Beruflich umorientieren: Wissenswertes rund um den Neuanfang

Was man beim Jobwechsel beachten muss, damit er zur Zufriedenheit und zum Erfolg führt und welche Hürden dabei zu überwinden sind.
| Saskia Auermann
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Optimistisch in die berufliche Zukunft blicken.
Optimistisch in die berufliche Zukunft blicken. © adobe.stock / kay fochtmann

Von Montag bis Freitag dieselbe Leier: Der Job ist öde, birgt kaum Herausforderungen und das Verhältnis zu Kollegen und Chef leidet zunehmend unter der eigenen Unzufriedenheit – wer diese Beschreibung nur zu gut kennt, sollte sich Gedanken über eine berufliche Neuorientierung machen. Doch was muss man beim Jobwechsel beachten, damit er zur Zufriedenheit und zum Erfolg führt und welche Hürden sind dabei zu überwinden?

Beruflich umorientieren: Die Suche nach etwas Neuem 

Mein Job ist die Hölle – aber, was will ich eigentlich lieber machen? Die Antwort auf diese Frage fällt oft nicht leicht, denn naturgemäß erkennen wir eher, was wir nicht wollen, als konkret das benennen zu können, was wir wollen. Beim Finden einer neuen Berufsperspektive helfen deshalb folgende Schritte:

1. Eigene Persönlichkeit erforschen

Schubladendenken ist verpönt – doch beim Skizzieren des eigenen Traumberufs kann das Finden des eignen Persönlichkeitstypen einen nützlichen Startpunkt darstellen. Aktuelle Persönlichkeitsmodelle basieren auf dem Ansatz von C. G. Jung, der die Pole „Extraversion“ und „Intraversion“ in einem Menschen unterschied. Wer extrovertiert denkt, orientiert sich an Logik und Fakten, introvertierte Denker bewegen sich im Bereich von Fantasie und Kreativität.

Der Myers-Briggs-Typenindikator, der heutzutage von vielen Coaches genutzt wird, erweitert Jungs Modell um vier Dimensionen.

- Der Antrieb: Extrovertierte Menschen (E) lieben soziale Interaktion, während Introvertierte (I) im Alleinsein Kraft schöpfen.

- Die Aufmerksamkeit: Sensorisch (S) ausgelegte Menschen nehmen die Details im Augenblick wahr, während intuitiv Veranlagte (N) ihre Eindrücke schnell interpretieren und in die Zukunft denken.

- Die Entscheidungen: Denker (T) entscheiden sich logisch aufgrund rationaler Grundlagen, während Fühlende (F) lieber eine Wahl treffen, die ihre persönlichen Moralvorstellungen und die Harmonie mit anderen sichert.

- Der Lebensstil: Urteilende Menschen (J) orientieren ihre Handlungen systematisch an Plänen, während Wahrnehmende (P) ihre Handlungen impulsiv und spontan den gerade herrschenden Gegebenheiten anpassen.

Je nachdem, welchem Pol man sich in den vier Teilbereichen eher zuordnet, ergibt sich eine einzigartige Buchstabenkombination. Für einen extrovertierten, sensorischen, denkenden und urteilenden Menschen z.B. lautet sie ESTJ. Für jede mögliche Kombination existiert in der gängigen Coaching-Literatur auch eine markige Überschrift mit möglichen Vorschlägen zur Berufsperspektive. So gilt der ESTJ als exzellenter Verwalter, während ein INFP (introvertiert-intuitiv-fühlend-wahrnehmend) gut die Rolle eines Mediators zwischen den Interessen seiner Mitmenschen übernimmt.

Derartige Modelle können natürlich keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben, aber unterstützen bei der Definition und Abgrenzung persönlicher Charaktermerkmale, die ihrerseits am Arbeitsplatz zu Befriedigung oder Irritation führen können.

2. Eigene Stärken ermitteln

Wo die persönlichen Kompetenzen wirklich liegen, kann der einzelne manchmal nicht klar erkennen. Der Grund: Für Dinge, die uns leichtfallen und die wir professionell erledigen können, werden wir nach gewisser Zeit betriebsblind, weil sie uns selbstverständlich erscheinen. Hier erweist sich die Perspektive von Außenstehenden als besonders aufschlussreich. Wer wissen will, was ihn im Auge seiner Umwelt auszeichnet, sollte seine Familie, seine Freunde und seine guten Kollegen deshalb direkt fragen.

Im Idealfall können die Befragten nicht nur Eigenschaften benennen, sondern sie auch mit konkreten Situationen belegen. Andersherum lassen sich Stärken auch aus Ereignissen ableiten: Welche Aufgaben überträgt mir der Chef in zeitlichen Drucksituationen und Krisen besonders gern? – Die Antwort darauf weist auf persönliche Ressourcen hin, die so stark herausstechen, dass auch andere sie gern anzapfen. Neben den Fähigkeiten, die man "auf dem Papier" nachweist (Studienabschluss, Sprachkurse, Fortbildungen ect.) ergibt sich aus der Fremdreflexion eine Liste der Soft-Skills, die man seinem Persönlichkeits-Portfolio nahtlos hinzufügen kann.

3. Interessen ausloten: Was macht mir Spaß?

Die eigenen Gefühle dienen als guter Wegweiser, wenn es darum geht, Präferenzen und Interessensgebiete zu identifizieren. Konstruktive Fragen sind: Wobei fühle ich mich rundum gut? Wofür wende ich neben dem Job viel Zeit und Energie auf? In welcher Tätigkeit gehe ich vollständig auf und vergesse meinen Körper und die Welt um mich herum?

Die Antworten müssen sich dabei nicht auf ein konkretes Fachgebiet beziehen (z.B. grafische Designs anfertigen, Programmieren), sondern können auch auf viele Situation übertragbare Qualitäten beschreiben (z.B. „Menschen etwas erklären“, „Menschen helfen“ oder „große Events organisieren“). Und schließlich gibt es auch den Faktor Neugier, der sich zuweilen auf Gebiete erstreckt, in denen die eigene Expertise noch nicht groß ist, aber wachsen will.

4. Alles in Einklang bringen

Mit einem Bild der eigenen Persönlichkeit, der Kenntnis von Kompetenzen und der Definition von Interessen lässt sich schließlich ein neues Arbeitsfeld ausloten. Auch das kann in zwei Schritten geschehen – der Problemanalyse und der Perspektivbildung:

A) Wo lag eigentlich das Problem?

Wer definiert hat, welcher Job optimal zur eigenen Persönlichkeit passt, sieht oft auch klarer, wo die Schwierigkeit im alten Job liegt: In ungünstigen Konstellationen leider hier ein kommunikativer Mensch unter mangelndem Kundenkontakt oder ein kreativer Macher sitzt auf einem Posten, der das sachliche Abarbeiten von Details verlangt. Wer genau benennen kann, welche Aspekte des aktuellen Arbeitsfelds den eigenen Interessen widersprechen, kann verhindern, bei der nächsten Jobwahl noch einmal in dieselbe Falle zu tappen.

B) Wo liegt das neue Tätigkeitsfeld?

Vom IT-Berater zum Biobauern? – Nur die wenigsten Jobwechsel erfordern eine 180-Grad-Drehung, manchmal liegt ein Tätigkeitsfeld, das den eigenen Präferenzen entspricht, ganz in der Nähe. Je nachdem, wo sich das berufliche Ziel befindet, führen unterschiedliche Wege dorthin:

Arbeitsplatzwechsel im Unternehmen

In jungen Unternehmen mit flachen Hierarchien lohnt es sich, den Chef auf eine mögliche Umorientierung anzusprechen. Viele Firmen brüsten sich damit, die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter unterstützen zu wollen – dieses Versprechen sollten unzufriedene Angestellte wörtlich nehmen. Große Unternehmen führen meist eine Rubrik mit internen Stellenausschreibungen im Intranet. Auch hier eröffnen sich Veränderungsperspektiven, allerdings sollten Angestellte ihren Heimvorteil nicht über- und die Konkurrenz nicht unterschätzen.

Die besten Chancen hat man mit einer aussagekräftigen formellen Bewerbung, die Qualifikationen und Erfahrungen gut darstellt und auch die Motivation zum Arbeitsplatzwechsel abseits vom höheren Gehalt schlüssig darlegt.

Wechsel des Arbeitgebers

Wer sich aus einem festen Job heraus bei einer anderen Firma bewirbt, sollte seine Bewerbung mit einem Sperrvermerk ausstatten. Die Floskel "Ich bitte darum, meine Bewerbung vertraulich zu behandeln, da ich mich derzeit in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinde“ verhindert, dass potenzielle neue Arbeitgeber beim aktuellen Arbeitgeber Referenzen einholen und den Kündigungswunsch zu früh enthüllen. Auf der anderen Seite müssen sich Bewerber im Gespräch Fragen zur Wechselmotivation gefallen lassen.

Potenzielle Arbeitgeber wollen hier prüfen, ob die Probleme, die zum Jobwechsel führen, an neuer Stelle wieder auftreten könnten. Im Idealfall können Bewerber darlegen, dass die veränderten Aufgaben genau ihrem persönlichen Profil entsprechen. Kommunikationsprobleme mit Chef und Kollegen sollten dagegen unerwähnt bleiben.

Wechsel der Branche

Wer als Quereinsteiger berufliches Neuland betreten will, muss potenzielle Arbeitgeber von sich überzeugen, ohne die einschlägige Ausbildung mitzubringen. Ganz am Anfang steht hier die Frage: Handelt es sich bei meinem Traumjob um einen geschützten Beruf? Falls ja, führt kein Weg an dem geforderten Zertifikat vorbei. Falls nein, kann gutes Selbstmarketing die Tür öffnen: Quereinsteiger sollten sich deshalb ein gutes Netzwerk in der Zielbranche aufbauen und selbstbewusst auftreten. In Bewerbungssituationen müssen sie gut darstellen, welche Vorteile ihre fachfremde Perspektive dem neuen Arbeitgeber bieten kann und welche persönlichen Stärken für den neuen Job prädestinieren. Darüber hinaus sind praktische Erfahrungen, Referenzen und Fürsprecher in der neuen Branche eine große Hilfe.

Wer sich dagegen selbstständig machen will, steht vor ganz anderen Herausforderungen: Hier muss kein Arbeitgeber, sondern der potenzielle Kunde überzeugt werden. Der berufliche Werdegang rückt gegenüber dem Produkt oder der Dienstleistung weit in den Hintergrund.

Den Schnitt machen: So funktioniert es

Lieber Coach als Controller, eher selbstständig anstatt angestellt? Wer für sich eine berufliche Zielrichtung definiert hat, muss sich und andere davon überzeugen sowie eine gangbare Strategie ausarbeiten:

Angst überwinden

Wer sich beruflich neu orientieren will, muss dafür seine persönliche Komfortzone verlassen. An der Komfortzonengrenze stehen sich jedoch zwei starke Gefühle gegenüber: die Unzufriedenheit im Status quo und die Angst vor Veränderung. Hier müssen Veränderungswillige zwischen zwei Übeln das kleinere wählen, indem sie sich fragen: "Wie wird es mir in einigen Jahren gehen, wenn ich in meiner Stellung verharre. Und was kann mir schlimmstenfalls passieren, wenn ich meine Situation ändere?" Je unerträglicher die aktuelle Jobsituation erscheint, desto stärker wird die Motivation, Ängste vor dem Unbekannten zu überwinden und Grenzen zu sprengen.

Umfeld überzeugen

Familie, Freunde und Bekannte spielen oft den Advocatus diaboli, wenn sie von Kündigung und beruflicher Neuorientierung erfahren. Sie führen ins Feld, was dabei alles schief gehen kann, und wollen mit guten Argumenten von den Plänen überzeugt werden. Wer den Beruf wechseln will, sollte sein weiteres Umfeld deshalb erst dann einweihen, wenn er die kritischen Fragen für sich selbst geklärt hat. Dann sind Kollegen und Bekannte gute Sparringspartner: Sie benennen Probleme, für die sich der Berufswechsler konstruktive Lösungen überlegen muss.

Harter Schnitt oder weicher Übergang?

"Soll ich sofort kündigen oder lieber versuchen, langsam nebenbei etwas aufzubauen?" – Diese Frage stellen sich die meisten Berufswechsler. Die Antwort liegt in der eigenen Persönlichkeit: Manche Menschen neigen in Alltagssituationen zur Trägheit und entfalten ihr ganzes Potenzial nur unter Druck. Wer das bereits an sich erlebt hat, kann erwägen, nach einer Kündigung den "Sprung ins kalte Wasser“ zu wagen. Andere Personen hingegen lähmt die Angst vor Unsicherheit, sie agieren dann eher chaotisch. Für diese Charaktere bietet sich eine Arbeitszeitreduzierung im aktuellen Job an, die erlaubt, sich nebenbei für einen Jobwechsel oder eine neue Selbstständigkeit zu engagieren. Dieser Parallelweg erfordert zwar Disziplin, ermöglicht aber einen weicheren Übergang, wenn sich im neuen Berufsfeld die ersten Erfolge zeigen und den Ausstieg aus dem Alt-Job erleichtern.

Welche Bereiche sind bei der Planung zu berücksichtigen? 

Neben den psychologischen Hürden müssen Jobwechsler auch technische und pragmatische Fragen klären. Am wichtigsten sind die Folgenden:

Finanzen planen und Versorgungslücken vermeiden

Bevor Angestellte ihren alten Job kündigen, sollten sie prüfen, welchen Anspruch auf Arbeitslosengeld sie haben. Wer unter 50 Jahre alt ist und vorhergehend mindestens 24 Monate in seinem Job beschäftigt war, hat zum Beispiel Anrecht darauf, 12 Monate lang 60 Prozent seines Nettolohns als ALG1 zu erhalten. Angestellte, die selbst kündigen, müssen allerdings prüfen, ob die Agentur für Arbeit eine Sperrzeit gegen sie verhängen kann, in der die ALG1-Zahlungen drei Monate lang ausgesetzt wird. Wer weiß, wie viel er im Kündigungsfall bekommt, kann eine Haushaltsrechnung machen: Genügt das Geld, um Miete, Lebenshaltungskosten und Kreditraten zu bedienen? Gibt es Rücklagen, falls unvorhergesehene Ausgaben anfallen? Was passiert, wenn der ALG1-Anspruch endet und kein neuer Job in Sicht ist?

Gibt es Zugangshürden für den neuen Job?

Diese Frage beschäftigt sich sowohl mit juristischen Aspekten als auch mit branchenspezifischen Anforderungen. Klar ist: Wer hierzulande einen geschützten Beruf wie Arzt, Anwalt oder Psychotherapeut ausüben will, kommt um eine entsprechende Ausbildung mit staatlicher Prüfung nicht herum. Der Einstieg in andere Branchen gestaltet sich flexibler und gelingt über anerkannte Weiterbildungen: So können sich Seiteneinsteiger etwa über IHK-Kurse zum IT-Spezialisten ausbilden lassen und ein Zertifikat vorweisen, das viele potenzielle Arbeitgeber anerkennen. Auch manche Tätigkeitsfelder, die eher unreguliert erscheinen, erfordern ein Zertifikat der IHK oder eine landesrechtliche bzw. staatliche Zulassung: z.B. Immobilienmakler, Hundetrainer oder Heilpraktiker. Wieder andere Berufsbezeichnungen darf man in Deutschland ohne Voraussetzungen führen, wie etwa  "Coach", "Designer“ oder "Unternehmensberater“.

Versicherungen checken

Mit einem Berufswechsel ändern sich auch die Bedingungen für berufsbezogene Versicherungen. Insbesondere Freiberufler und Selbstständige müssen sich hier die Frage beantworten, ob der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung Sinn macht. Während sie für Ärzte, Anwälte und Architekten hierzulande Pflicht ist, müssen sie andere Freiberufler nicht zwingend abschließen. Doch auch Journalisten, Dolmetscher und Berater können Regressforderungen gegenüberstehen, falls sie in ihrer Tätigkeit Fehler machen – je nach Arbeitsfeld schützt die Berufshaftpflicht hier vor erheblichen finanziellen Schäden. Angestellte sind dagegen über ihren Arbeitgeber haftpflichtversichert, mit einer Ausnahme: Wer zusätzlich nebenberuflich arbeitet – zum Beispiel als Berater in seiner Branche –, der sollte dafür ebenfalls eine zusätzliche Haftpflichtversicherung abschließen.

Fragen für Neu-Selbstständige

Endlich keinen Ärger mehr mit Vorgesetzten haben, weil man sein eigener Chef ist – diese Perspektive motiviert viele Ex-Angestellte zum Gründen einer selbstständigen Existenz. Über das fachliche Engagement hinaus, erfordert die eigene Firma allerdings auch ein hohes Maß an Organisation. Neueinsteiger müssen klären, wie viel Kapital sie brauchen und woher es stammt. Wer Investoren oder Banken von seiner Idee überzeugen will, schafft das nur mit einem durchdachten Business-Plan. Auch Freelancer, die fast ohne Investitionen vom heimischen Schreibtisch aus starten, müssen sich Gedanken über Geld machen. Hier stellt sich die Frage nach dem angemessenen Stundensatz, der sowohl die eigenen Kosten deckt, als auch von den potenziellen Kunden akzeptiert wird. Schließlich müssen Solo-Selbstständige prüfen, ob sie ein Gewerbe anmelden müssen oder sich als Freiberufler deklarieren können.

Beruflich neuorientieren: Auswirkung aufs Leben checken 

In einem neuen Job zu arbeiten, verändert manchmal auch den privaten Alltag sowie grundlegende Lebensentscheidungen:

Welche privaten Pläne kann die berufliche Neuorientierung beeinflussen?

Auch private Pläne können stark vom Berufsfeld abhängen. Wer sich als Festangestellter ein Haus kaufen will, hat wahrscheinlich wenig Probleme, von der Bank einen Kredit zu bekommen. Bei Selbstständigen sieht das – je nach Fluktuation des Umsatzes – ganz anders aus. Andersherum darf, wer sein eigener Chef ist, sein Kind oder seinen Hund ungefragt mit ins Büro bringen. In familiären Fragen ermöglicht ein Berufswechsel mitunter deshalb mehr Flexibilität.

Wie sieht der zukünftige Wochenrhythmus aus?

Angestellte, die es gewohnt sind, um 9 zu starten und um 17 Uhr ihren Stift fallen zu lassen, müssen sich in einer neuen Selbstständigkeit umgewöhnen. Hier fordern Auftraggeber oder Kunden womöglich die persönliche Präsenz zu ungewohnten Zeiten, auf der anderen Seite ergeben sich freie Zeitfenster an Werktagen, die dafür einen Ausgleich schaffen können. Generell brauchen Selbstständige die Motivation für ein bürozeit-unabhängiges Engagement genauso wie die Fähigkeit, Arbeitszeit und Freizeit selbstständig zu trennen. Wer diesen Rahmen für sich nicht schaffen kann, reibt sich auf und läuft Gefahr, irgendwann im Burn-Out zu enden.

Wie sieht es mit der Vorsorge aus?

Zeit für Romantik.  Die richtige  Vorsorgestrategie ist eine gute Basis dafür.
Zeit für Romantik. Die richtige Vorsorgestrategie ist eine gute Basis dafür. © adobe.stock / Pop Sujinum

Angestellte, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, müssen Entscheidungen in punkto Kranken- und Rentenversicherung treffen. Da die Versicherungspflicht in der GKV für sie erlischt, können sie zwischen gesetzlichen und privaten Krankenversicherern wählen. Doch Vorsicht: Wer zu einem privaten Anbieter wechselt, kann nur noch bedingt in die GKV zurück. Auch die Altersvorsorge regelt sich bei Selbstständigen nicht mehr "von allein“. Sie müssen den Anteil ihrer Rücklagen selbst bestimmen und auch entscheiden, ob sie in private Rentenverträge, Kapitallebensversicherungen, Aktien oder andere Investments fließen.

Fazit: Beruflich umorientieren mit Köpfchen

Die Arbeitswelt wird immer flexibler, anstatt Ausbildungsabschlüsse rücken projektbezogene Referenzen und Soft Skills in den Mittelpunkt. Damit erscheinen Jobs unsteter und schneller getaktet, haben aber auch den Vorteil, dass sie Quereinsteigern mehr Zugang erlauben. Wer an seinem Platz unzufrieden ist, sollte es wagen, mithilfe von Persönlichkeitsanalysen und Zusatzausbildungen noch eine zweite oder dritte Karriere zu starten. Die hohe Investition von Zeit und Geld zahlt sich schlussendlich vielfach in persönlicher Zufriedenheit aus und sorgt dafür, dass wieder neue Lebensenergie aufgebaut werden kann.


Die Recherche und Erstellung des Textes wurden durch eine externe Redakteurin vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion.

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen