So beeinflussen Zähne die Gesundheit

Zahnschmerzen sind den meisten Menschen sehr gut bekannt. Doch die wenigsten wissen, dass Probleme mit den Zähnen auch andere körperliche Beschwerden verursachen können. Schon Paracelsus wusste allerdings, dass „hinter jedem Zahn ein ganzer Mensch steckt“. Damit hatte er absolut Recht, denn gesunde Zähne und ein gesunder Körper stehen in direktem Zusammenhang.
| Michael Ross
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Gesunde Zähne stehen in direktem Zusammenhang mit einem gesunden Organismus.
Gesunde Zähne stehen in direktem Zusammenhang mit einem gesunden Organismus. © pixabay.com @ ChristianAagaard (CCO Creative Commons)

Gesunde Zähne als Schlüssel zum Wohlbefinden

Die Naturheilkunde vertritt die Ansicht, dass jeder einzelne Zahn in einer direkten Verbindung zu einem Organ steht. So kann – vor allem laut chinesischer Medizin – jedes kranke Organ einen Zahn schädigen und umgekehrt. Umso wichtiger sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt sowie möglichst einmal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung. Erkrankte Zähne sollten schnellstmöglich mit zahnerhaltenden Maßnahmen behandelt werden, bei Bedarf auch mit Zahnersatz. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen aber nur die Kosten für eine Regelversorgung, Kassenpatienten müssen dann eine hohe Eigenbeteiligung zahlen. Oft ist das der Grund, Behandlungen nicht durchführen zu lassen. Vor hohen Zuzahlungen schützt eine Zahnzusatzversicherung und so steht einer umfangreichen Zahnbehandlung nichts mehr im Weg.

So können geschädigte und tote Zähne den Körper krank machen

In der ganzheitlichen Zahnmedizin wird den Zähnen mehr als nur die bloße Funktion des Kauens zugeschrieben. So sind Zähne und Mundraum vermutlich der Ursprung verschiedener akuter und chronischer Erkrankungen. Zahnerkrankungen bedeuten nicht nur Schmerz und sind auch nicht nur ein ästhetisches Problem: Vielmehr kommt es durch Zahnerkrankungen zu weitreichenden Folgen für den gesamten Organismus.

Wie entwickeln sich Zahnerkrankungen?

Zeigen sich im Mundraum dauerhaft Entzündungen, machen diese den Körper krank. Im Mund sind mehrere Billionen Bakterien zu finden, die sich bei mangelnder Mundhygiene ungehemmt vermehren. Auf Zähnen und Zunge entsteht ein dichter Belag. In der Folge bilden die Bakterien eine Säure, die den Zahnschmelz zerstört. Außerdem erzeugen die Ablagerungen (Plaque) Zahnstein und können im weiteren Verlauf zu Zahnfäule, Zahnfleischentzündungen und Kieferentzündungen führen. Es entwickeln sich Probleme wie Karies und Parodontitis, schlimmstenfalls sterben die Zähne ab.

So finden Bakterien ihren Weg aus dem Mundraum in den Körper

Über Nerven sowie Blutgefäße sind die Zähne mit dem restlichen Körper verbunden. Bei einer Entzündung der Zahnwurzel können die Gifte der im Mundraum befindlichen Bakterien über die Zahnwurzelspitze bis ins Blut gelangen und dadurch auf Organe übergehen. Ist das Immunsystem ohnehin geschwächt (z. B. bei Säuglingen, bei älteren Menschen, bei bestehenden Erkrankungen), haben die Bakterien noch leichteres Spiel.

Kranke Zähne haben weitreichende Folgen

Karies, Parodontitis, Zahnwurzelentzündung oder Kieferknochenentzündung – all diese Probleme können unterschiedliche weitere Beschwerden nach sich ziehen.

Parodontitis – Auslöser vieler Beschwerden

Parodontitis kann verschiedene, teils schwere Erkrankungen und Probleme wie Herzinfarkt und Schlaganfall, Lungen- und Herzentzündungen, Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis sowie Frühgeburten begünstigen. Auch Depressionen werden mit Parodontitis in Verbindung gebracht.

Der Kiefer – beteiligt an Erkrankungen des Bewegungsapparates

Kieferfehlstellungen können im gesamten Körper Schmerzen verursachen und sind nicht selten ursächlich für Verspannungen und Fehlhaltungen sowie Schmerzen im Rücken, im Nacken und in den Knien. Zudem verursachen Entzündungen des Kieferknochens Kopfschmerzen und Migräne.

Tipps für gesunde Zähne

Zähne sollten nicht nur schön, sondern eben auch gesund sein. Neben den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt verhelfen verschiedene Tipps zu einem strahlenden Lächeln.

Regelmäßige gründliche Zahnpflege

Das A & O für gesunde Zähne ist die Zahnpflege. Bestenfalls werden die Zähne nach jeder Mahlzeit, zumindest aber nach dem Frühstück und vor dem Zubettgehen, für mindestens drei Minuten gründlich geputzt. Für die Reinigung der Zahnzwischenräume empfiehlt sich die Verwendung von Zahnseide.

Die richtige Zahnpflege hat großen Anteil an gesunden Zähnen.
Die richtige Zahnpflege hat großen Anteil an gesunden Zähnen. © Florian Schuh/dpa-tmn

Verwendung von fluoridhaltiger Zahncreme ohne zahnaufhellende Wirkung

In der Zahnmedizin ist Fluorid unverzichtbar, auch wenn es oft als "gefährlich“ eingestuft wird. Doch Fluorid wirkt vorbeugend gegen Karies vor und ist für die Härtung des Zahnschmelzes notwendig. Die in Zahncreme enthaltene Menge ist absolut unbedenklich. Auf zahnaufhellende Zahncremes sollte übrigens verzichtet werden. Darin sind Schleifkörper in so hoher Konzentration enthalten, dass die Zähne dadurch "abgeschmirgelt“ und somit angreifbarer für schädigende Substanzen werden.

Verwendung einer Mundspülung

Für ein optimales Reinigungsergebnis ist die Verwendung einer Mundspülung nach dem Zähneputzen sinnvoll. Ratsam ist sie vor allem dann, wenn nach dem Essen keine Möglichkeit zum Zähneputzen besteht.

Reinigung der Zunge

Da sich Bakterien auch auf der Zunge ansammeln, sollte diese ebenfalls regelmäßig gereinigt werden. Dafür lässt sich die Rückseite einer herkömmlichen Zahnbürste verwenden, es gibt aber auch spezielle Zungenbürsten oder Zungenschaber.

Ausreichende Nährstoffzufuhr

Kalzium und Magnesium sind wichtige Nährstoffe für den Knochen- und Zahnaufbau. Als essenzielle Nährstoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann, sollten sie dem Körper regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Außerdem ist eine Versorgung mit den Vitaminen A und D für den Zahnerhalt von großer Bedeutung.

Schädigende Substanzen und Nikotin meiden

Süße und saure Lebensmittel können den Zahnschmelz angreifen und sollten nur in Maßen genossen werden. Wichtig ist außerdem, nach dem Verzehr von sauren Lebensmitteln nicht direkt die Zähne zu putzen, da die Zähne dann besonders empfindlich auf die Säure reagieren. Besser sind grundsätzlich zahngesunde Lebensmittel (z. B. Vollkorn, rohes Gemüse). Diese fördern die Speichelbildung und regen das kräftige Kauen an, was wiederum das Zahnfleisch stärkt.

Gesundes Gebiss – gesunder Körper

Kranke Zähne können im gesamten Organismus ein Ungleichgewicht verursachen. Verspannungen, Schmerzen und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen sind dann die Folge. Deshalb: Bei Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Verspannungen im Nackenbereich sollte der Zahnarzt sich die Zähne anschauen.

Zwar ist bislang nicht wissenschaftlich erwiesen, wie genau sich Zähne auf die Gesundheit auswirken, dennoch zeigen sich immer wieder Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Zahnbeschwerden und anderen Krankheiten. Gerade Parodontitis scheint hier eine große Rolle zu spielen, weshalb diese unbedingt behandelt werden sollte.

Um wirklich sicher zu sein, dass sich im Mundraum keinerlei Entzündungen verstecken, ist der regelmäßige Zahnarztbesuch unumgänglich. Mithilfe modernster Untersuchungsmethoden wie Röntgen und DVT lassen sich mögliche Schädigungen an den Zähnen frühzeitig erkennen.


Die Recherche und Erstellung des Textes wurden durch einen externen Redakteur vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion.

 

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