Corona belastet Fresenius und Tochter FMC

Die Pandemie geht mit einem Boom im Krankenhausgeschäft einher? Könnte man meinen. Aber die Realität sieht zum Teil anders aus, wie das Beispiel Fresenius zeigt. Für Hoffnung sorgt die Impfkampagne.
| dpa
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Der Schriftzug "Fresenius" an der Konzernzentrale der Fresenius SE & Co. KGaA.
Der Schriftzug "Fresenius" an der Konzernzentrale der Fresenius SE & Co. KGaA. © Arne Dedert/dpa/Archivbild
Bad Homburg

Die anhaltende Corona-Pandemie hat dem Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius SE zum Jahresstart Umsatz- und Ergebniseinbußen beschert. Dabei belasteten jedoch auch Währungseffekte das Wachstum.

"Wir haben es geschafft, aus eigener Kraft zu wachsen, obwohl das erste Quartal des Vorjahres weniger stark von der Pandemie beeinträchtigt war", sagte Konzernchef Stephan Sturm am Donnerstag laut Mitteilung. "Das stimmt mich optimistisch, dass wir unsere gesteckten Ziele erreichen können."

Bereinigt um Wechselkurseffekte legten die Erlöse im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 3 Prozent zu, sanken jedoch nominal um 2 Prozent auf knapp 9 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging um 11 Prozent auf rund eine Milliarde Euro zurück. Der bereinigte Gewinn sank um 6 Prozent auf 435 Millionen Euro.

Die rund 90 Häuser der Fresenius-Sparte Helios verzeichneten trotz Umsatzzuwächsen einen Ergebnisrückgang, obwohl staatliche Unterstützung die Belastungen durch die vielen behandelten Covid-19-Patienten fast vollständig ausglich. Allerdings wirkten sich neuere staatliche Regelungen zu den Fallpauschalen negativ aus. Die deutsche Klinikgesellschaft hatte sich vor dem Ausbruch der Pandemie in Europa im Januar und Februar des Vorjahres noch positiv entwickelt.

In Spanien zog das Krankenhausgeschäft der Gesellschaft Quironsalud hingegen wieder kräftig an. Die Ärzte dort nahmen wieder mehr Behandlungen auf, die zuvor wegen der Pandemie verschoben worden waren. Zudem profitierte die Gesellschaft von Übernahmen in Kolumbien. Umsatz und operatives Ergebnis legten dadurch prozentual zweistellig zu. Dagegen litt die auf Flüssigmedizin und klinische Ernährung spezialisierte Tochter Kabi besonders in ihrem wichtigen Markt Nordamerika. Auch dort wirkte sich der Rückgang verschiebbarer Behandlungen negativ aus, Umsatz und Ergebnis von Kabi gingen zurück. Unterdessen schrieb die kleinste Tochter Vamed, die auf Projekte und Dienstleistungen für Gesundheitseinrichtungen spezialisiert ist, abermals rote Zahlen.

Seinen vom Markt im Frühjahr als mau eingestuften Ausblick bestätigte Fresenius. Der Konzern erwartet weiterhin erst in der zweiten Jahreshälfte eine "spürbare Verbesserung der Rahmenbedingungen in seinen wesentlichen Märkten", sofern die Impfkampagnen zügig voranschreiten. Für 2021 prognostiziert der Vorstand unverändert währungsbereinigt einen Umsatzzuwachs im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Konzernergebnis soll unter Ausklammerung von Wechselkurseffekten und um Sondereinflüsse bereinigt mindestens "in etwa stabil" bleiben.

Die Konzernziele werden vor allem durch die Tochter Fresenius Medical Care (FMC) belastet, die Anfang Februar mit einer Gewinnwarnung für 2021 die Börse geschockt hatte.

© dpa-infocom, dpa:210506-99-493167/2

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