Ifo-Geschäftsklima hellt sich trotz Lockdowns auf

Erst am Mittwoch ist Deutschland in den Lockdown gegangen, doch die Stimmung der Unternehmen bessert sich überraschend. Ökonomen sind aber vorsichtig.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Empfehlungen
Die verschärften Corona-Einschränkungen sind ein Dämpfer für die wirtschaftliche Erholung in Deutschland.
Die verschärften Corona-Einschränkungen sind ein Dämpfer für die wirtschaftliche Erholung in Deutschland. © Christian Charisius/dpa
München

Die Unternehmensstimmung in Deutschland hat sich im Dezember trotz neuer Corona-Beschränkungen aufgehellt. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator, stieg zum Vormonat um 1,2 Punkte auf 92,1 Zähler, wie das Ifo-Institut in München mitteilte.

Analysten hatten dagegen mit einer Eintrübung auf im Schnitt 90,0 Punkte gerechnet.

Der Corona-Lockdown treffe zwar einzelne Branchen hart, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest: "Die deutsche Wirtschaft insgesamt zeigt sich jedoch widerstandsfähig." Sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für das nächste halbe Jahr wurden von den befragten Unternehmen besser bewertet.

In den betrachteten Branchen hellte sich das Geschäftsklima bis auf den Bau auf, wo es stagnierte. Selbst im Dienstleistungssektor, der stark von den neuen Corona-Beschränkungen betroffen ist, hellte sich die Stimmung leicht auf. In der Industrie stieg das Geschäftsklima sogar deutlich. Die Branche ist aber auch weniger stark vom Lockdown getroffen.

Volkswirte blieben bei ihrer Einschätzung vorsichtig: Die Stimmung habe sich zwar verbessert, erklärten Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Dennoch sei die kurzfristige Perspektive wegen des neuen Lockdowns getrübt. Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, vermutet, dass der jetzige Lockdown in der Umfrage nicht genügend berücksichtigt werden konnte. Zudem dürften die Konjunkturerwartungen von den zu erwartenden Massenimpfungen gestützt worden sein.

Thomas Gitzel, Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank, sprach von einer guten Nachricht zum Jahresende. Die Unternehmen hätten ihre Erwartungen an den weiteren Konjunkturverlauf bereits vor der jetzigen Umfrage gesenkt, sodass der Lockdown den Firmenchefs nicht mehr ganz den Boden unter den Füßen wegziehe. Die Aussicht auf staatliche Überbrückungshilfen dürfte ebenfalls besänftigend wirken.

© dpa-infocom, dpa:201218-99-741297/4

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Empfehlungen