bildschirme und Handys Tabu sein, da Licht und Strom den Schlaf negativ beeinträchtigen. Auch beim Essen oder gemeinsamen Unternehmungen sollten die Smartphones ausgeschaltet oder stumm geschaltet bleiben. Und: Weniger ist mehr! Lieber ein Film gemeinsam über den ihm Anschluss geredet und diskutiert wird, als viele Filme, die jeder für sich alleine schaut.