Bundesbank: Aufschwung verschiebt sich etwas nach hinten

Lieferengpässe und die Corona-Pandemie setzen der deutschen Wirtschaft zu. Die Deutsche Bundesbank schraubt ihre Konjunkturprognose nach unten.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Baukräne an einer Baustelle in Berlin: Die Notenbank rechnet mit einem deutlich schwächeren Wachstum in diesem und im kommenden Jahr.
Baukräne an einer Baustelle in Berlin: Die Notenbank rechnet mit einem deutlich schwächeren Wachstum in diesem und im kommenden Jahr. © Christoph Soeder/dpa
Frankfurt/Main

Die deutsche Wirtschaft erleidet nach Einschätzung der Bundesbank im Winter einen Rückschlag. Die Corona-Pandemie und Lieferengpässe dürften das Wachstum im Winterhalbjahr bremsen.

"Der Aufschwung verschiebt sich zeitlich etwas nach hinten", erläuterte der scheidende Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Die Notenbank rechnet mit einem deutlich schwächeren Wachstum in diesem und im kommenden Jahr und einer höheren Inflation als noch im Juni angenommen.

Im laufenden Jahr erwarten die Bundesbank-Ökonomen ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,5 Prozent. Im Juni waren sie noch von einem Plus von 3,7 Prozent ausgegangen. Für 2022 wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung in Europas größter Volkswirtschaft von 4,2 Prozent erwartet (Juni-Prognose: 5,2 Prozent) und im Jahr darauf von 3,2 Prozent (1,7 Prozent). Die Notenbank ist für 2022 damit optimistischer als viele Wirtschaftsforschungsinstitute, die mit einem Wachstum von weniger als 4 Prozent rechnen.

Die Bundesbank-Ökonomen gehen davon aus, dass der Privatkonsum ab Frühjahr 2022 deutlich an Fahrt gewinnt. "Die Verbraucherinnen und Verbraucher werden eine Zeit lang mehr von ihrem verfügbaren Einkommen ausgeben als noch vor der Pandemie", erläuterte Weidmann. Zudem sollten sich die Lieferengpässe bis Ende 2022 auflösen, das dürfte dem Export vorübergehend einen starken Schub geben.

Für dieses Jahr rechnet die Bundesbank mit einer Inflationsrate von 3,2 Prozent gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex, den die Europäische Zentralbank (EZB) für ihre Geldpolitik im Euroraum zugrunde legt (Juni-Prognose: 2,6 Prozent). Im kommenden Jahr dürfte die Rate im Durchschnitt auf 3,6 Prozent steigen (1,8 Prozent), obwohl dann Sondereffekte wie die Rücknahme der zeitweisen Mehrwertsteuersenkung entfallen.

Die Bundesbank verwies auf den starken Anstieg der Rohstoffpreise für Energie auf den internationalen Märkten. Außerdem würden Unternehmen höhere Kosten aufgrund der Lieferengpässe an die Verbraucher weitergeben und bei starker Nachfrage die Gewinnmargen ausweiten.

Im Jahr 2023 sinkt die Inflationsrate nach Einschätzung der Bundesbank wieder. Mit 2,2 Prozent bleibe sie aber auch in den Jahren 2023 und 2024 vergleichsweise hoch. Die Gründe dafür seien deutlich steigende Löhne, die gute Konjunkturlage, aber auch die Kosten, die der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft verursache. "Für die Inflationsrate überwiegen wie im Euroraum insgesamt die Aufwärtsrisiken", sagte der Bundesbankpräsident. "Die Geldpolitik sollte diese Risiken nicht ignorieren und wachsam bleiben."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen