Das erste eigene Girokonto – worauf ist zu achten?

Je nachdem, welche Ansprüche man an ein Konto stellt, gilt es vor der Kontoeröffnung verschiedene Faktoren zu beachten. Die wichtigsten davon im Überblick.
| Monika Rau
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Die Eröffnung eines Girokontos für Kinder ist empfehlenswert, damit diese frühzeitig den Umgang mit Geld lernen.
Die Eröffnung eines Girokontos für Kinder ist empfehlenswert, damit diese frühzeitig den Umgang mit Geld lernen. © pixabay.com © niekverlaan (CCO Creative Commons)

Wer Einkünfte bezieht, benötigt ein Girokonto, um auf diesem das BAföG, sein Gehalt oder die monatliche Rentenzahlung zu deponieren. Viele Eltern entschließen sich dazu, für ihre Kinder schon im Kindesalter ein Bankkonto zu eröffnen, das sie mit Erreichen der Volljährigkeit weiterführen können. Wenn es noch kein Konto gibt, muss sich der angehende Kontoinhaber für ein passendes Kontomodell entscheiden.

Je nachdem, welche Ansprüche er an das Konto stellt, sollte er vor der Kontoeröffnung verschiedene Faktoren beachten.

Welche Voraussetzungen müssen für die Kontoeröffnung erfüllt sein?

Für die Kontoeröffnung müssen im Allgemeinen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

- Volljährigkeit (bei Minderjährigen Zustimmung der Eltern)
- Wohnsitz in Deutschland (sowie gegebenenfalls Arbeitsplatz in Deutschland)
- private Nutzung des Girokontos
- regelmäßiges monatliches Einkommen
- ausreichende Bonität

Sind diese Voraussetzungen gegeben, steht einer schnellen Kontoeröffnung nichts im Wege. Optional bieten viele Banken neuen Kunden die Möglichkeit, zusätzlich ein kostenloses Tagesgeld- oder Festgeldkonto zu eröffnen. Auf diesen Konten kann der Bankkunde kurzfristig (Tagesgeld) oder langfristig (Festgeld) Geld anlegen und Vermögen aufbauen.

Wie findet man das passende Girokonto?

Um das passende Konto zu finden, sollte der potenzielle Kontoinhaber im Vorfeld einen Girokonto-Vergleich durchführen. Die größten Unterschiede finden sich in Bezug auf die Gebühren, die die Filialbanken und Direktbanken verlangen. Für gewöhnlich ist die Kontoführung bei Direktbanken kostenlos. Dafür verlangen diese häufig einen Mindestgeldeingang pro Monat. Dagegen erheben Filialbanken üblicherweise eine Monats- oder Jahresgebühr für die Kontoführung. Diese dient als Entgelt für die Dienstleistungen in den Filialen. Überdies fallen bei einigen Filialbanken Kosten für das Abheben von Geld am hauseigenen Geldautomaten an. Dahingegen ist die Bargeldversorgung für Kunden von Direktbanken kostenlos.

Mittlerweile ist es außerdem üblich, dass die Banken für neue Kunden eine Prämie anbieten, wie etwa ein Startguthaben in Höhe von 50 oder 100 Euro. Oft sind auch Kooperationen mit Einzelhandelsbetrieben, wie beispielsweise Tank-Gutscheine oder kostenlose Kreditkarten, Teil des Angebots. Wer eine kostenlose Kreditkarte erhalten möchte, muss dafür aber eine gute Bonität vorweisen. Direktbanken stellen ihren Kunden zum Girokonto recht häufig eine kostenlose Kreditkarte zur Verfügung, mit der sie im In- und Ausland kostenlos Geld abheben können.

Welche Arten von Girokonten gibt es?

Je nachdem, wofür der neue Kunde sein Girokonto nutzen möchte, stehen ihm verschiedene Kontomodelle zur Verfügung. Neben Sparkonten für Minderjährige und klassischen Gehaltskonten für Berufstätige bieten die Banken beispielsweise auch spezielle Girokonten für Rentner an. Girokonten lassen sich aber ebenso für andere Zwecke nutzen, zum Beispiel Spendenzahlungen. Für Personen mit einem geringen oder unregelmäßigen Einkommen oder einem negativen Eintrag bei der SCHUFAkommt möglicherweise das sogenannte „Girokonto ohne SCHUFA“ infrage.

Die Konditionen unterscheiden sich je nach Bank und Konto-Art. Filialbanken verfügen über ein dichtes Filial-Netz. Darüber haben sie die Möglichkeit, die Kunden direkt zu beraten. Der persönliche Service steht im Vordergrund, was sich jedoch in den Kosten für das Konto niederschlägt. Überdies verlangen Filialbanken in der Regel hohe Dispozinsen.

Direktbanken haben zumeist keine Vorort-Filialen. Dadurch können sie die Kosten für die Kunden gering halten und kostenlose Girokonten anbieten. Dafür entfällt der persönliche Service, der Kunde muss viele Vorgänge per Online-Banking selbst durchführen.

Was ist ein Basiskonto?

Jeder Bundesbürger in Deutschland hat seit 2016 das Recht auf das sogenannte Basiskonto. Das bedeutet, dass es Banken grundsätzlich niemandem verwehren können, ein Konto zu eröffnen. Die Funktionsweise eines Basiskontos ähnelt jener eines klassischen Girokontos. Der Verbraucher kann darüber Geld ein- und auszahlen sowie Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften tätigen.

Der Kunde erhält allerdings keinen Kredit, sodass dieser sein Konto nicht überziehen kann. Er bekommt mit dem Basiskonto zudem alle wichtigen Funktionen, die für die Eröffnung und Führung eines Zahlungskontos nötig sind. Auch sozial schwache Personengruppen und Asylsuchende haben einen Anspruch auf ein Basiskonto. Die Regelung, die im Rahmen des Zahlungskontengesetzes getroffen wurde, dient vor allem dem Abbau von Diskriminierung.

Viele Danken bieten ihren Kunden zum Girokonto eine kostenlose Kreditkarte an.
Viele Danken bieten ihren Kunden zum Girokonto eine kostenlose Kreditkarte an. © pixabay.com © Tumisu (CCO Creative Commons)

Girokonto eröffnen: Diese Möglichkeiten gibt es

1. Kontoeröffnung bei einer Filialbank

Bei einer Filialbank hat der Kunde grundsätzlich zwei Möglichkeiten, um ein Girokonto zu eröffnen. Eine Möglichkeit besteht darin, das Konto direkt in der Filiale bei einem Bankberater zu beantragen. Die Eröffnung des Kontos erfolgt mit Personalausweis oder Reisepass. Bei Kindern ist außerdem die Zustimmung der Eltern erforderlich. Der Berater informiert über alle wichtigen Punkte, die im Zusammenhang mit dem Girokonto stehen. Gleichzeitig kann er auch weitere Tätigkeiten wie die Einrichtung von Lastschriftverfahren oder Daueraufträgen übernehmen.

Bei vielen Filialbanken kann das Girokonto auch online eröffnet werden. Dem Antragsteller sollte hier aber bereits klar sein, welches Kontomodell für ihn infrage kommt. Nicht alle Informationen sind im Internet zu finden. So kann es erforderlich sein, dennoch einen Termin mit einem Bankberater in einer Filiale zu vereinbaren. Eröffnet der Kunde das Girokonto trotzdem online, so kann er den Antrag mithilfe spezieller PDF-Dokumente und durch ein Verifizierungsverfahren (Post-Ident oder Video-Ident) abschließen.

2. Kontoeröffnung bei einer Direktbank

Obgleich viele Menschen noch immer die Filialbank einer Direktbank vorziehen, geht der Trend weg von der Filiale hin zum Online-Banking. Direktbanken zeigen alle Informationen, die für eine Kontoeröffnung relevant sind, auf ihrer Homepage an. Dies ist auch notwendig, weil in diesem Fall keine Beratung vor Ort stattfindet, potenzielle Neukunden aber dennoch Zugriff auf sämtliche Leistungen und Preise erhalten sollen. Die Eröffnung des Girokontos wird dann ebenfalls mit einem PDF-Dokument vorgenommen, das online ausgefüllt wird. Im Anschluss muss sich der Kunde wiederum mittels Post-Ident- (in einer Postfiliale) oder Video-Ident-Verfahren verifizieren.

Für Rückfragen oder Probleme stehen bei vielen Direktbanken diverse Hotlines und Rufnummern bereit, die den persönlichen Service vor Ort ersetzen sollen und in aller Regel rund um die Uhr besetzt sind. Sie sind auf den jeweiligen Homepages der Geldinstitute zu finden.

Die Recherche und Erstellung des Textes wurden durch eine externe Redakteurin vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion.

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