Britische Imker gegen Import von Bienen

Der Brexit hat Folgen für die Bienenzucht im Vereinigten Königreich. Doch Züchter und Imker wehren sich gegen einen Import der Tiere.
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Bienen sitzen auf einer Wabe.
Bienen sitzen auf einer Wabe. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv
London

Wegen des Brexits müssen britische Bienenzüchter und Imker neue Wege für die Aufzucht ihrer Tiere finden. Seit dem britischen Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion dürfen nur noch Königinnen und zehn Tiere aus dem Gefolge, aber keine Völker mehr importiert werden.

Der Imkerverband BBKA fordert aber auch aus anderem Grunde, Bienenvölker nicht mehr importieren. "Es ist eine potenzielle Quelle für Krankheiten sowie den Kleiner Beutenkäfer, einen Schädling", sagte Verbandschefin Anne Rowberry der Deutschen Presse-Agentur. Schließlich seien Bienen aus wärmeren Ländern wie Spanien nicht für die kühleren Bedingungen in Großbritannien geeignet.

Der BBKA will nun landesweit die Zucht von Königinnen fördern. "Derzeit werden noch viele Königinnen importiert. Je besser die Imker informiert sind, desto mehr sinkt dafür die Notwendigkeit", sagte Rowberry. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von etwa 25.000 Hobby-Imkern in Großbritannien.

2020 wurden nach Angaben des Umweltministeriums rund 21.000 Königinnen eingeführt. Zwischen 2009 und 2020 hat sich demnach die Zahl der Bienenvölker in Großbritannien auf etwa 224.000 mehr als verdoppelt. Imkerei ist ein sehr anfälliges Geschäft. So schwankten die Erträge in Großbritannien zuletzt stark: 2018 ergab ein Bienenstock im Durchschnitt 14 Kilogramm Honig, 2019 waren es dann mit 18,3 Kilogramm deutlich mehr - und 2020 nur noch 12,9 Kilogramm. Gründe für die Unterschiede sind unter anderem das Wetter oder Krankheiten.

Das Umweltministerium wies darauf hin, dass Bienen nach wie vor aus der EU in die britische Provinz Nordirland importiert werden dürfen, die de facto weiter zum EU-Binnenmarkt gehört. Unklar bleibt aber, ob die Bienen weiter nach Großbritannien verschifft werden dürfen. "Weitere Einzelheiten werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben", betont das Ministerium. Die Behörde arbeite in dieser Frage mit den Regionalregierungen von Nordirland, Schottland und Wales zusammen, die für Bienengesundheit zuständig sind.

© dpa-infocom, dpa:210214-99-433134/2

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