Am Tegel ensteht ab 2021 neues Quartier als Holzbauviertel

Nach 60 Jahren zivilem Fluverkehr ist der Flughafen Tegel geschlossen. Was passiert nun mit dem riesigen Gelände im Nordwesten Berlins? Im östlichen Teil soll ein ganz besonderes Viertel entstehen.
| dpa
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Der Flughafen Berlin-Tegel wird seit einem Monat nicht mehr genutzt, die letzte Maschine hob am 8. November ab.
Der Flughafen Berlin-Tegel wird seit einem Monat nicht mehr genutzt, die letzte Maschine hob am 8. November ab. © Tino Schöning/dpa
Berlin

Auf dem Gelände des Berliner Flughafens Tegel soll neben einem Industrie- und Forschungspark auch das größte Holzbauviertel der Welt entstehen. Der Flughafen wird seit einem Monat nicht mehr genutzt, die letzte Maschine hat Tegel am 8. November verlassen.

Sechs Monate lang muss er allerdings betriebsbereit bleiben. Außerdem soll eines der sechs Berliner Corona-Impfzentren im Terminal C Platz finden. "Im Mai 2021 wird Tegel aus der Planfeststellung entlassen und ist dann ganz offiziell kein Flughafen mehr", sagte Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) der Deutschen Presse-Agentur. Die Tegel Projekt GmbH übernehme das Gelände voraussichtlich zwischen Mai und August.

"Ab 2021 entsteht im östlichen Teil des ehemaligen Flughafens Tegel mit über 5000 Wohnungen das größte Holzbauviertel weltweit: das Schumacher-Quartier", sagte Scheel. Es solle klimaneutral sein und bezahlbar - für Bauherren wie für die späteren Mieterinnen und Mieter. "Dafür wird die sogenannte Bauhütte 4.0 in Berlin TXL installiert", so der Senator.

"Von der Forschung über die Entwicklung bis hin zur Produktion und dem fertigen Holzbau-Quartier findet so alles an einem Ort statt. Das könnte dem urbanen Holzbau zum Durchbruch verhelfen", sagte Scheel. "Mit neuen Technologien, Vernetzung und intelligenter Produktion im Sinne von Industrie 4.0 soll es hier gelingen, den Holzbau mittelfristig 20 bis 25 Prozent günstiger als Massivbau zu machen - bei 80 Prozent Emissionseinsparung."

Vor dem ersten Spatenstich für das Schumacher-Quartier ist noch einiges zu tun: "Die Tegel Projekt GmbH sichert das Gelände, richtet die Baustellenlogistik ein und stellt Baustraßen her", sagte Scheel. Die Tiefbauarbeiten sollen 2022 beginnen. "Altlasten und Kampfmittel werden entfernt, bevor es damit losgeht. Die Sondierungen hierfür laufen bereits."

Zudem muss noch über den Rückbau des Autobahnzubringers entschieden werden, der über einen Teil des Geländes für das Schumacher-Quartier verläuft. "Hier ist die Verkehrsverwaltung im Gespräch mit dem Bund, und ich bin sicher, dass wir hier schnell zu einem guten Ergebnis kommen", sagte Scheel. "Ansonsten stehen derzeit alle Zeichen auf Grün."

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen geht davon aus, dass die ersten Wohnungen ab 2024 gebaut werden. "Der Bildungscampus und die ersten Wohngebäude im Schumacher-Quartier werden nach derzeitiger Planung 2027 fertig sein, die letzten Anfang der 2030er Jahre", sagte Scheel. Im Schumacher-Quartier sollen mehr als 5000 Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen entstehen. "Mit TXL Nord und der Cité Pasteur kommen zu einem etwas späteren Zeitpunkt nochmal etwa 4000 Wohnungen hinzu", so der Stadtentwicklungssenator.

© dpa-infocom, dpa:201206-99-589188/3

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