Galeria-Protest: Mitarbeiter prügeln Benko-Pappkameraden

Rund 2500 Beschäftigte verlieren laut Verdi nach Filialschließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof ihren Job. Am letzten Tag tragen sie "ihr" Warenhaus symbolisch zu Grabe. Als Prügelknabe muss dabei ein Papp-Abbild von Eigentümer René Benko herhalten.
| dpa
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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Galeria Kaufhof schlagen am Tag der Schließung ihrer Filiale mit Boxhandschuhen auf eine Pappfigur von Firmeneigner Rene Benko ein.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Galeria Kaufhof schlagen am Tag der Schließung ihrer Filiale mit Boxhandschuhen auf eine Pappfigur von Firmeneigner Rene Benko ein. © Roland Weihrauch/dpa
Düsseldorf

Hunderte Mitarbeiter der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof haben nach Gewerkschaftsangaben in ganz Nordrhein-Westfalen gegen die Schließung ihrer Filialen protestiert.

In Düsseldorf konnten sie ihrem Unmut dank der Unterstützung des bekannten Karnevalswagenbauers Jacques Tilly besonders plakativ Luft machen: Mit Boxhandschuhen schlugen Mitarbeiter auf eine überlebensgroße Papp-Figur ein, die Firmeneigner René Benko darstellte, bis die Skulptur auseinanderfiel.

Teile der Belegschaft trugen schwarze T-Shirts oder Trauer-Sticker und trugen das Warenhaus symbolisch zu Grabe. Bis zum Ende des Monats sollen bundesweit rund 35 Galeria-Kaufhof- und Karstadt-Filialen schließen. Für die meisten war nach Angaben der Gewerkschaft Verdi Samstag der letzte Tag. In Bonn und Essen waren die Lichter schon früher ausgegangen, nachdem die Regale leergekauft waren. Im Januar sollen sechs weitere Schließungen folgen.

Besonders für kleine Städte, darunter Gummersbach, Neumünster und Witten, sind die Filialschließungen ein herber Rückschlag im Kampf um Publikumsverkehr in ihren Innenstädten. Mit den rund 130 verbleibenden Warenhäusern hofft der angeschlagene Konzern, schnell wieder in die schwarzen Zahlen zurückzukehren.

Die Gewerkschaft Verdi warf der Geschäftsführung Missmanagement vor. "Viele sind nicht nur unendlich traurig über ihren Jobverlust, sie empfinden auch berechtigte Wut auf die derzeitige Unternehmensleitung", sagte Gewerkschaftssekretärin Miriam Jürgens. Bundesweit verlieren laut Verdi rund 2500 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz.

© dpa-infocom, dpa:201017-99-980404/2

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