MAN-Hauptversammlung: Viele Fragen zum Abschied von Börse

Der Nutzfahrzeughersteller soll mit einem Tochterunternehmen der Volkswagen AG verschmolzen werden. Was das für die Aktionäre bedeutet.
| dpa
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Das Logo des Lastwagenbauers MAN am Werk in Nürnberg.
Das Logo des Lastwagenbauers MAN am Werk in Nürnberg. © Daniel Karmann/dpa
München

Der traditionsreiche Nutzfahrzeughersteller MAN ist auf den letzten Metern zum Abschied von der Börse.

Auf der wahrscheinlich letzten regulären Hauptversammlung am Dienstag wurde der Squeeze-Out der neben Mehrheitseigner Traton verbliebenen Aktionäre mit mehr als 99,9 Prozent der Stimmen beschlossen. Sie sollen eine Abfindung von 70,68 Euro je Anteil erhalten, um den Weg dafür freizumachen, MAN in die VW-Tochter zu integrieren.

Da Traton mehr als 94 Prozent aller MAN-Aktien hält, war die Zustimmung sicher. Von den verbliebenen restlichen Aktionären kam allerdings eine Vielzahl an Fragen - und auch Kritik.

"Was für ein Jammer!", kommentierte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz den Squeeze-Out. Es sei schade, dass das traditionsreiche Unternehmen - MAN gibt sein Alter mit 263 Jahren an - von der Börse verschwinde. Doch letztlich könne man nichts dagegen tun. Auf der virtuell abgehaltenen Hauptversammlung wurden nur Fragen der Aktionäre, nicht aber ihre Reden verlesen. Bergdolts Stellungnahme lag der Deutschen Presse-Agentur allerdings vor. Wie zahlreiche andere Aktionäre hatte sie zudem Fragen zur Höhe der Barabfindung.

Squeeze-Out, Abfindungshöhe und die Verschmelzung mit Traton hatte der Vorstandsvorsitzende Andreas Tostmann zuvor verteidigt. Er verspricht sich von Letzterer eine einfachere Konzernstruktur und die Einsparung von Kosten. Das Abfindungsangebot liege zudem deutlich über den hochgerechneten Börsenkursen, sagte er. Und der gerichtlich bestellte Prüfer habe die Abfindung "ohne Einschränkungen als angemessen bestätigt".

© dpa-infocom, dpa:210629-99-191257/2

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