Facebooks Aufsichtsgremium prüft Promi-Sonderbehandlung

Hatten Prominente auf Facebook bislang einen Freifahrtsschein - und konnten sich mehr herausnehmen als gewöhnliche Nutzer? Das Aufsichtsgremium des Netzwerks geht diesem Verdacht jetzt nach.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man das Logo der App Facebook.
Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man das Logo der App Facebook. © Fabian Sommer/dpa
Menlo Park

Das unabhängige Aufsichtsgremium von Facebook hat sich wegen eines Medienberichts eingeschaltet, wonach das Online-Netzwerk bei seinen Inhalte-Regeln Ausnahmen für prominente Nutzer macht.

Das sogenannte Oversight Board will nun unter anderem klären, ob es von Facebook angemessen zu dem Thema informiert wurde. Facebook müsse bei Entscheidungen, ob Inhalte auf der Plattform bleiben oder gelöscht werden, transparenter werden, betonte das Gremium in einem Blogeintrag am Dienstag.

Das "Wall Street Journal" hatte jüngst unter Berufung auf interne Unterlagen des Online-Netzwerks geschrieben, Facebook habe ein System geschaffen, bei dem zahlreiche Nutzer faktisch von der Anwendung der Inhalte-Regeln ausgenommen waren. Dadurch hätten sie sich Fehltritte erlauben können, die für gewöhnliche Mitglieder Konsequenzen gehabt hätten. Facebooks Regeln verbieten unter anderem Beiträge mit Beleidigungen oder Drohungen sowie die Verletzung der Privatsphäre anderer Menschen.

Das System mit Namen Cross-Check wurde Facebook zufolge eingerichtet, um durch eine zweite Prüfung von Entscheidungen über einzelne Beiträge Fehler zu vermeiden. Einem vom "Wall Street Journal" zitierten internen Facebook-Dokument zufolge wurde dies in vielen Fällen zu einer Art Freifahrtschein für Prominente.

Dem Zeitungsbericht zufolge sind mindestens 5,8 Millionen Facebook-Nutzer im Cross-Check-Programm. Facebook habe dem Oversight Board auf Anfrage mitgeteilt, dass es nur bei einer geringen Zahl von Entscheidungen zum Einsatz gekommen sei.

Das Gremium besteht aus Rechtsexperten, Aktivisten und ehemaligen Politikern und ist eine Art "Oberstes Gericht" von Facebook, dessen Beschlüsse auch Gründer und Chef Mark Zuckerberg nicht überstimmen kann.

© dpa-infocom, dpa:210922-99-310157/3

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen