Keine "Untergangsstimmung" im Handwerk - Bau stabil

Viele Handwerksbetriebe klagen in der Corona-Krise über Umsatzrückgänge. Es trifft aber nicht alle Branchen gleich. Und bei der Personalplanung gibt es sogar einen Lichtblick.
| dpa
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Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hat eine Umfrage unter gut 1100 Handwerksbetrieben ausgewertet.
Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hat eine Umfrage unter gut 1100 Handwerksbetrieben ausgewertet. © picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa
Neuss

Weiter gute Geschäfte für die Baubranche, Krisenstimmung im Kraftfahrzeuggewerbe und bei der Nahrungsmittelproduktion: Die Folgen der Corona-Pandemie haben das Handwerk in Deutschland unterschiedlich stark getroffen.

Das zeigt eine Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Insgesamt kommen die Marktbeobachter bei der Auswertung einer Umfrage unter gut 1100 Handwerksbetrieben zu einem positiven Fazit: "Untergangsstimmung herrscht vor allem dank der stabilen Baukonjunktur nicht."

Laut Umfrage bewerten etwas weniger als zwei Drittel (62,7 Prozent) der befragten Betriebe ihre Situation in diesem Frühjahr als "gut" oder "sehr gut". Vor einem Jahr seien noch 76,2 Prozent so positiv gestimmt gewesen. Ihre Lage als mangelhaft oder ungenügend eingestuft hätten 6,2 Prozent der Firmen.

Fast jedes dritte Handwerksunternehmen (30,2 Prozent) habe in den vergangenen sechs Monaten einen Umsatzrückgang erlitten. Nur noch gut jeder fünfte der befragten Betriebe (21,8 Prozent) habe von einem Umsatzplus berichtet. Vor einem Jahr seien es noch 38,1 Prozent gewesen. Dramatisch verschlechtert habe sich die Umsatzsituation insbesondere im Kfz-Gewerbe und im Nahrungsmittelhandwerk, wo jeweils jeder zweite Betrieb ein Umsatzminus verzeichnete. In beiden Branchen sehe sich etwa jeder fünfte Betrieb in einer existenzbedrohenden Situation.

Staatliche Hilfe hat bislang etwa jeder zweite befragte Betrieb in Anspruch genommen, vor allem die Soforthilfe für kleine und mittlere Firmen zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen. Auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den Branchen. Während im Bauhauptgewerbe fast zwei Drittel der Firmen ohne Unterstützung ausgekommen sind, kamen im Nahrungsmittelhandwerk lediglich ein gutes Viertel (28,6 Prozent) ohne Hilfe durch die Krise.

In den Personalplanungen der Betriebe zeichne sich aber das Wiederhochfahren der Wirtschaft nach der Pandemie zumindest teilweise schon ab. Gut ein Fünftel der Befragten (20,6 Prozent) wolle die Zahl der Mitarbeiter in den nächsten Monaten aufstocken. Dieser Wert liegt nur leicht unter dem Vorjahresstand (23,5 Prozent). Einen Personalabbau plane nur eine Minderheit von 8,7 Prozent der Betriebe.

© dpa-infocom, dpa:210311-99-780624/2

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