Hannover Rück: Steigende Preise nach jüngsten Katastrophen

Eine Flut in Deutschland, ein Hurrikan in den USA: Für die Versicherungsbranche könnten die jüngsten Katastrophen teuer werden - auch deshalb, weil Rückversicherer ihre Preise erhöhen.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Wegen der jüngsten Naturkatastrophen sieht die Hannover Rück steigende Kosten für die Rückversicherer.
Wegen der jüngsten Naturkatastrophen sieht die Hannover Rück steigende Kosten für die Rückversicherer. © Raphael Knipping/dpa
Hannover

Der Rückversicherer Hannover Rück rechnet nach der Hochwasserkatastrophe in Europa und Hurrikan "Ida" in den USA mit weiteren Preiserhöhungen in der Schaden-Rückversicherung.

Nur so könnten Rückversicherer zuverlässigen Risikoschutz in einem zunehmend herausfordernden Umfeld bieten, sagte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz laut Mitteilung in Hannover. Bei der bevorstehenden Vertragserneuerung mit Erstversicherern wie Allianz und Axa erwartet er vor allem in den von Schäden betroffenen Regionen einen Anstieg des Preisniveaus.

Kosten bei 7,5 Milliarden

Die Zerstörungen durch die Hochwasserkatastrophe in Deutschland und Nachbarländern dürfte die Versicherungsbranche nach Schätzung der Hannover Rück mindestens 7,5 Milliarden Euro kosten. Der Vorstand erwartet hierzulande daher eine deutliche Anpassung der Konditionen. Auch in der Cyber-Versicherung gegen die zunehmenden Attacken auf Computersysteme rechnet die Hannover Rück mit weiteren Preiserhöhungen.

An ihrem Gewinnziel hält die Hannover Rück trotz der jüngsten Katastrophen fest: Er erwarte für 2021 weiterhin einen Überschuss zwischen 1,15 und 1,25 Milliarden Euro, sagte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz am Montag in einer Telefonkonferenz.

Wie teuer die Zerstörungen durch Hurrikan "Ida" in den USA die Hannover Rück zu stehen kommen, wagte das Management noch nicht zu prognostizieren. Dafür sei es "viel zu früh", sagte Vorstandsmitglied Sven Althoff. Dies zeige sich auch an den bisherigen Schätzungen von Experten: Diese bezifferten die gesamten versicherten Schäden bisher auf etwa 15 bis 30 Milliarden US-Dollar (12,7 bis 25,4 Mrd Euro). Ihre voraussichtliche Belastung durch die Flutkatastrophen in Deutschland hatte die Hannover Rück bisher auf 200 bis 250 Millionen Euro beziffert.

Anlass der Prognosen ist das traditionelle Rückversicherer-Treffen in Monte Carlo, das wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr schon zum zweiten Mal online stattfindet. Rückversicherer mindern die Risiken anderer Versicherer oder Erstversicherer, zum Beispiel für den Fall von Großschadensereignissen. Vereinfacht gesagt dienen sie als Versicherung der Versicherungsbranche.

© dpa-infocom, dpa:210913-99-201469/2

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen