VW will mit neuer Software-Sparte Tesla und Google angreifen

VW fokussiert mit dem eigenen Betriebssystem Cariad auch den Wettbewerb mit US-Tech-Größen. Der Umbruch hin zu datengetriebenen Geschäftsmodellen sei entscheidend, sagt Diess.
| dpa
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Bei der Online-Hauptversammlung könnte es Gegenwind für die VW-Konzernspitze geben.
Bei der Online-Hauptversammlung könnte es Gegenwind für die VW-Konzernspitze geben. © Ole Spata/dpa
Berlin/Wolfsburg

Die eigene Software-Sparte Cariad soll mithilfe einer immer stärkeren Durchdringung der VW-Konzernmodelle auch die dominanten US-Tech-Größen Tesla und Google angreifen.

Das könne einer der Effekte des angestrebten Ziels sein, innerhalb des laufenden Jahrzehnts ein eigenes Volkswagen-Betriebssystem in etwa 40 Millionen Fahrzeugen der größten europäischen Autogruppe zu nutzen, sagte Vorstandschef Herbert Diess bei der Online-Hauptversammlung heute. "Mit der Cariad wollen wir bis 2030 die führende Software-Alternative zu Tesla und Google entwickeln."

Diess: Autonomes Fahren erhöht Verkehrssicherheit

Zunehmende Vernetzung, digitale Dienstleistungen und der Ausbau selbst programmierter Systeme sind neben der Elektromobilität Schwerpunkte in der neuen Strategie der Wolfsburger. Diess geht davon aus, dass auch das autonome Fahren eine wichtige Säule wird. Dessen Anwendung in der Breite werde zudem die Verkehrssicherheit erhöhen: "Heute passieren die meisten Unfälle, weil Fahrerinnen oder Fahrer einen Fehler machen, abgelenkt oder übermüdet sind. Der virtuelle Fahrer wird sehr viel sicherer fahren als jeder Mensch." Ethische Themen bei der automatisierten Reaktion auf Unfallsituationen sowie die Entwicklung gesetzlicher Standards werfen aber noch Fragen auf.

Den Umbruch hin zu datengetriebenen Geschäftsmodellen sieht Diess als entscheidend an, damit klassische Autohersteller im Wettbewerb mit Tech-Konzernen insbesondere aus den USA und Asien künftig mithalten können. "Vor uns steht die größte Transformation seit der Umstellung von Pferdekutschen auf Automobile Anfang des 20. Jahrhunderts", sagte er. "Es ist an der Zeit, dass wir uns neu erfinden."

© dpa-infocom, dpa:210722-99-471745/7

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