So verlangsamen Sie die feuchte altersbedingte Makuladegenaration

Die kurz feuchte AMD genannte Erkrankung ist ein häufiges Augenleiden im Alter. Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber moderne Medikamente können das Fortschreiten deutlich verlangsamen
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Professorin Irmingard Neuhann bei der Untersuchung einer Patientin mit feuchter AMD
Sascha Baumann/all4foto 2 Professorin Irmingard Neuhann bei der Untersuchung einer Patientin mit feuchter AMD
Medikamente  sorgen dafür, dass die feuchte AMD langsamer fortschreitet
Sascha Baumann/all4foto 2 Medikamente sorgen dafür, dass die feuchte AMD langsamer fortschreitet

Für die meisten Menschen ist es ganz selbstverständlich: Sie öffnen ihre Augen und machen sich ein Bild von der Welt. Die beiden murmelförmigen Organe liefern uns 80 Prozent aller Eindrücke von ihr. Doch mit dem Alter lässt nicht nur die Sehkraft nach, auch die Gefahr einer Augenerkrankung nimmt zu. So leiden rund vier Millionen Menschen unter altersbedingter Makuladegeneration (AMD). Dabei handelt es sich um eine Art Verschleißerscheinung an der Stelle des schärfsten Sehens. Diesen bezeichnet man als gelben Fleck oder Makula.

Die Medizin unterscheidet zwei Formen der AMD. "Mit 80 Prozent am häufigsten kommt es zu einer trockenen AMD", sagt Professorin Irmingard Neuhann, Fachärztin für Augenheilkunde aus München. "Sie löst einen Untergang der Sehzellen aus. Die restlichen 20 Prozent leiden unter der feuchten altersbedingten Makuladeneration. Bei diesem Krankheitsbild schüttet der Körper den Botenstoff VEGF aus. Dieser führt zum Einwachsen neuer Gefäße." Das Problem dabei: Diese neuen Gefäße sind von minderwertiger Qualität. Sie sind undicht und lassen Blut und Wasser austreten. Unbehandelt verschlimmert sich das Leiden immer weiter.

 
Medikamente  sorgen dafür, dass die feuchte AMD langsamer fortschreitet
Medikamente sorgen dafür, dass die feuchte AMD langsamer fortschreitet © Sascha Baumann/all4foto

Obwohl die feuchte AMD mit der Makula nur eine winzige Stelle betrifft, führt die Krankheit zu massiven Einschränkungen. Denn genau diese Stelle ist für das Fixieren von Dingen wichtig. "Betroffenen fällt es immer schwerer zu Lesen oder Gesichter zu erkennen", sagt die Augenärztin. "Irgendwann brauchen sie eine Lupe und auch diese hilft im Endstadium nicht mehr. Das Besondere an der Erkrankung: Die restliche Netzhaut funktioniert einwandfrei. Patienten können seitlich alles wahrnehmen, auch wenn sie geradeaus schauen. Es wird nie ganz schwarz vor dem Auge, aber es kommt einer Erblindung sehr nahe."

Soweit sollte es aber niemand kommen lassen. Erste Hinweise darauf, dass mit den Augen etwas nicht stimmt, sind Buchstaben, die beim Lesen tanzen oder ein verschwommener Blick. "Mit Hilfe der so genannten Amslerkarte kann jeder schnell einen Selbsttest machen", sagt Professorin Neuhann. "Wenn die Linien auf der Karte wellig oder verzogen aussehen, ist es ratsam einen Augenarzt aufzusuchen."

Vor der Untersuchung muss sich niemand fürchten. Sie tut nicht weh. Zunächst bestimmt der Arzt die Sehschärfe und erweitert die Pupillen dann mit Tropfen. Mit Hilfe eines Augenspiegels ist so möglich, die Makula zu inspizieren. Eine weitere Untersuchungsmethode ist die optische Kohärenztomografie, kurz OCT genannt. Damit lässt sich Flüssigkeit und Gewebeuntergang fast auf Zellniveau erkennen. Die Untersuchung ist nicht schädlich und berührungsfrei. "Wenn sich herausstellt, dass es sich um eine feuchte Makuladegeneration handelt, führen wir zudem eine Farbstoffuntersuchung durch", sagt die AMD-Expertin. Bei dieser Fluoreszeinangiografie genannten Methode spritzen wir einen in die Vene gespritzt und fotografieren das Auge. So können wir Ausmaß und Art der Erkrankung besser abschätzen."

Während die trockene Form der AMD nur sehr langsam voranschreitet und keine Behandlung nötig ist, ist die feuchte AMD unbedingt therapiebedürftig. Ziel ist es, die feuchte Form in die trockene Form zu überführen. Denn heilbar sind beide Erkrankungen bislang nicht. "Wir geben verschiedene Medikamente in den Glaskörper Auges, wodurch sie dann direkt vor Ort an der Netzhaut wirken können", erklärt Professorin Neuhann die Vorgehensweise. "Die Arzneien wirken gegen den Botenstoff VGEF, dichten die neugebildeten Gefäße ab und sorgen dafür, dass die Flüssigkeit abnimmt. Hauptziel ist es ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. In den meisten Fällen kommt es aber auch zu einer Sehverbesserung.

 

 

Da die Krankheit nicht heilbar ist, müssen sich Betroffene unbedingt lebenslang behandeln lassen. "Wir sind bislang nur in der Lage die undichten Gefäße zu behandeln und nicht die Gefäße selber", sagt die Münchner Augenärztin. "Nach rund vier Wochen lässt die Wirkung der Medikamente nach und wir müssen nachspritzen. Im Laufe der Zeit lassen sich die Intervalle aber auch strecken. Da die Grunderkrankung bestehen bleibt, ist es wichtig die Therapie durchzuhalten."

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