Rente, Pflege, Arbeit – alles wird anders!

Die Lebenserwartung wird länger, die Geburtenrate bleibt niedrig, das Alter bei der Geburt steigt. Was diese Entwicklung in der Gesellschaft für Rente, Arbeit und Pflege bedeutet.
| A.V.
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Eine Pflegerin schiebt eine ältere Frau im Rollstuhl durch einen Flur in einem Seniorenzentrum (Symbolbild).
Eine Pflegerin schiebt eine ältere Frau im Rollstuhl durch einen Flur in einem Seniorenzentrum (Symbolbild). © Christophe Gateau/dpa

Die demografische Entwicklung in Deutschland zeigt, dass die Lebenserwartung im Land kontinuierlich steigt. Während 1950 geborene Männer laut dem Portal Statista im Schnitt 64,6 und Frauen 68,5 Jahre alt wurden, liegen die Hochrechnungen für das Geburtsjahr 2020 bei 78,9 und 83,6. Wer 2060 zur Welt kommt, kann gemäß den Schätzungen der Experten das Alter von 84,4 beziehungsweise 88,1 erreichen. Da gleichzeitig die Geburtenrate auf einem niedrigen Niveau von etwa 1,6 Kinder pro Frau verharrt und gleichzeitig das Alter der Frauen bei der Geburt steigt, darf trotz der anhaltenden Migration damit gerechnet werden, dass die Bevölkerungspyramide in ein paar Jahrzehnten auf dem Kopf steht.

Immer mehr Leistungsbezieher und weniger Beitragszahler

Dies führt unweigerlich dazu, dass es zu Ungleichgewichten im Sozialsystem kommt, da es immer mehr Bezieher von Rente (hier finden Sie, alles, was Sie dazu wissen sollten) und Pflegeleistungen (spezielle Infos hierzu auf www.pflege.de) gibt, gleichzeitig aber immer weniger Einzahler. Somit steigt die Zahl der Pflegebedürftigen ständig. Die im Februar 2021 veröffentlichten Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums zeigen auch die Aufteilung der Leistungsbezieher auf die verschiedenen Pflegegrade. Die Statistik legt dar, dass der Zuwachs vor allem in Pflegestufe 1 erfolgte. Allerdings beziehen sich die Zahlen auf die Jahre 2018 und 2019, so dass das Ministerium hier nicht gerade top-aktuelle Informationen lieferte.

Pflegekräfte gesucht: Rekrutierung im Ausland

Auch der Arbeitsmarkt kommt in eine Schieflage. Das Ausbildungssystem kommt nicht mehr hinterher, die benötigten Fachkräfte auszubilden. Gerade im Pflegebereich herrscht Notstand, so dass die Verantwortlichen verstärkt versuchen, Pflegekräfte im Ausland zu rekrutieren. Wichtigste Herkunftsländer sind die Philippinen, Serbien sowie Bosnien-Herzegowina. Darüber hinaus wird gefordert, die Bezahlung zu verbessern, indem verbindliche Tarifverträge festgelegt werden.

Grundfrage bleibt die Finanzierung des Sozialsystems

Die zentrale Frage ist, wie die Lücken in den Sozialsystemen gestopft werden können. So gibt es immer wieder Forderungen, das Renteneintrittsalter noch einmal zu erhöhen. Natürlich gibt es auf Grund des medizinischen Fortschritts immer mehr Senioren, die geistig und körperlich fit sind. Problematisch ist es jedoch daraus abzuleiten, dass auch Geringverdiener, die jahrzehntelang hart in Bau- oder Pflegeberufen geschuftet haben, später in Rente gehen sollen.

Es bleibt nur die Möglichkeit, weiterhin Rente, Pflege und den Arbeitsmarkt aus dem großen Steuertopf zu unterstützen. Bestrebungen der G7-Staaten, die großen Internetkonzerne dort zu besteuern, wo sie ihre Umsätze und Gewinne erwirtschaften, könnten den öffentlichen Kassen Entlastung verschaffen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde das Problem womöglich nicht lösen, sondern eventuell sogar verschärfen. Zu erwarten wäre, dass gut verdienende Leistungsträger abwandern, während Anreize überhaupt nicht zu arbeiten, verstärkt würden. Hinzu kommt, dass kostspielige OPs oder langfristige Pflegeleistungen über das Grundeinkommen nicht abgedeckt werden könnten, so dass ein Parallelsystem aufrecht erhalten werden müsste.


Die Recherche und Erstellung des Textes wurden durch einen externen Redakteur vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion.

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