Flammenschein daheim: Schritt für Schritt zum eigenen Kaminofen

Ein Kaminofen steht auf der Wunschliste vieler Hausbesitzer ganz oben, besonders wenn die kalte Jahreszeit anbricht. Doch dabei handelt es sich um eine weitaus umfangreichere Aufgabe, als nur einen Ofen zu kaufen.
von  Janina Dachauer
Gemütlichkeit pur. Doch bis der eigene Ofen brennt, sind einige Hürden zu überwinden.
Gemütlichkeit pur. Doch bis der eigene Ofen brennt, sind einige Hürden zu überwinden. © Stock.adobe.com © micromonkey

Ein Kaminofen strahlt eine wohltuende, weil auf Strahlung basierende Wärme aus. Was darin brennt, steht für ein sauberes Umweltgewissen. Schließlich wächst reines Brennholz ebenso nach, wie es aus Holzabfällen kompaktierte Briketts tun – zumal diese noch eine sinnvolle Abfallverwertung darstellen.

Zweifelsohne, ein Kaminofen ist aus vielerlei Gründen etwas, das sich immer mehr Menschen in ihr Zuhause holen. Ein Heizmittel der Vernunft und der Spontaneität, das nicht zuletzt in der Übergangszeit seine Wirkung entfaltet, wenn es sich noch nicht lohnt, die Zentralheizung einzuschalten. Zudem ein Heizmittel der Gemütlichkeit, das den Raum nicht nur durch seine Optik aufwertet, sondern auch für eine wunderbare Heimeligkeit sorgt.

Angesichts dessen ist es nicht verwunderlich, dass die Zahl installierter Öfen seit gut 20 Jahren konstant bei rund elf Millionen Stück liegt – allen Neuerungen bei der Technik von Zentralheizungen zum Trotze. Der reine Kauf eines Ofens ist jedoch nur ein Punkt unter vielen, der auf Interessenten zukommt – und er ist bei weitem nicht der erste auf der Liste. Bis die ersten Flammen in der Brennkammer lodern, sind viele Aufgaben abzuarbeiten

1. Die Vorbereitungsarbeiten

Erster Ansprechpartner Schornsteinfeger

Bevor das Kaminofen-Projekt starten kann, muss der Schornsteinfeger alle relevanten Positionen kontrollieren.
Bevor das Kaminofen-Projekt starten kann, muss der Schornsteinfeger alle relevanten Positionen kontrollieren. © Stock.adobe.com © pholidito

Kaminöfen mögen sich in vielerlei Hinsicht von modernen Zentralheizungen unterscheiden. Auf einer rein rechtlichen Ebene handelt es sich jedoch bei allen um sogenannte „Feuerstätten“ – also Heizungsanlagen, die durch Verbrennung eines festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffes Wärme erzeugen.

Solche Anlagen dürfen nur in Betrieb genommen werden, wenn ein bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger das Gesamtsystem abgenommen hat. Allerdings ist dieser Profi weitaus mehr als jemand, der nach der Installation (vor dem ersten Anfeuern) einen Blick darauf werfen sollte.

Vielmehr sind Schornsteinfeger gerade für Laien wichtige Helfer, die bei dem gesamten Prozedere zwischen
• Planung,
• Erwerb,
• Installation,
• Betrieb,
• Umfeld,
wertvolle Hilfestellungen geben.

Das Projekt Kaminofen sollte dementsprechend auf den offiziellen Seiten des bayerischen Landesinnungsverbands für das Kaminkehrerhandwerk beginnen. Konkret bei der Suchfunktion nach dem für den Wohnort zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Mit dem dort gefundenen Profi sollte nun ein Ortstermin anberaumt werden.

Die Besichtigung durch den Kaminkehrer

Bei diesem Termin stehen nun mehrere wichtige Grundlagenarbeiten an:

• Der Kaminkehrer wird sich den gewünschten Aufstellungsraum und die dortige Aufstellungszone ansehen. Konkret, was die Feuergefährlichkeit der näheren Einrichtung und die mögliche Abgasführung anbelangt. Dabei wird es auch darum gehen, wie der Ofen an den Schornstein angeschlossen werden soll: Entweder nur mit einem kurzen Rohrstück oder erst weit über dem Aufstellungsort mit längeren Rohren – letzteres vergrößert die Wärmeabstrahlfläche, kann aber nachteilig für die Raumoptik sein und mitunter umfangreichere Brandschutzmaßnahmen nach sich ziehen.

• Der Kaminkehrer wird sich den Schornstein (falls vorhanden) von innen ansehen. Dafür muss er Zugang zu dessen Wartungsöffnungen haben; in aller Regel finden diese sich am tiefsten Punkt, etwa im Keller, sowie kurz vor dem oberen Ende, beispielsweise auf dem Dachboden. Eine wichtige Tätigkeit, weil bestehende Schornsteine nicht automatisch für die (zusätzlichen) Abgase von Kaminöfen ausgerichtet sind. Beispielsweise, weil ihr Querschnitt für einen gleichzeitigen Betrieb mit der Zentralheizung zu gering ist oder auch, weil die Innenwände durch Alterungsprozesse angegriffen sind und durch die nötigen Putzarbeiten beschädigt werden können.

• Er wird dann das zu beheizende Raumvolumen ausmessen. Dieses Detail ist für die Auswahl des Ofens wichtig: Diese gibt es nicht nur in unterschiedlichen Designs – sie lassen sich noch in weitere Kategorien einteilen – darunter die Leistungsklasse (angegeben in Kilowatt). Der gewünschte Ofen sollte vor allem nicht zu geringdimensioniert sein, sonst würde seine Heizleistung nicht ausreichen. Doch auch ein zu leistungsstarker Kaminofen kann nachteilig sein – etwa, wenn der Raum gut gedämmt ist, sodass die Temperaturen unangenehm hoch werden.

• In den meisten Fällen wird der Profi keinen fixen Kilowattwert angeben, sondern den Besitzern etwas Spielraum geben; beispielsweise 5 bis 7 kW. Dazu wird er auch die Leistungsfähigkeit des bestehenden Schornsteins mit einbeziehen.

• Der Schornsteinfeger prüft zudem, ob die Versorgung mit Verbrennungsluft ausreicht. Hier muss ein Mindestwert von vier Kubikmetern Luft pro Stunde und Kilowatt Heizleistung vorhanden sein. Besonders bei modernen, das heißt, sehr dichten Gebäuden, kann es deshalb nötig sein, eine zusätzliche Außenluftversorgung zu installieren; bei (nicht nach modernen Standards gedämmten) Bestands- und Altbauten ist das seltener der Fall, da sie luftdurchlässiger sind. Gibt es im Haus eine nach draußen führende Dunstabzugshaube, kann der Kaminkehrer zudem auch verlangen, dass sie mit einem Wärmeschalter am Ofen kombiniert wird. Brennt er, kann die Dunstabzugshaube nicht genutzt werden; sie würde sonst womöglich die Frischluftzufuhr unter den vorgeschriebenen Wert bringen.

Der Hausbesitzer bekommt in der Folge dieser Besichtigung also nicht nur einen Leistungsrahmen für den Ofenkauf, sondern auch eine Aufgabenliste, die er mithilfe eines Kaminbauunternehmens abarbeiten sollte.

Ein Lagerort für den Brennstoff

Brennholz sollte grundsätzlich so gelagert werden, dass ringsum Luft zirkulieren kann
Brennholz sollte grundsätzlich so gelagert werden, dass ringsum Luft zirkulieren kann © Stock.adobe.com © Marco2811

Spätestens jetzt sollten sich Hausbesitzer auch Gedanken darüber machen, wo das nötige Brennmaterial gelagert werden soll. Hier kommt es darauf an, worin die vornehmliche Brennstoffversorgung bestehen soll:

• Holz- und Braunkohlebriketts müssen bloß trocken gelagert werden. Dazu können Garagen ebenso dienen wie Gartenhäuser oder auch Keller und Dachböden. Vor allem Holzbriketts sollten so wenig Kontakt mit Außenluftfeuchtigkeit wie möglich haben; rein überdachte, aber ansonsten offene Orte (beispielsweise Terrassen) sind deshalb untauglich. Briketts sind allerdings in beiden Varianten deutlich teurer als Brennholzscheite; die vornehmliche Versorgung sollte sich deshalb nicht nur am Platz, sondern auch den (lokal teils stark variierenden) Brennholzpreisen orientieren.

• Scheitbrennholz hingegen sollte im Außenbereich gelagert werden, wo ein beständiger Luftzug garantiert ist. Wichtig ist vor allem Schutz gegen Niederschlag. Nach den Seiten sollte der Lagerort so luftig wie möglich sein. Für optimale Verbrennung und Abgasverhalten darf der Restfeuchtegehalt des Holzes nicht mehr als 20 Prozent betragen. Ein Feuchtemessgerät hilft dabei die Holzbestände regelmäßig zu überprüfen.

Für letzteres genügt es, im Außenbereich einen passenden Lagerplatz zu errichten – ein ausreichend großes, überdachtes Brennholzregal. Da Holzscheite entweder pro Raum- oder Schüttraummeter verkauft werden, sollte mindestens Platz für einen Schüttraummeter vorhanden sein.

2. Die praktischen Arbeiten

Kauf von Ofen und Zubehör

Grundsätzlich darf dann die Installation losgehen. Es ist für das nachfolgende Prozedere am sinnvollsten, wenn alles bereits zuhause vorhanden ist. Auf den Hausbesitzer kommen also die folgenden Ausgaben zu:

• Der Ofen muss in der richtigen Leistungsklasse und mit Hinblick auf die mögliche Brennluftzufuhr erworben werden. Ferner sollte auch die Bauweise hinsichtlich der geplanten Nutzung Beachtung finden: Reine Metallöfen geben zwar rasch Wärme ab, erkalten aber auch schnell ohne Brennstoffzufuhr. Bei steinummantelten Kaminöfen hingegen dauert es länger, bis die Umgebung erwärmt wird, dafür strahlen sie aber bei ausgebranntem Feuer länger ab. Sie sind deshalb besser für kontinuierlichen Betrieb geeignet, wo nicht ummantelte Kaminöfen eine spontanere Nutzung erlauben.

• Die in Durchmesser und Länge zum Ofen passenden Rohr- und Rohrbogenstücke werden benötigt. Hier sollten angehende Besitzer nicht zu sparsam sein. Je dickwandiger das Material, desto teurer ist es zwar, aber auch desto langlebiger. Ein Millimeter sollte das Mindestmaß sein.

• Für die Wand sollte eine zum Rohrdurchmesser passende Anschlussmanschette gekauft werden. Sie bildet einen optisch gelungenen Abschluss und schützt das umgebende Material (beispielsweise Tapete) vor Wärmestrahlung.

• Zumindest für unter den Ofen hat der Schornsteinfeger mitunter eine feuerfeste Platte vorgegeben. Sie kann aus Glas, Stein oder auch Metall bestehen. Wichtig ist vor allem, dass ihre Abmessungen den in der Beschreibung des Kaminofens zu findenden Freizonen vor der Tür sowie nach den Seiten entsprechen.

Ferner empfiehlt es sich, gleich auch das nötige Ofenzubehör zu kaufen: Kaminbesteck, Ofenbürste, ein Transportkorb für das Brennholz, Ascheeimer sowie wahlweise Handfeger und Kehrblech oder ein spezieller Aschesauger. Ofenzündhölzer beziehungsweise feuerzeuge können ebenfalls erworben werden. Anzünder lassen sich dagegen auch selbst anfertigen, hier sind nicht zwingend vorfabrizierte Stücke nötig.

Schornstein und Frischluftzuleitung

Ist der vorhandene Schornstein keine Option, können fassadenmontierte Stahlrohrkonstruktionen eine Alternative sein.
Ist der vorhandene Schornstein keine Option, können fassadenmontierte Stahlrohrkonstruktionen eine Alternative sein. © Stock.adobe.com © Mickis Fotowelt

Sofern es am Aufstellungsort nicht bereits eine passende Anschlussöffnung am Schornstein gibt, wird immer ein Kaminbaubetrieb notwendig sein. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und dem, was der Schornsteinfeger vorgeschrieben hat, bieten sich hier mehrere Optionen, die Abgase nach außen zu transportieren:

• Sofern der Schornstein technisch geeignet ist, muss in entsprechender Höhe per Kernbohrer ein passendes Loch niedergebracht werden. Daran befestigen die Kaminbauer die Anschlussmanschette und der Kaminofen kann mit den Rohren zusammengesteckt und angeschlossen werden.

• Ist ein Schornstein vorhanden, aber technisch nicht geeignet, wird ein Innenrohr eingeschoben – eine stählerne Auskleidung des gemauerten Schornsteins, die dann ebenfalls per Bohrung zugänglich gemacht wird. Eine vor allem bei Bestands- und Altbauten übliche Vorgehensweise.

• Ist im Haus oder in der Nähe des Aufstellungsbereichs kein Schornstein vorhanden, ist eine Alternative erforderlich. Heute üblich ist eine stählerne Rohrkonstruktion, die an der Außenfassade hochführt. Wem diese Optik nicht zusagt, kann alternativ einen neuen Schornstein an der Fassade hochmauern lassen – zwar eine elegante, aber auch kostenintensivere Lösung.

Je nachdem, was der Schornsteinfeger für die Frischluftzufuhr vorgeschrieben hat, wird diese dann entweder über den (dann doppelwandigen) Schornstein sichergestellt oder durch eine weitere Kernbohrung, die jedoch durch die Außenfassade führt und den Ofen direkt mit der Frischluft verbindet.

Abnahme durch den Schornsteinfeger

Nachdem diese Arbeiten erledigt wurden, steht der Kaminofen höchstwahrscheinlich voll betriebsfähig an seinem Platz – die meisten Kaminbaubetriebe werden diesen Anschlussservice anbieten. Er sollte auch genutzt werden. Nicht nur, weil das ganze System korrekt zusammengesteckt werden muss, sondern auch weil Kaminöfen sehr schwer sind.

Doch selbst, wenn nun theoretisch bereits ein Feuer entfacht werden könnte, wäre dies praktisch ein Gesetzesverstoß. Die bayerische Bauordnung ist hierzu sehr eindeutig:
„(3) Feuerstätten dürfen erst in Betrieb genommen werden, wenn der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger die Tauglichkeit und die sichere Benutzbarkeit der Abgasanlagen bescheinigt hat (...)"

Bei Zuwiderhandlung können Geldbußen bis zu 5.000 Euro verhängt werden. Im Klartext: Ein weiterer Termin mit dem Schornsteinfeger ist nötig. Am besten bereits anberaumt, wenn der Kaminbauer einen Fertigstellungstermin angegeben hat, damit eine zeitnahe Abnahme erfolgen kann.

Sofern Profis die vorherigen Arbeiten erledigt haben, wird diese Überprüfung kaum mehr als eine viertel- bis halbstündige Pflichtübung darstellen: Der Schornsteinfeger schaut sich das gesamte System von innen und außen an. Dann füllt er das wichtigste Dokument aus, den Feuerstättenbescheid. Darin hält er fest, dass die Anlage gemäß den gültigen Gesetzen betriebssicher ist und die Abgasvorschriften einhält – die übrigens wegen der Feinstaubbelastung durch Kaminöfen verschärft werden könnten.

Ferner geht aus dem Feuerstättenbescheid auch hervor, wie oft der Schornsteinfeger künftig zur Reinigung vorbeischaut. Das muss dann aber nicht mehr zwingend der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger sein, dazu dürfen Kaminofenbesitzer jeden amtlich zugelassenen Schornsteinfeger beauftragen; das kann mitunter günstiger sein.

3. Kaminöfen in der Praxis

Rund ums Brennholz

Holzscheite stellen nicht nur die günstigste Brennholzversorgung dar, sondern haben im Vergleich zu Briketts auch das attraktivere Flammenspiel. Aber welches Holz ist überhaupt geeignet? Hier unterscheidet der Fachmann primär zwischen Hart- und Weichhölzern, ungeachtet der jeweiligen Baumart.

Weichhölzer sind im Brennholzbereich meistens Nadelhölzer. Sie wachsen vergleichsweise schnell und sind deshalb günstiger als Harthölzer. Außerdem trocknen sie nach dem Einschlag schneller. Jedoch verbrennen sie entsprechend rascher. Durch den teils hohen Harzanteil entwickeln sie beim Verbrennen einen angenehmen Duft, der zumindest beim Nachlegen in den Raum entströmen kann. Zudem sind hier Knistern und Funkenspiel ausgeprägter.

Harthölzer sind schwerer und dichter. Sie sind schwieriger zu entfachen, dafür brennen sie aber länger als Weichhölzer. Ihr Heizwert ist deshalb meist höher angesiedelt. Sie knistern nur wenig und erzeugen nur wenige Funken. Dafür haben sie aber meist ein optisch attraktiveres „Flammenspiel“.

Die meisten Brennholzhändler verkaufen sowohl Weich- wie Harthölzer. Die praktischste Option ist dabei ein Mischbetrieb: Weichhölzer für die erste Phase nach dem Anfachen, Harthölzer für den dauerhaften Betrieb.

Abmessungen und Spaltarbeiten

Unbearbeitete Meterstücke zählen ebenfalls als Basis-Verkaufseinheit. Sie sind günstig ehältlich, aber auch mit der meisten Arbeit verbunden.
Unbearbeitete Meterstücke zählen ebenfalls als Basis-Verkaufseinheit. Sie sind günstig ehältlich, aber auch mit der meisten Arbeit verbunden. © Stock.adobe.com © focus finder

Wie wird Brennholz verkauft? Hier gibt es fünf typische Varianten:
• Meterstücke: Einen Meter lange Stamm- und Astabschnitte am Stück.
• Gespaltene Meterstücke: Ebenfalls einen Meter lang, aber bereits fertig gespalten.
• Abgelängte Stücke: Sind entweder auf 25 oder 33 Zentimeter eingekürzt („abgelängt“), müssen aber noch mit Axt und Beil gespalten werden.
• Ofenfertige Stücke: Sind fertig eingekürzt und gespalten, können direkt verwendet werden.
• Anzündholz: Benutzungsbereite, dünne Scheite beziehungsweise dicke Späne, die zum Anfeuern der Scheite benötigt werden.

In aller Regel werden alle Varianten bereits ofenfertig getrocknet angeliefert. Das bleiben sie auch, sofern sie korrekt gelagert werden.

Doch welche Variante empfiehlt sich? Es kommt vor allem auf Ausstattung, Platz und Fähigkeiten des Kaminofenbesitzers an. Wer über Motorsäge und Axt verfügt, kann auf (gespaltene) Meterstücke setzen und alles selbst erledigen – die günstigste Möglichkeit. Wichtig: Die Länge der Holzscheite (25 oder 33 cm) wird vom Ofen bestimmt. Die Angaben finden sich immer in der Betriebsanleitung. Zu langes Holz, das nicht liegt, sondern steht, brennt nicht gut ab.

Anzeige für den Anbieter YouTube über den Consent-Anbieter verweigert

Wer mindestens den Raum für einen Hauklotz (diesen liefert ebenfalls der Brennholzhändler) besitzt, kann auf abgelängte Stücke vertrauen. Sie sind wegen der zusätzlichen Arbeitsschritte etwas teurer, dafür ist Holzhacken jedoch ein gutes Fitnessprogramm.
Wichtig: Einzelne Scheite sollten einen Durchmesser von neun bis zwölf Zentimetern haben. Sind sie größer, werden sie mitunter zu schwer. Sind sie zu klein, verbrennen sie zu schnell. Nicht gespaltene Stücke sollten nicht verfeuert werden. Sie brennen nur sehr schlecht an, können ein Feuer sogar erlöschen lassen.

Ofenfertiges Material hingegen ruft wegen der vielen Arbeitsschritte, die der Brennholzhändler durchführen musste, die mit Abstand höchsten Kosten auf. Dafür aber muss es nur noch aufgeschichtet werden – die Option für alle, deren Fitness und/oder Platz zuhause nicht für mehr genügt.
Wichtig: Es muss nicht zwingend naturgewachsenes Holz sein. Auch technische Hölzer (etwa Balkenstücke) können verfeuert werden. Allerdings ausschließlich und nur dann, wenn sie vollkommen unbehandelt sind. Alle Verunreinigungen, auch die Nutzung von Presspanstücken und dergleichen, wird spätestens der Schornsteinfeger bei der nächsten Reinigung anhand des Rußbildes im Schornstein erkennen und anzeigen.

Anfeuern und Reinigung

Waagerecht hingelegt brennen Scheite am besten ab. Andere Positionen sind immer nachteilig.
Waagerecht hingelegt brennen Scheite am besten ab. Andere Positionen sind immer nachteilig. © Stock.adobe.com © PHOTOLIFESTYLE

Das Holz ist da, der Ofen ist angeschlossen und abgenommen – aber eiskalt. Das lässt sich nun schnell ändern. Die heute übliche Methode ist das Anzünden von oben. Das ist sauberer und nicht weniger schnell als das früher übliche Anzünden von unten mit den dicken Holzscheiten zuoberst. So geht es:

1. Einen oder zwei Holzscheite (parallel) mit der gespaltenen Seite nach oben auf den Brennraumrost legen;
2. Darauf rautenförmig einige Anzündhölzer stapeln;
3. Zuoberst einen oder zwei Anzünder legen;
4. Die Zuluftklappe(n) voll öffnen.
5. Anzünder mit Ofenzündholz oder -feuerzeug entfachen und Brennraumtüren schließen.
6. Holz beobachten. Sobald nach einigen Minuten die Scheite Feuer gefangen haben, wird die untere Primärluftklappe verschlossen, es bleibt nur die obere Sekundärluftklappe* geöffnet – werden Briketts statt Scheite genutzt, bitte umgekehrt verfahren, sie benötigen Frischluft von unten.

*Manche Kaminöfen haben nur eine untere Primärluftklappe; die Sekundärluft gelangt dann durch vorgesehene Spalten (etwa im Brennraumfenster) hinein. In diesem Fall bleibt die Primärluftklappe immer offen. Generell empfiehlt es sich dringend, immer die jeweilige Klappe voll geöffnet zu lassen und die Wärmeregulierung nur durch Brennstoffzufuhr zu steuern. Luftmangel durch halbgeschlossene Klappen führt zu unnötigem Verrußen.

Ist der Ofen vollständig ausgekühlt, kann er gereinigt werden. Dazu wird einfach nur die Asche vom Brennraumrost entfernt und der Aschebehälter entleert. Das kann sowohl per Handfeger oder Aschesauger geschehen.

Ofenscheiben können ebenfalls meist schon durch Abkehren gereinigt werden. Bleiben Rückstände, hilft Einfeuchten mit nassem Papier und anschließendes Abreiben. Sollte auch das nicht gänzlich fruchten, eignet sich die Holzasche in Verbindung mit einem nassen Lappen hervorragend als umweltfreundliches und die Glasscheibe nicht beschädigendes Schleifmittel.


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