Unternehmensgründung in Bayern – Infos und Erfolgsgeheimnisse

Wer sich mit einem eigenen Unternehmen in Bayern selbstständig machen möchte, gründet auf fruchtbarem Boden. Es gibt diverse attraktive Förderungen und einige der größeren Städte sind wahre Gründerzentren. Aus irgendeinem Grund hält die Gründungsflaute in Bayern dennoch nach wie vor an.
von  Nadine Inselmann
München – Landeshauptstadt und Gründerstadt? Nicht wirklich, denn nach wie vor hält die Gründerflaute in ganz Bayern an. Doch eigentlich ist eine Menge Potenzial gegeben.
München – Landeshauptstadt und Gründerstadt? Nicht wirklich, denn nach wie vor hält die Gründerflaute in ganz Bayern an. Doch eigentlich ist eine Menge Potenzial gegeben. © stock.adobe.com pwmotion 182448719)

Es scheint, als wäre es höchste Zeit, genau hiergegen vorzugehen und wieder aktiver und häufiger Neugründungen zu wagen, um bestenfalls erfolgreiche und innovative Unternehmen in Bayern aufzubauen.

Gründungen in Bayern: Der aktuelle Stand

Vorgehen gegen die Flaute

Eigentlich ist Bayern ein optimales Bundesland zum Gründen: Das Lohnniveau ist, im deutschlandweiten Vergleich, mit am höchsten und auch die Einstiegsgehälter stimmen. Außerdem finden sich in ganz Bayern viele technologische Zentren und exzellent funktionierende Städte. Doch was die Gründungen neuer Unternehmen betrifft, kann nur von einer Flaute gesprochen werden.

Grundsätzlich ist der Start-up-Boom in ganz Deutschland vorerst gestoppt. Die Zahl an neuen und jungen Unternehmen stagniert. Die AZ berichtete bereits, dass der Aufschwung in der Gründerszene Deutschlands, der gerade 2016 und 2017 zu beobachten war, im vergangenen Jahr zum Erliegen gekommen ist. Rund 70.000 gibt es schätzungsweise derzeit in Deutschland und genauso viele gab es eben auch schon im Jahr 2018.

Doch in Bayern geht es im Start-up-Bereich schon länger eher bergab. So berichtete die Industrie- und Handelskammer Bayern im Jahr 2019, dass die Zahl der Gewerbeanmeldungen im Freistaat „2018 nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik das neunte Mal in Folge gesunken“ sei. 2018 gab es 89.606 Neugründungen, was ein Minus von 0,4 Prozent gegenüber 2017 bedeutete. Betriebsübergaben an einen Nachfolger wurden außerdem lediglich 8.176 Mal verzeichnet – ein Rückgang um ganze 9,3 Prozent.

Mehr neue Start-ups braucht Bayern. Das steht fest. Denn die Gründungszahlen gehen seit Jahren zurück.
Mehr neue Start-ups braucht Bayern. Das steht fest. Denn die Gründungszahlen gehen seit Jahren zurück. © stock.adobe.com s4svisuals 123643412

Vielleicht ist es die Angst, als Existenzgründer in einem wirtschaftlich eigentlich recht starken Bundesland wie Bayern, plötzlich bei Null anzufangen und alleine dazustehen. Sich auf einem Markt behaupten zu müssen, der in viele Fällen vielleicht schon gesättigt scheint. Vielleicht ist es auch nur eine vorübergehende Flaute, die unterschiedliche, kaum zu durchdringende Gründe hat. Fest steht, dass gegen die Flaute vorgegangen werden muss. Passende Städte mit gutem Gründungsklima sind für junge Unternehmer ja eigentlich vorhanden.

Bayerische Städte mit gutem Gründungsklima

München

München ist als größte und eine der reichsten Städte Bayerns natürlich zuallererst zu nennen. München hat im Vergleich mit den fünfzig größten Städten Bayerns die größte Wirtschaftskraft und liegt in diversen Wirtschaftsranking bundesweit ebenfalls meist weit vorne. In München sind außerdem zwei hervorragende Hochschulen angesiedelt, denen ein großes Innovationspotenzial nicht abzusprechen ist. Beide haben sich auch 2019 wieder als Exzellenz-Universitäten behaupten können:

Einerseits die TU, die Technische Universität, mit 172 Studiengängen und mehr als 42.000 Studierenden. Die TU ist in das Elitenetzwerk Bayern eingebunden und genießt eine hohe akademische Reputation.

Andererseits die LMU, die Ludwig-Maximilians-Universität:  sie hat 150 Studiengänge zu bieten und beherbergte im Wintersemester 2018/19 bzw. Studienjahr 2018 mehr als 51.000 Studierende. Damit ist sie zahlenmäßig die zweitgrößte Universität und die größte Präsenzuniversität Deutschlands. An der LMU lassen sich auch einige sonst im deutschsprachigen Raum nicht angebotene Fächer studieren. Die Universität ist insgesamt mit 13 Nobelpreisträgern assoziiert.

Wer nach seinem Abschluss in München Gründer*in werden möchte, kann sich beispielsweise an das MEB, das Münchener Existenzgründungsbüro, wenden. Doch auch die Hohschulen fördern Gründer*innen. So hat die TU beispielsweise ein Zentrum für Innovation und Gründung namens Unternehmer-TUM eingerichtet.

Nürnberg

2016 konnte sich Nürnberg als eine der zehn wirtschaftlichsten Städte Deutschlands hervortun. Für Existenzgründer*innen sind in Nürnberg aus verschiedenen Gründen sehr gute Zukunftsaussichten gegeben. So hat die Stadt beispielsweise gemeinsam mit der bayrischen Staatsregierung die digitale Gründungsinitiative Startup.Digital.Nürnberg eingerichtet. Die Initiative stellt Gründer*innen unter anderem Büroräume zur Verfügung, die mit einer tollen Infrastrultur ausgestattet sind und in denen sich mit anderen Gründer*innen vernetzt werden kann.

Auch Nürnberg bietet Gründer*innen beste Voraussetzungen.
Auch Nürnberg bietet Gründer*innen beste Voraussetzungen. © stock.adobe.com Wolfgang Cibura 67238372

Unabhängig davon gibt es die Gründungsberatung im Wirtschaftsrathaus, wo Gründer*innen sich beraten lassen und Informationen über Fördermöglichkeiten einholen können. Das Fab Lab Region Nürnberg ist außerdem für Startups, die etwas produzieren wollen, eine tolle Adresse. Hier werden Lasercutter oder 3D-Drucker zur Verfügung gestellt, mit denen Prototypen innovativer Produkte hergestellt werden können.

Augsburg

Der Landeshauptstadt München bescheinigte der jährlich erscheinende Zukunftsatlas von PROGNOS die besten Zukunftschancen. Doch auch Augsburg, der Stadt auf Platz 49, werden hohe Zukunftschancen zugesprochen.

Gründer*innen finden bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg Ansprechpartner für ihre Vorhaben und können sich dort von Berater*innen mit Erfahrung umfassende Informationen einholen. Außerdem organsieren diese auch Netzwerktreffen und Businesswettbewerbe.

In Augsburg gibt es etliche Veranstaltungen für Gründer*innen, wie etwa das GründerPicnic oder die Veranstaltung Augsburg gründet. Jährlich findet außerdem das Rocketeer-Festival statt, dass sich explizit an Gründer*innen und Unternehmer*innen richtet. Seit Ende der 90er-Jahre existiert darüber hinaus das Umwelttechnologische Gründerzentrum (UTG) und das Digitale Gründerzentrum Schwaben (DZ.S), das 2017 gegründet wurde.

Auch Ingolstadt, Erlangen, Fürth, Würzburg, Passau und Coburg sind als Gründerstädte zu bezeichnen. Außerdem gibt es einige Landkreise, in denen ebenfalls kleine Gründerzentren entstanden sind und die eine gute Basis bilden, um die bayrische Gründerflaute zu beenden.

Ein Bundesland mit riesigem Grundüngspotenzial

Wer noch nicht überzeugt davon ist, dass Bayern riesiges Gründungspotenzial hat, lässt sich vielleicht anhand eines Beispiels für erfolgreiche Start-ups aus dem Freistaat überzeugen.

Wer an große Start-ups aus München denkt, dem kommen vielleicht zunächst Flixbus, das 2012 gegründete Verkehrsunternehmen, das in kürzester Zeit zu einem Giganten gewachsen ist und Celonis, das Softwareunternehmen, das Software herstellt, die es ermöglicht, sogenanntes Process Mining zu betreiben. Beide Start-ups gehören zu den wenigen Einhörnern in Deutschland, Start-ups also mit einer Marktbewertung, vor einem Börsengang oder einem Exit, von über einer Milliarde US-Dollar.

Flixbus ist eines der größten, aber bei Weitem nicht das einzige erfolgreiche Jungunternehmen aus München.
Flixbus ist eines der größten, aber bei Weitem nicht das einzige erfolgreiche Jungunternehmen aus München. © stock.adobe.com S. Engels 118485742

Doch neben diesen beiden Einhörnern gibt es da etwa auch noch ProGlove. Das Unternehmen aus München hatte die Idee, Handschuhe, wie man sie in Industriebetrieben häufig verwendet mit Scannertechnologie zu kombinieren. Herausgekommen ist ein Produkt, das auf so große Nachfrage stieß, dass das Unternehmen alleine etwa Ende 2019 ein rund 40 Millionen US-Dollar schweres Investment von Summit Partners erhielt.

Auch Intel Capital, Getty Lab, Bayern Kapital und die Deutsche Invest Capital Partners (DIVC) zählen zu den Investoren und Unterstützern von ProGlove. Das liegt nicht etwa daran, dass das Unternehmen inzwischen sogar dabei helfen könnte, die weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Vielmehr konnte das Start-up inzwischen sogar schon etliche Traditionsunternehmen, wie Bosch, Volkswagen, DHL und Lufthansa Technik überzeugen – und überzeugt damit dann eben auch wieder Investoren. Und letztlich ist München als Standort für ein Unternehmen iwe ProGlove eben einfach auch exzellent – gerade, wenn man im B2B-Geschäft mitmischen möchte.

Erfolgreich gründen – Die fünf wichtigsten Bausteine

1. Die Geschäftsidee

Wer erfolgreich gründen möchte – egal ob in München, Augsburg oder sonstwo in Bayern – braucht zuallererst einmal eine gute Geschäftsidee. Mit ihr steht und fällt das Start-up. Eine solche Geschäftsidee kommt zwar in einigen Fällen durch Zufall und wie ein Geistesblitz, oft sind aber auch systematische Suchen notwendig, um Nischen und Lücken zu finden, die besetzt werden wollen.

Da schon etliche Dinge zu Geschäftsideen, Businessplänen und zur Gründung im Allgemeinen gesagt wurde, wollen wir einige Punkte ansprechen, die vielleicht nicht immer zur Sprache kommen. In Bezug auf die Geschäftsidee ist das vor allem der Aspekt der Einzigartigkeit. Denn hier kursiert noch immer ein großer Fehlglaube. Der Glaube nämlich, ein Start-up müsse das Rad neu erfinden, um erfolgreich zu sein.

Zur Bestärkung dieser Theorie werden dann gerne große Techkonzerne, wie Facebook oder auch Apple und Google genannt, die Innovationen auf den Markt gebracht haben, die es in genau dieser Form vorher nicht gab. Das mag stimmen, etliche andere Start-ups allerdings haben bereits bestehende Ideen weiterentwickelt, modernisiert, optimiert oder verfeinert, um daraus Geschäftsmodelle zu entwickeln. Genau dieser Punkt ist ganz wichtig. Es muss nicht immer eine revolutionäre Erfindung sein. Die unternehmerische Herausforderung besteht viel eher darin, vorhandenes Potenzial zu sehen und ihm einen eigenen, cleveren und innovativen Twist zu verpassen.

2. Der Businessplan

Eine gute Idee verleitet Gründer*innen oftmals dazu, sich vorschnell in die ersten unternehmerischen Tätigkeiten zu stürzen und dabei eben aus dem Bauch heraus Entscheidungen zu treffen. Das kann klappen, sinnvoll ist es aber nicht. Die Angst nämlich, mit einer guten Idee eventuell zu spät zu sein und durch die Konkurrenz ausgestochen zu werden, ist meist unbegründet.

Zum einen hat die Geschichte der Innovationen und Unternehmensgründungen längst gezeigt, dass bahnbrechende Erfindungen und Ideen häufig mehr oder weniger gleichzeitig an verschiedenen Orten entstehen. Man kann also auch Erfolg mit etwas haben, mit dem andere vielleicht bereits vor einigen Wochen oder Monaten durchgestartet sind.

Zum anderen ist es meist sogar noch förderlich für die eigene Idee, wenn Austausch mit möglichst vielen Personen aus der Branche sowie von außerhalb erfolgt. Mehr Input bedeutet mehr Informationen dazu, wie sich die Idee weiter optimieren lässt.

Bevor also von jetzt auf gleich angefangen wird zu handeln, ist ein Businessplan gefragt. Er ist für jedes Start-up elementar und dient dazu, die Idee auszuformulieren und vor allem hinsichtlich der Neuerungen, die dadurch zu erwarten sind, zu Papier zu bringen. Auf dem Businessplan wird außerdem festgehalten, was der Nutzen des Produktes oder der Dienstleistung für die Kund*innen ist und zu welchem Preis die Angebote erfolgen werden. Wodurch grenzt man sich dadurch von der Konkurrenz ab? Welche Marketingmaßnahmen sollen erfolgen? Auch diese Aspekte gehören auf den Businessplan. Nur ein umfassender Businessplan, der all diese Aspekte berücksichtigt, hilft dabei, potenzielle Geldgeber zu überzeugen und für sich zu gewinnen.

Ein gründlich ausgearbeiteter Businessplan ist für die Gründung unerlässlich.
Ein gründlich ausgearbeiteter Businessplan ist für die Gründung unerlässlich. © stock.adobe.com ijeab 114356861

3. Die Finanzierung

Gerade in den ersten Wochen, Monaten oder vielleicht sogar Jahren einer Gründung benötigen Start-ups viel Kapital. Nicht selten finden sich bei soliden Geschäftsideen Investoren, die einen unterstützen. Allerdings wollen diese meist zunächst von schwarzen Zahlen und einem schnell wachsenden Unternehmen überzeugt werden. Am Anfang stehen Gründer*innen also oft alleine dar.

Das Wichtigste ist wohl, dass vor dem eigentlichen Start mit dem Unternehmen ein genauer Finanzplan aufgestellt wird, der alle Kostenpunkte beinhaltet und genau auflistet. Vom Lohn der Mitarbeiter, über Kosten für die Büroeinrichtung bis hin zu Versicherungskosten ist an wirklich alles zu denken.

Anschließend wird geschaut: Woher kann das Kapital kommen? In den meisten Fällen stehen einem am Anfang einige tausend Euro Eigenkapital zur Verfügung. Das reicht aber in der Regel nicht aus. Die finanzielle Lücke kann mit einem Gründerkredit oder einer Förderung geschlossen werden. Details zu beiden Möglichkeiten werden im letzten Teil des Beitrags noch genauer behandelt.

4. Ständige Optimierung

Ebenfalls ist gerade in der Gründungsphase eines Unternehmens enorme Flexibilität gefragt. Als junge*r Unternehmer*in muss man bereit sein, sich auf Veränderungen einzulassen und Anpassungen schnell und effektiv umzusetzen. Sture und starre Vorstellungen sind fehl am Platz. Es gibt immer irgendwelche Ideen, Prozesse und Herangehensweisen zu optimieren und auf aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen anzupassen.

Oftmals ergeben sich während der Gründung oder nach dem ersten Kundenfeedback Dinge und Möglichkeiten, die grundlegende Änderungen etwa der Geschäftsidee an sich erfordern. Schließlich geht es darum, die Idee nicht nur in die Praxis umzusetzen, sondern dies auch mit möglichst hohen Erfolgschancen zu tun.

Geschäftsprozesse und Ideen in jungen Unternehmen müssen ständig optimiert und neu überdacht werden. Dabei ist das gesamte Team gefragt.
Geschäftsprozesse und Ideen in jungen Unternehmen müssen ständig optimiert und neu überdacht werden. Dabei ist das gesamte Team gefragt. © stock.adobe.com luckybusiness 327200505

Wie groß die Rolle der Kunden dabei ist, wird häufig unterschätzt. Dabei sind die Kunden letztlich, wovon man als Start-up lebt. Deshalb ist die penible und professionelle Pflege der Kundenbeziehungen gerade in den Startschuhen eines Star-ups unglaublich wichtig. Um das Start-up konsequent an die Kunden und deren Bedürfnisse ausrichten zu können, ist es empfehlenswert, eine genaue Strategie für das Customer Relationship Management (CRM) zu erarbeiten. Bei CRM denken die meisten zunächst an Software, allerdings umfasst der Begriff noch so viel mehr. Nur wenn sich damit beschäftigt wird, lässt sich garantieren, dass die Bedürfnisse der Kunden früh erkannt werden und dass Maßnahmen ergriffen werden, die für eine nachhaltige Kundenbindung sorgen.

5. Mentale Stärke

Die Motivation ein Unternehmen zu gründen sollte nie sein, dass man schnell reichen werden möchte. Sicher – wenn die Idee stimmt und man die Sache diszipliniert angeht und wenn das Glück ein bisschen mitspielt, lässt sich mit einem Start-up auch schon innerhalb weniger Jahre sehr viel Geld verdienen. Allerdings ist in aller Regel ein langer Atem notwendig. Das bedeutet auch, dass viele Gründer*innen anfangs mit einigen Hürden, Schwierigkeiten, Problemen oder gar immensen Rückschlägen zu kämpfen haben.

Von diesen Rückschlägen allerdings sollte sich nicht die Überzeugung nehmen lassen, weiter an der Idee zu feilen und das Unternehmen doch noch auf die richtige Spur zu bringen. Erfolg und ein guter und weit verbreiteter Ruf stellen sich nun einmal nicht über Nacht ein. Jede*r muss sich auf dem Markt beweisen und sich mit dem eigenen Produkt oder der Dienstleistung überzeugen und sich von der Konkurrenz abheben. Bis es richtig ins Rollen kommt, können Jahre ins Land ziehen.

Genauso wichtig ist aber natürlich auch die Fähigkeit, abschätzen zu können, ob man sich vielleicht verkalkuliert oder verrannt hat und zu sagen: Das war es. Mit dieser Idee kommen wir nicht weiter. Viele Gründer*innen haben diverse Versuche gestartet, Unternehmen aufzubauen. Einige davon scheitern vielleicht und müssen scheitern, damit auf dem Wissen, was genau schiefgelaufen ist, schließlich ein neues, erfolgreiches Start-up aufgebaut werden kann.

Förderung für Gründer*innen in Bayern

Gründerkredite

In Bayern gibt es Gründerkredite, die jeder kennen sollte, der vorhat, ein Start-up zu gründen. Denn ohne sie wird es oft schwer gerade in der Gründungsphase die Kosten zu stemmen. Anlaufstelle ist dabei die LfA Förderbank Bayern. Sie hilft Existengründer*innen in allen Bereichen. Vor allem in den Branchen Handwerk, Handel, Dienstleistung, Hotel und Gaststätten oder freien Berufe unterstützt sie tatkräftig. Der Förderantrag läuft dabei in der Regel über die Hausbank.

• Darlehen
Das Darlehen stellt den Startkredit dar. Er kann sowohl bei der Existenzgründung als auch bei einer Unternehmensübernahme beantragt werden. Er dient zur Finanzierung von Gründungsvorhaben mit einem Investitionsvolumen ab 10.000 Euro. Als Ergänzung oder Alternative zum Darlehen können Gründer den Universalkredit nutzen. Die Konditionen sind hier ein wenig anders.

• Risikoentlastung
Fehlen Gründer*innen für die Finanzierung die nötigen Sicherheiten, kann die Risikoentlastung die beste Wahl sein. Die LfA kann dann unter Umständen einspringen und Produkte zur Haftungsfreistellung oder Bürgschaften anbieten.

Die LfA bietet Gründer*innen unterschiedliche Kresitmöglichkeiten.
Die LfA bietet Gründer*innen unterschiedliche Kresitmöglichkeiten. © stock.adobe.com goodluz 181656101

• Beteiligungskapital
Für Gründer*innen in Bayern besteht auch die Möglichkeit, Gründungskapital über die BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft zu beziehen. Über eine Laufzeit von 10 Jahren können von ihr tilgungsfrei Beteiligungen von 20.000 bis 250.000 Euro gewährt werden. Die Zielgruppe sind hierbei auch explizit Existenzgründer*innen der gewerblichen Wirtschaft und junge Unternehmen.

Innovationsgutscheine

Auch sogenannte Innovationsgutscheine sind eine Möglichkeit, als Start-up in Bayern finanzielle Unterstützung zu bekommen. Diese Innovationsgutscheine werden vom Bayrischen Staatsministerium vergeben.

Der Innovationsgutschein Standard unterstützt dabei die Planung, Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte, Produktionsverfahren oder Dienstleistungen. Auch die wesentliche Verbesserung bestehender Produkte, Produktionsverfahren und Dienstleistungen im Bereich technischer oder technologischer Innovationen wird unterstützt. Die zuwendungsfähigen Kosten betragen mindestens 4.000 Euro und maximal 30.000 Euro.

Der Innovationsgutschein Spezial hingegen eröffnet die Möglichkeit, Projekte mit einem erhöhten Finanzbedarf durchzuführen, die eine hochspezialisierte Begleitung erfordern (etwa durch eine Hochschule oder vergleichbare außeruniversitäre Forschungseinrichtung). Die zuwendungsfähigen Kosten betragen hier mindestens 30.000 Euro und maximal 80.000 Euro.

Weitere spannende Förderprogramme

Einige weitere spannende Förderprogramme sollten Gründer*innen in Bayern kennen. Wir haben abschließend noch ein paar von ihnen zusammengetragen, bei denen es sich lohnen kann, sich im Einzelfall dazu etwas genauer zu informieren.

Start? Zuschuss! bietet Neugründungen im Bereich der Digitalisierung finanzielle Unterstützung.

BayStartUP bietet Coaching und Workshops an. Außerdem bietet die Einrichtung ein umfassendes Finanzierungsnetzwerk mit über 280 Business Angels und mehr als 100 institutionellen Investoren. Auch organisiert BayStartUP Businessplan-Wettbewerbe in Bayern, die gute Chancen auf Geldpreise und nicht nur den Siegern öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen.

• Mit der Validierungsförderung, dem Programm zur Förderung der Validierung von Forschungsergebnissen und Erfindungen sowie des leichteren Übergangs in eine Gründerexistenz (FLÜGGE) werden Forschungstätigkeiten an bayerischen Hochschulen und Universitäten unterstützt, die den leichteren Übergang in eine Gründerexistenz vorbereiten sollen.

BayTOU ist der Name einer Förderung im Rahmen des Bayerischen Programms zur Förderung technologieorientierter Unternehmensgründungen. Mit ihm verfolgt die Bayerische Staatsregierung das Ziel, Firmengründungen in zukunftsträchtigen Technologiebereichen anzuregen und neugegründete Firmen zu unterstützen.

• Die Initiative Gründer 50+ richtet sich an die Generation der über 50-jährigen Fachkräfte bei der Unternehmensgründung. Sie werden hier unterstützt und finden Ermutigung diesen Schritt in fortgeschrittenem Alter noch zu wagen.

• Die Bayern Kapital GmbH finanziert junge, innovative Technologieunternehmen in Bayern mit Beteiligungskapital (Venture Capital).

Gründer*innen in Bayern sollten sich zu diversen Förderprogrammen im Internet gründlich informieren.
Gründer*innen in Bayern sollten sich zu diversen Förderprogrammen im Internet gründlich informieren. © stock.adobe.com MIND AND I 278025538

Die Recherche und Erstellung des Textes wurden durch eine externe Redakteurin vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion.