Studie: Delle in der Baukonjunktur

Der Bau von Wohnungen und Büros legt nach Einschätzung von Marktbeobachtern nur noch leicht zu. Die hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre werden wohl noch nicht wieder erreicht.
| dpa
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Ein Gerüst ist auf einer Baustelle an einem Neubau von einem Mehrfamilienhaus installiert, über dem Gebäude ist ein Baukran zu sehen.
Ein Gerüst ist auf einer Baustelle an einem Neubau von einem Mehrfamilienhaus installiert, über dem Gebäude ist ein Baukran zu sehen. © Daniel Bockwoldt/dpa
Düsseldorf

Die deutsche Baubranche kann laut einer neuen Studie nach dem Ende der Corona-Krise nicht mit einem neuerlichen Boom rechnen.

Die Unternehmensberatung EY Parthenon prophezeite am Dienstag für den Hochbau Stagnation in diesem und eine Erholung im nächsten Jahr - aber insgesamt schwächeres Wachstum. Die Fachleute nannten mehrere Gründe: sinkende Mietrenditen, Kapazitätsengpässe in der Baubranche, knapper werdendes Bauland und damit einhergehend steigende Baukosten.

Für 2022 erwartet EY Parthenon, dass im Hochbau 253,2 Milliarden Euro ausgegeben werden, und zwar für Neubau und Renovierungen insgesamt. Das wären 1,4 Prozent mehr als in diesem Jahr, für 2023 erwarten die Unternehmensberater ein Plus von 1,5 Prozent.

Die hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre würden noch nicht wieder erreicht, heißt es in dem Papier. Vor allem im Einzelhandel, zum Teil aber auch in Hotellerie und Gaststätten erwarten die Berater schwächeres Wachstum. Die Prozentzahlen beziehen sich auf das gesamte Bauvolumen in Milliarden Euro, bereinigt um die Inflation.

Architekten und Planer unterscheiden zwischen Hoch- und Tiefbau: Zum Hochbau gehört der Bau von Gebäuden jeder Art, ob Wohnungen, Büros oder Türme. Zum Tiefbau zählt alles, was wie Straßen oder Tunnels an oder unter der Erdoberfläche liegt. Im Hochbau machte sich die Corona-Krise 2020 laut Studie vor allem in einem Rückgang des Wirtschaftsbaus bemerkbar, der Bautätigkeit für gewerbliche Zwecke: Der Neubau ging demnach um 3,5 Prozent zurück, die Renovierung bestehender Gebäude um 2,5 Prozent.

Insgesamt schrumpfte der Nicht-Wohnungsbau demnach im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent, während der Wohnungsbau weiter kräftig zulegte. Motor des Hochbaus war 2020 laut Studie mit einem Wachstum von 4,9 Prozent vor allem der Staat, da öffentliche Bauaufträge von der Corona-Krise kaum beeinträchtigt wurden.

Ungeachtet der erwarteten schwächeren Wachstumsraten gehen die Studienautoren davon aus, dass die Baupreise auch in Zukunft steigen und die allgemeine Inflationsrate übertreffen. Gründe sind demnach teurere Baumaterialien, die Kapazitätsengpässe der Braubranche, aber auch die bürokratischen und politischen Vorgaben etwa für Barrierefreiheit oder Wärmedämmung. "Wir rechnen auch in den nächsten Jahren mit überdurchschnittlichen Preissteigerungen im Baugewerbe", sagte Axel Schäfer, einer der Baufachleute bei EY Parthenon.

© dpa-infocom, dpa:210601-99-815320/2

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