Sicher Surfen dank VPN: So ist es möglich

Das VPN ist mittlerweile in aller Munde. Die einen wünschen sich eine sichere Surflösung für zu Hause und unterwegs, die anderen benötigen eine abgesicherte Verbindung, um ihre Arbeit am Küchentisch aufzunehmen. Generell wird das VPN aufgrund der verbesserten Datensicherheit empfohlen. Aber was ist das, wie gelingt die Sicherheit und auf was sollte geachtet werden?
| Leonie Sanders
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Mit einem VPN lassen sich die eigenen Daten anonymisieren.
Mit einem VPN lassen sich die eigenen Daten anonymisieren. © Dan Nelson / Unsplash.com

Was ist ein VPN?
VPN ist eine Abkürzung für "virtual private Network". Die Verbindung generiert also sein privates und virtuelles Netzwerk, in dem sich der User bewegt. Dies geschieht jedoch nicht allein. Besonders einfach lässt sich ein VPN mit zwei Beispielen erklären:

Badewanne – das Wasser in der gefüllten Badewanne stellt das private Netzwerk dar. Wird nun der Stöpsel gezogen, dringen die Daten durch den Abfluss in das normale Internet. Da sich in dieser Badewanne aber zig User tummeln und wie Wassertropfen die Wasserfüllung generieren, ist es nicht mehr möglich, die Daten der einzelnen Tropfen demjenigen User zuzuordnen. Sämtliche Online-Tätigkeiten bleiben somit anonym und Daten können nicht abgefangen werden, weil sie unbrauchbar sind – für Betrüger.

Blase – ein anderes Beispiel ist eine Blase, vor der sich eine große Mauer mit einer kleinen Tür befindet. In dieser Blase tummeln sich wieder die VPN-Nutzer. Die Daten werden kreuz und quer durch die Blase geschoben, bis sie irgendwann an der kleinen Tür ankommen. Wieder ist eine Zuordnung einzelner Datensätze nicht gegeben.

Bei der Nutzung eines VPN wählt der Nutzer eigenständig eine IP-Adresse aus. Diese ist, anders als die übliche Adresse, nicht nur für eine Person gedacht, sondern wird für alle User genutzt, die eben diese Adresse auswählen. Das sind meist tausende. Möchte ein Betrüger nun die Anmeldedaten zum Onlinebanking abfangen, ist das schwerer, als die Nadel im berühmten Heuhaufen zu finden – ohne zu wissen, welcher der Heuhaufen überhaupt eine Nadel versteckt.

Ein VPN kann nicht allein daheim genutzt werden. Gerade die mobilen Anbieter und die, die praktische Apps bieten, erlauben die Nutzung von unterwegs. Das ist besonders wichtig, denn viele Online-User gehen immer noch hin und greifen auf die öffentlichen Wifi-Angebote zurück. Das ist verständlich, doch ebenso gefährlich. Ein freies WLAN bietet eben nicht nur kostenlosen Surfspaß, sondern auch Betrügern die gewünschten Daten auf dem Serviertablett.

VPN: Was sollte man bei der Nutzung beachten?

Wichtig ist zuerst, auf einen seriösen und bekannten Anbieter zu setzen. Immerhin ist ein VPN auch irgendwie ein recht komplexes und schwer erkennbares Konstrukt. Seriöse Anbieter wissen um ihre Relevanz und wurden zudem mehrfach auf Herz und Nieren geprüft. Zudem kommt es auf Folgendes an:

Nutzung – für was soll das VPN genutzt werden? Geht es in erster Linie um die Absicherung von Daten? Oder sollen auch praktische Vorteile genutzt werden, wie beispielsweise das Serienschauen in den USA? Im letzteren Fall muss der Anbieter über die entsprechenden US-Server verfügen, wobei diese noch nicht durch die Anbieter gesperrt sein dürfen.

Handhabung – ein VPN gibt es gleich als Router. Einige normale Router haben sogar schon VPN-Lösungen integriert. Diese Variante sichert nun die ganze Verbindung im Haus ab – jedoch nur dort. Zudem gibt es Programme, die auf PCs, Macs und Smartphones installiert werden. Sie ähneln in ihrer Art Virenschutzprogrammen, denn die meisten Hersteller bieten die Programme mit einer oder mehreren Lizenzen an. Andere Modelle konzentrieren sich auf die Online-Nutzung. Nun muss der User selbst aktiv werden und sich zu Beginn des Surfens eigenständig im VPN anmelden. Online-Lösungen sind mit einem Nutzerkonto verbunden, es spielt also keine Rolle, von welchem internetfähigen Gerät gerade zugegriffen wird.

Einschränkungen – je nach gewähltem Onlinedienst kann es sein, dass es Einschränkungen gibt. Wer sich beispielsweise mit einer US-IP anmeldet und Netflix schauen möchte, der könnte von dem Streamingdienst aufgefordert werden, den Standort korrekt wiederherzustellen. Auch Sprachassistenten von Amazon samt anderer Amazondienste sind oft standortbezogen. Hier gibt es aber längst Problemlösungen.

Geschwindigkeit – wer noch vor 15 Jahren ein VPN nutzte, der kannte das Dilemma. Das Serienschauen oder das Fußballspiel in der Premier League war eine Katastrophe, weil die Geschwindigkeit durch die VPN-Nutzung massiv eingeschränkt wurde. Das ist heute nicht mehr der Fall. Zwar verlangsamt ein VPN weiterhin das Internet, doch sind die Internetgeschwindigkeiten heute so hoch, dass die ›Drosselung‹ nicht auffällt. Doch auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. Wer ohnehin schon über lahme Leitungen klagt, der könnte mit einem VPN Schwierigkeiten haben.

Grundsätzlich ist es ratsam, sich die Testberichte der einzelnen PC-Fachmagazine durchzulesen. Meist wird hier gezielt auf das Thema Geschwindigkeit eingegangen. Wird ein VPN beispielsweise zum Gaming empfohlen, so ist davon auszugehen, dass die Leistung stimmt. Die Tests checken ebenso die Sicherheit des Dienstes und die Zuverlässigkeit. Letzteres ist natürlich besonders dann wichtig, wenn er beruflich benötigt wird.

Wer Streaminginhalte aus anderen Ländern sehen möchte, der könnte hin und wieder Probleme haben. Manche Streamingdienste "kennen" bereits die Server von VPN-Anbietern und sperren diese für User in Fremdländern. Andere Streamingdienste schließen die Nutzung eines VPN in den AGB aus. Bislang ist es zwar nur zu Aufforderungen gekommen, das VPN auszuschalten und sich neu anzumelden, doch wäre es, je nach AGB, theoretisch möglich, dass der Account gesperrt und gekündigt wird. Doch kam dies bislang, zumindest öffentlich, nie vor.

Fazit – bequem die Sicherheitsstufe erhöhen

Ein VPN zu nutzen ist heute wirklich angenehm einfach. Die Dienste sind praktisch selbsterklärend, die Online-Anbieter geben sogar meist sehr gezielt an, welche Server sich zu welchem Anlass eignen. So bleibt nur noch, sich zu entscheiden, welche Variante für einen selbst bequem und praktisch ist. Router-VPN sind einzig für daheim nützlich, denn sie lassen sich nicht auf mobile Geräte außer Haus erweitern. Simple Apps arbeiten mit einem Schiebebalken, sodass die Nutzung sehr simpel ist. Online-Dienste sind hingegen immer und überall verfügbar und können gezielt eingeschaltet werden. Hierin liegt natürlich auch eine gewisse Gefahr, denn es muss vor dem Onlinebanking im Café an das Einschalten des VPN gedacht werden.


Die Recherche und Erstellung des Textes wurden durch eine externe Redakteurin vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion.

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