Baby und Eltern: Die sechs Meilensteine im ersten Lebensjahr

Frischgebackene Eltern müssen wachsam sein – nicht etwa, weil der Nachwuchs sonst das zu fassen bekommt, was gefährlich für ihn ist, sondern weil es gerade im ersten Lebensjahr so viel gibt, was sich im Leben des Babys tut.
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Der Greifreflex des Kindes entwickelt sich bereits recht früh. Zum Tragen von Gegenständen reicht die Kraft in den ersten Lebensmonaten nicht; zum Greifen nach Mama und Papa jedoch allemal.
Der Greifreflex des Kindes entwickelt sich bereits recht früh. Zum Tragen von Gegenständen reicht die Kraft in den ersten Lebensmonaten nicht; zum Greifen nach Mama und Papa jedoch allemal. © pixabay.com © RitaE (CC0 Public Domain

Das sind die Meilensteine im 1. Babyjahr:

Das Baby wächst – zwar zum ersten Mal außerhalb Mamas Bauch

Die ersten vier Wochen nach der Geburt brauchen Mutter und Kind, um sich aneinander zu gewöhnen.  Das Leben mit dem neuen Mitbewohner steht buchstäblich Kopf – auch wenn das Baby selbst noch keinerlei Kopfstände macht und auch sonst noch vergleichsweise wenig tut. Das scheint allerdings nur so, denn in den ersten vier Wochen sind vor allem die Augen gefordert.

Ein roter Gegenstand, den das Baby anvisieren und mit den Augen verfolgen kann, beweist zweierlei: Das Baby sieht, nimmt wahr und folgt gut sichtbaren Gegenständen und sogar Personen. Auch Geräusche werden erfasst und – die Hände sind das liebste Spielzeug.

Das alles passiert VOR dem ersten Wachstumsschub, der häufig in der fünften Lebenswoche zu beobachten ist. Mit ein paar Zentimeter mehr an Länge und mit ein paar Gramm mehr auf den Rippen lässt sich der Kopf bereits einige Sekunden selbstständig halten. Das können Eltern vor allem in der Bauchlage beobachten. Auch Augen und Ohren lassen sich viel besser nutzen. Das, was in der ersten Woche bereits trainiert wurde, wird nun verbessert. Hinzu kommt der Greifreflex.

Ein Lächeln und ein Küsschen verzaubern alle

Etwa im vierten Monat beginnt das, worauf manche Eltern so ungeduldig warten. Ein Lächeln des Säuglings verzaubert seine Eltern. Stellt man einen Spiegel vor das Baby, versuchen bereits jetzt viele Babys das "Dahinter“ zu finden. Sie versuchen den Spiegel zu drehen und sind meist ihrem Spiegelbild gegenüber recht positiv gestimmt. Auch das Babygesicht im Spiegel bekommt ein Lächeln und mit ein bisschen Übung vielleicht sogar ein Küsschen.

Zudem wird das Reaktionsvermögen deutlich sichtbar: Kopf und Augen bewegen sich und reagieren, wenn der Name des Babys ausgesprochen wird. Zudem wird das Baby insofern mobiler, als dass sich Kopf und Schultern von der Unterlage heben, wenn die Hände von Mama und Papa als Hilfestellung zum Dranziehen genutzt werden können. Eltern können zudem erste Wipp-Bewegungen ausmachen, wenn das Kind auf den Beinchen steht und sich festhalten kann. Auf dem Bauch liegend, stützen sich viele Kinder jetzt bereits auf die Unterarme. Auch das eigenständige Umdrehen von der Seitenlage in die Rückenlage und vielleicht sogar zurück in die Bauchlage startet nun mit den ersten Übungen.

Das Lächeln dieses Babys spricht Bände. Es könnte beispielsweise sagen wollen: "Ich habe es geschafft, mich vom Rücken auf den Bauch zu drehen, mich abzustützen und dich anzulächeln.“
Das Lächeln dieses Babys spricht Bände. Es könnte beispielsweise sagen wollen: "Ich habe es geschafft, mich vom Rücken auf den Bauch zu drehen, mich abzustützen und dich anzulächeln.“ © pixabay.com © Victoria_Borodinova (CC0 Public Domain

Babys entwickeln ihren eigenen Kopf

Mit etwa einem halben Jahr zeigt sich, wie sich das Baby emotional entwickelt hat, denn nun beginnt es, seine Emotionen auch selbst zu zeigen. Es lernt, Ärger und Freude auszudrücken und nutzt dabei alle ihm zur Verfügung stehenden Wege – mit Mimik, Gestik, selbstkreierten Geräuschen oder gar Bewegungen. Zeitgleich kann das Baby immer besser sehen und verstehen, wie andere Menschen Emotionen zeigen. Der eigene Kopf, der sich nun immer deutlicher zeigt, kann ganz unterschiedlich agieren – mal bockig, mal ängstlich und auch fremdeln.

Im Alter von sechs Monaten ist es die richtige Zeit, um Spiele zu spielen, die kommunikativ sind. Das heißt: Auf eine Aktion folgt eine Reaktion. Halten die Eltern ihre Hände vor die Augen und spielen das altbekannte Kuckuck-Da-Spiel, fördert das das Interaktionsvermögen. Auch ein Austausch von Spielzeugen und Gegenständen auf eine konkrete Frage hin ist nun möglich. Wichtig ist die alters- und entwicklungsgerechte Beschäftigungallemal, denn jetzt ist auch die Zeit, in der sich ein Baby zu langweiligen beginnen könnten. Spätestens ab dem Kindergartenalter kommen Funktions- und Konstruktionsspiele sowie Rollen- und Bewegungsspiele hinzu.

Jetzt erwacht der mutige Entdecker

Mut, Kraft, Ausdauer und Wille werden nun aktiv – und das ist auch gut so, schließlich beginnt nun die Zeit, in der das Baby sich fortbewegen möchte und vermutlich schon für eine kurze Zeit selbstständig frei sitzen kann. Das Rollen, Robben und Auf-dem-Po-rutschen wird häufig vom puren Willen forciert, das Spielzeug zu erreichen, das außerhalb der eigenen Reichweite ist.

Der Forschergeist erwacht in allem, was fassbar ist – und dabei sind nicht immer die Hände die erste Wahl. Auch der Mund erfasst viel, weswegen auch ein Stück weit die unruhige Zeit der Eltern beginnt, denn jetzt möchten sich Babys wirklich alles in den Mund stecken. Alle Sinne werden wacher, die Koordination von Hand und Augen verbessert sich, Sprach- und Stimmlaute beginnen sich zu entwickeln. Häufig passiert das im Zwiegespräch mit sich selbst, denn bereits jetzt können Babys sich für einen kurzen Zeitraum mit sich selbst beschäftigen.

Los geht's! Jetzt beginnt die Phase des Erkundens. Vor allem die Interaktion ist nun wichtig für die Entwicklung des Kindes.
Los geht's! Jetzt beginnt die Phase des Erkundens. Vor allem die Interaktion ist nun wichtig für die Entwicklung des Kindes. © pixabay.com © 2081671 (CC0 Public Domain

War das wirklich das Wörtchen "Mama“?

Meist sind Eltern ganz aus dem Häuschen, wenn sich erahnen lässt, dass sich aus dem unverständlichen Gebrabbel des Nachwuchses Worte formieren wie Mama oder Papa. Denkbar ist das etwa ab dem 10. Monat. Wer besonders pfiffig ist im Spracherwerb, ergänzt den kargen Wortschatz aus Mama und Papa schnell noch um andere Klassiker wie etwa den Ball. Auch motorisch tut sich einiges beim Nachwuchs. Ganz bewusst können nun Gegenstände von A nach B gebracht werden. Auch der Zeigefinger macht nun seinem Namen alle Ehre, denn er wird zum Zeigen benutzt – und zwar einzeln und ohne, dass die Babyhand sich komplett bewegt.

Jetzt bewegen sie sich ganz allein

Robbend und krabbelnd kommen die meisten Babys bereits mit zehn Monaten von A nach B. Hinzu kam die Fähigkeit, Gegenstände zu transportieren. Zudem wird all das als Stütze genutzt, was dabei hilft, sich auf den Beinen durch den Raum zu bewegen. Ab dem 10. Monat geht es mit dieser Testphase los, bis zum 1. Geburtstag stolziert so manch ein Säugling bereits tapfer durch die Wohnung. Andere wiederum suchen noch den Halt der Eltern und gehen an der Hand. In jedem Fall ist nun – mit dem ersten Geburtstag – aus dem schlafenden Baby ein sich selbstständig fortbewegendes Kind geworden. Für Eltern heißt das auch: Jetzt ist die ruhigere Zeit, in dem das Kind im Kinderwagen lag, vorbei.

 

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