Ölallianz Opec+ beharrt auf vorsichtiger Förderstrategie

Öl ist teuer wie lange nicht. Das wird sich wohl in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Den Wünschen großer Industrienationen will die Opec dennoch nicht folgen und bleibt bei geringer Fördermenge.
| dpa
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Eine Ölplattform steht in den Gewässern der Guanabara-Bucht in Niteroi, Brasilien.
Eine Ölplattform steht in den Gewässern der Guanabara-Bucht in Niteroi, Brasilien. © Leo Correa/AP/dpa
Wien

Die Ölförderallianz Opec+ hält entgegen den Wünschen von Verbrauchernationen an ihren vorsichtigen Produktionszielen fest.

Die von Saudi-Arabien und Russland dominierte Gruppe entschied in einer Onlinesitzung am Donnerstag, ihre schrittweise Erhöhung der täglichen Ölförderung von zusätzlichen 400.000 Barrel wie geplant im Dezember fortzusetzen.

Große Industrienationen wie die USA, Japan oder Indien hatten die Opec+ aufgefordert, mehr Öl als geplant in den Markt zu pumpen. Die gestiegenen Öl- und Gaspreise seien Ergebnis einer restriktiven Förderpolitik, sagte US-Präsident Joe Biden am Dienstag.

Erdöl wird seit Anfang Oktober über 80 Dollar gehandelt. Während Verbraucherländer auf niedrigere Preise und ein höheres Angebot für die Erholung vom Corona-Schock der Weltwirtschaft drängen, hat die Opec+ die Risiken neuer Corona-Varianten im Blick. "Die globale Nachfrage nach Öl steht noch immer unter dem Druck der Delta-Variante", sagte der für Energiefragen zuständige Vize-Regierungschef Russlands, Alexander Nowak. Er wies jedoch auf die Möglichkeit höherer Produktionssteigerungen hin, falls sich die wirtschaftliche und gesundheitliche Lage verbessert. Der saudi-arabische Energieminister Abdulasis bin Salman betonte, dass im ersten und zweiten Quartal die Nachfrage saisonbedingt ohnehin nachlassen werde.

Angesichts der erwarteten Fortsetzung der vorsichtigen Förderpolitik bleibt Industrienationen noch die Möglichkeit, die eigenen Ölreserven anzuzapfen. US-Energieministerin Jennifer Granholm hatte diese Option im Oktober für ihr Land ins Spiel gebracht.

Die Opec+ besteht aus den 13 Ländern der in Wien ansässigen Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und zehn Kooperationspartnern wie Russland und Kasachstan. Die Allianz hatte zu Beginn der Corona-Krise mit Produktionskürzungen auf den Einbruch der Nachfrage reagiert.

© dpa-infocom, dpa:211104-99-868902/3

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