Branche erwartet schnelleren Ausbau der Solaranlagen

Der Sommer 2021 war grau und regnerisch, aber dem Ausbau der Sonnenenergie hat das keinen Abbruch getan. In den nächsten Jahren müsste es noch schneller gehen, argumentiert der Branchenverband BSW.
| dpa
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Die Solarbranche erwartet in den nächsten Jahren eine weitere Beschleunigung des Ausbaus der Sonnenenergie in Deutschland.
Die Solarbranche erwartet in den nächsten Jahren eine weitere Beschleunigung des Ausbaus der Sonnenenergie in Deutschland. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
München

Die Solarbranche erwartet in den nächsten Jahren eine weitere Beschleunigung des Ausbaus der Sonnenenergie in Deutschland.

In diesem Jahr wird die installierte Leistung von Photovoltaik-Anlagen um geschätzt 10 bis 15 Prozent steigen - das wären etwa fünf Gigawatt, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) am Mittwoch mitteilte. Um die noch kurz vor der Bundestagswahl von der scheidenden schwarz-roten Koalition erhöhten Klimaziele zu erreichen, wäre aber mehr als eine Verdreifachung des jährlichen Zubaus auf 15 bis 16 Gigawatt notwendig, sagte BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig in München.

Derzeit sind laut BSW in Deutschland etwa 4,5 Millionen Solaranlagen zur Strom- oder Wärmeerzeugung in Betrieb. Ein Treiber des Ausbaus in den nächsten Jahren wird nach Einschätzung des Branchenverbands die zunehmende Verbreitung von Elektroautos und der damit verbundene Strombedarf sein. "Für 2030 erwarten wir etwa zehn Millionen E-Autos", sagte Körnig. "Umfragen zeigen immer wieder, dass knapp 80 Prozent der E-Autobesitzer ihre Fahrzeuge zuhause laden." Zehn Millionen E-Autos würde nach BSW-Schätzung einen Bedarf von 30.000 Gigawattstunden Ladestrom bedeuten.

Eigenheimbesitzer haben in den vergangenen Jahren rege in Sonnenenergie investiert, doch die Nachfrage von Firmen und Betrieben nach Solaranlagen ist gesunken, wie Körnig sagte. Der BSW-Geschäftsführer machte dafür unattraktive Förder- und Rahmenbedingungen verantwortlich. Demnach müssen private Betreiber kleinerer Solaranlagen keine EEG-Umlage zahlen, Gewerbebetriebe aber sehr wohl.

Die Bundesregierung habe zwar die Klimaziele verschärft, bislang aber nicht die Ausbauziele für die erneuerbaren Energien erhöht, sagte Körnig. Ohne eine größere Beteiligung von Firmen ist ein sehr viel schneller Ausbau der Sonnenenergie nach Einschätzung des BSW-Geschäftsführers nicht zu schaffen. "Das geht nicht nur mit Solarparks und mit Eigenheimen."

Von der künftigen Bundesregierung forderte der Verband daher ein "Beschleunigungsgesetz" für die Sonnenenergie. An erster Stelle sollten höhere Ausbauziele für die Photovoltaik stehen.

© dpa-infocom, dpa:211006-99-497238/3

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