Wie Hormone das Hautbild beeinflussen können

Dass die Hormone bei der Entstehung von Akne eine wichtige Rolle spielen, ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Einen neuen Trend stellt die Hormonkosmetik dar.
| Svenja Breuer
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Die Haut ist das größte Organ, das sehr empfindlich auf äußere und innere Einflüsse reagiert.
Die Haut ist das größte Organ, das sehr empfindlich auf äußere und innere Einflüsse reagiert. © Pixabay © ivanovgood (CC0 Public Domain)

Die Haut ist das größte menschliche Organ. Sie hat vielfältige Aufgaben, beispielsweise bei der Immunabwehr oder im Stoffwechsel, wo sie für die Bildung von Vitamin zuständig ist. Die Forschung ist seit einigen Jahren verschiedenen möglichen Zusammenhängen von Hormonen und Veränderungen der Haut auf Spur. Sie steht in ständigem Austausch mit den körpereigenen Hormonen, teilweise kommt es sogar zu sichtbaren Hautveränderungen durch Hormone.

Hormone spielen im menschlichen Körper eine wichtige Rolle. Sie wirken bei sehr vielen Körperfunktionen mit, beispielsweise im Gehirn, in der Nebennierenrinde, in der Bauchspeicheldrüse oder in der Schilddrüse. Frauen produzieren in ihren Eierstöcken weibliche Geschlechtshormone, Männer in ihren Hoden männliche. Mehr als 30 verschiedene Hormone beeinflussen den Körper, beispielsweise Serotonin, Melatonin, Cortisol, Insulin, Östrogen oder Wachstumshormone.

Hormone wirken auf vielfältige Weise im menschlichen Körper

Der Körper schüttet in Stresssituationen Hormone aus. Bestimmte Hormone regulieren den Rhythmus von Schlafen und Wachsein. Hormone nehmen Einfluss auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel. Sie beeinflussen den Sexualtrieb und steuern den weiblichen Zyklus. Beim Wachstum von Knochen und Muskeln spielen sie ebenfalls eine wichtige Rolle. Und auch die Haut ist in ständigem Austausch mit den Hormonen. Östrogen ist ganz ohne Zweifel ein sehr wichtiges Hormon für die Haut. Es unterstützt die Versorgung der Haut mit Feuchtigkeit und hilft dabei Kollagenfasern zu bilden. Wenn der Östrogenspiegel absinkt, ist das deutlich zu sehen. Die Haut verliert während der Wechseljahre an Elastizität, wird trockener, dünner und es bilden sich mehr und mehr Pigmentflecken.

Akne ist eine Hautkrankheit, die vor allem unter jungen Menschen verbreitet ist.
Akne ist eine Hautkrankheit, die vor allem unter jungen Menschen verbreitet ist. © pixabay, © SharonMcCutcheon, CC0 Public Domain

Akne und die Hormone

Dass die Hormone bei der Entstehung von Akne eine wichtige Rolle spielen, ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. In den Talgdrüsen der Haut sitzen Hormonrezeptoren, die von Hormonen gesteuert werden. Testosteron und Dihydrotestosteron ist dabei maßgeblich an der Talgdrüsenstimulation beteiligt und lassen sowohl die Talgdrüsen wie auch die hornbildenden Zellen wachsen. In der Folge kommt es zu vermehrter Talgproduktion und verstopften Poren. Wie sehr sich die hormonelle Akne auswirkt, hängt an individueller Veranlagung, Stress, Lebensstil und auch an der Ernährung. Hormone können als Therapieform helfen, beispielsweise mit der Antibabypille oder als Hormoncreme. Sogenannten Antiandrogene blockieren das Testosteron und das Dihydrotestosteron, wodurch sich die Symptome verbessern. Eine solche Hormontherapie sollte unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Wie Hormone die Haare beeinflussen

Es gibt Tage, an denen wollen die Haare sich einfach nicht in Form bringen lassen. Solche "Bad Hair Days“ kennen viele Frauen an den Tagen vor der Periode. Dafür verantwortlich sind der niedrige Östrogen- und der erhöhte Progesteronspiegel in der zweiten Hälfte des Zyklus. Diese Hormone halten normalerweise die Talgproduktion im Zaum. Wenn der Körper viele Glückshormone, die Endorphine, ausschüttet, fördert das die Durchblutung der Kopfhaut, was wiederum die Haarwurzeln anregt. Im Ergebnis sehen die Haare gesund aus.

Die Haut verändert sich in der Schwangerschaft

Eine schwangere Frau befindet sich im hormonellen Ausnahmezustand. Vieles ist nicht mehr wie gewohnt, auch das Hautbild nicht. Viele Frauen strahlen förmlich und bekommen ein schöneres Hautbild. Doch manchmal lösen die Hormone in der Schwangerschaft Psoriasis oder Neurodermitis aus oder vorhandene Symptome verschlechtern sich. Die Hyperpigmentierung ist ebenfalls hormonell bedingt. Im Gesicht kommt es zu Pigmentflecken oder um den Bauch zeigt sich eine dunkle Linie. Dafür verantwortlich sind Östrogen, Progesteron und bestimme Hormone, die für die ganz ungefährliche Braunfärbung der Haut verantwortlich si

Die Wechseljahre – das Hormon-Chaos

In den Wechseljahren erleben Frauen starken Schwankungen des Hormonspiegels. Es kommt zu Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust und viele mehr. Der Mangel an Östrogen verursacht Hautprobleme, beispielsweise sehr trockene Haut und Scheidentrockenheit. Zudem kommt es zur sogenannten vaginalen Atrophie. Die Scheidenschleimhaut ist nicht mehr so weich und geschmeidig, dafür ist Östrogen notwendig. Geschlechtsverkehr kann unangenehm werden und auch im Alltag kann die Scheide jucken und brennen. Mit speziellen hormonfreien Zäpfchen, die Hyaluronsäure enthalten, und speziellen Feuchtigkeitscremes lassen sich die Beschwerden lindern. Es kann in den Wechseljahren sogar zu einem erneuten Akneschub kommen, der sogenannten Spätakne, und Rosacea kann erstmalig auftreten.

Hormongabe über die Haut

Hormonschwankungen sind normal und lassen sich gut eindämmen. Am wenigsten belasten über die Haut aufgenommene Hormone den Organismus. Bewährt haben sich beispielsweise Pflaster zur hormonellen Verhütung oder lokal aufgetragene Östrogene gegen die vielfältigen Beschwerden in den Wechseljahren. Auch bei vaginaler Trockenheit und hormonell bedingtem Haarausfall gibt es geeignete Präparate.

Am schonendsten ist die Gabe von Hormonen über die Haut.
Am schonendsten ist die Gabe von Hormonen über die Haut. © Pixabay © adorebeautynz (CC0 Public Domain)

Die Haut und die Schilddrüse

Manchmal zeigt der Körper Symptome an, während die eigentliche Erkrankung noch gar nicht über das Blutbild diagnostizierbar ist. Das ist bei Schilddrüsenerkrankungen häufig der Fall. Es kommt zu Haarausfall, trockener und sehr dünner Haut sowie brüchigen Nägeln. Diese Symptome können auf eine Erkrankung der Schilddrüse hindeuten.

Hormonkosmetik als neuer Trend

Die Haut altert, das ist ein natürlicher Prozess. Sie verliert ihre Straffheit, ihre Elastizität und Dehnbarkeit. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Nikotin und Alkohol
- UV-Strahlung
- Umwelteinflüsse
- genetische Disposition
- Hormonproduktion

Studien zufolge bringen Cremes mit Östrogenen, vor allem mit Östradiol, wieder vermehrte Elastizität zurück, verringern die Faltentiefe und lassen die Haut wieder dicker werden. Die Haut wird fester, kann wieder besser Wasser speichern und sieht dadurch viel jünger aus. Das funktioniert allerdings nicht, wenn die Haut sehr stark von UV-Licht geschädigt ist. 


Die Recherche und Erstellung des Textes wurden durch eine externe Redakteurin vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion.

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