Ursachen für eine nachhaltige Hörschädigung

Plötzlich wird die Welt immer etwas leiser, verstummt vielleicht manchmal ganz. Hörverlust macht sich häufig in einem schleichenden Prozess bemerkbar. Die Ursachen und Verläufe sind vielseitig und individuell. Die gute Nachricht: Ein Hörgeräteakustiker kann in vielen Fällen weiterhelfen.
| Miriam Rom
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Zu laute Musik über Kopfhörer oder bei Konzerten ist häufige Ursache für eine Hörschädigung. Deshalb unbedingt auf die richtige db(A)-Anzahl achten.
Zu laute Musik über Kopfhörer oder bei Konzerten ist häufige Ursache für eine Hörschädigung. Deshalb unbedingt auf die richtige db(A)-Anzahl achten. © pexels.com @ Andrea Piacquadio (CC0 Creative Commons)

Risiken für das Gehör

Das Ohr ist ein besonders sensibles Sinnesorgan. Es dient nicht nur dazu, die Umwelt wahrzunehmen. Mit dem Ohr steuern wir auch unseren Gleichgewichtssinn. Umso wichtiger ist eine bestmögliche Funktionalität dieses Sinnesorganes, um den Alltag zu meistern.

Zu den häufigen Ursachen für nachhaltige Hörschädigung gehört eine dauerhafte übermäßige Lärmbelastung. Um das Gehör nicht zu schädigen, sollte ein Geräuschpegel nie 85 dB(A) überschreiten. Würden Mitarbeiter am Arbeitsplatz beispielsweise dauerhaft einem Pegel über 85 dB(A) ausgesetzt sein, würde das nicht nur die rechtlichen Vorgaben für die Arbeitsplatzregelung verletzen. Die Gefahr für Mitarbeiter, nachhaltige Hörschädigung zu erleiden, wäre ebenfalls massiv.

Um den Geräuschpegel zu minimieren, setzen Unternehmen in Produktion und Logistik auf moderne Schutzmaßnahmen. Hierzu gehört beispielsweise die Verwendung von Ohrstöpseln oder Schall reduzierende Maßnahmen.

Unterhaltungselektronik als Hör-Killer

Hörverlust kann nicht nur durch zu laute Geräusche am Arbeitsplatz ausgelöst werden. Auch im privaten Bereich kann das Gehör durch laute Unterhaltungselektronik oder den Besuch von Konzerten leiden. Dabei helfen Hörgeräteakustiker,  das Hörvergnügen so lang wie möglich zu erhalten, und sie unterstützen auch dabei, wenn es vermindert wird.

Denn die Hilfe geht nicht etwas erst beim Hörgerät los. Ein optimaler Gehörschutz hilft beispielsweise dabei, einen Konzertbesucher genießen zu können, ohne die Ohren in Mitleidenschaft zu ziehen. Es gibt sogar die Möglichkeit, Gehörschutz individuell an das Ohr anzupassen, um den größtmöglichen Schallschutz zu erhalten. Musiker oder Musikliebhaber, die sich regelmäßig auf oder neben der Bühne aufhalten und ständig großen Lautstärken ausgesetzt sind, sollten daher auf den individuellen Gehörschutz zurückgreifen.

Der Musikgenuss über Kopfhörer kann ebenfalls zur Schädigung des Gehörs führen. Der empfohlene Pegel liegt bei maximal 70 und 85 dB(A). Wer sich nicht beherrschen kann und die Musik voll aufdreht, kann Gehörschäden provozieren, die sogar irreparabel sind.

Wenn Krankheiten das Hörvermögen beeinflussen …

Neben den Schäden am Gehör durch zu laute Umgebungsgeräusche gibt es auch ganz andere Ursachen. Entzündungen im Ohr oder andere Krankheiten bedingen häufig einen (vorübergehenden) Hörverlust. Wer einen Schmerz im Ohr verspürt und vielleicht sogar Ausfluss hat, sollte unbedingt den Arzt aufsuchen.

Ohrenentzündungen, die unbehandelt bleiben, können die Funktionalität nachhaltig einschränken. Auch die falsche Reinigung der Ohren mit Wattestäbchen oder anderen Utensilien kann zu einem Hörverlust bzw. einer Beeinträchtigung führen. Verletzungen im Ohr durch Wattestäbchen sind keine Seltenheit. Wird es zu tief ins Ohr gesteckt, kann das Trommelfell verletzt werden.

Tipp: So werden die Ohren richtig und schonend geputzt

Das Ohr hat zwar eine natürliche Selbstreinigungsfunktion, ab und an sollte trotzdem jeder nachhelfen. Die Reinigung mit einem Tuch oder angefeuchteten Lappen genügen völlig, um den äußeren Bereich des Ohres zu säubern. Wattestäbchen, wie sie gerne im Inneren des Ohres zur Reinigung genutzt werden, sind hingegen laut Meinung vieler Experten tabu. Fachärzte raten auf jeden Fall davon ab, Wattestäbchen regelmäßig anzuwenden. Wird Ohrenschmalz entfernt, geht ein Teil der Selbstschutzfunktion des Hörapparates verloren. Krankheitserreger haben es dadurch leichter, ins Innere des Ohres zu gelangen und dort womöglich schwerwiegende Infektionen auszulösen.

Krankheiten, die zum Hörverlust führen können

Es gibt einige Kinderkrankheiten, bei denen auch das Hörvermögen in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Mumps, Keuchhusten oder Masern können sich nachhaltig auf die Hörleistung auswirken, sogar zum Ertauben führen. Deshalb sind frühzeitige Impfungen gegen diese Krankheiten empfehlenswert. Seit 2020 gibt es die Masernimpfung verpflichtend für alle Kinder, Schüler sowie einige Erwachsenengruppen.

Tinnitus: Mehr als 15 % der Weltbevölkerung leiden an diesem Hörproblem

Untersuchungen zufolge leiden deutschlandweit mehr als 11 Millionen Menschen unter Tinnitus, weltweit sind es über 15 %. Dagegen ist (noch) kein rezeptfreies Medikament oder Heilmittel erhältlich. Die Linderung der Symptomatik ist jedoch möglich.

Stress verstärkt nicht nur eine Hörminderung oder einen Tinnitus, sondern diese löst gleichzeitig auch wieder mehr Stress aus. Ein Teufelskreis, der so früh wie möglich unterbrochen werden sollte.
Stress verstärkt nicht nur eine Hörminderung oder einen Tinnitus, sondern diese löst gleichzeitig auch wieder mehr Stress aus. Ein Teufelskreis, der so früh wie möglich unterbrochen werden sollte. © pexels.com @ energepic.com (CC0 Creative Commons)

Beim Tinnitus hören Betroffene häufig pfeifende, knackende, rauschende oder klingelnde Töne – oft in Dauerschleife. Warum ein Tinnitus ausgelöst wird, hat ganz unterschiedliche Gründe. Werden die Haarzellen im Ohr beschädigt, liegt ein Trauma im Ohr vor. Stress ist ebenfalls häufiger Grund, warum ein Tinnitus auftritt.

Mit fest integrierten Entspannungsphasen im Alltag kann der Tinnitus oftmals deutlich gemildert werden. Tinnitus bedeutet aber nicht nur, zusätzliche Töne zu hören. Häufig leiden Tinnitus-Betroffene auch unter einem Hörverlust. Ein sogenannter „Noiser“ schafft Abhilfe. Die Hörgeräte mit dieser Funktion helfen nicht nur dabei, besser zu hören, sondern unterdrücken auch die tinnitustypischen Nebengeräusche.

Die Tinnitusgeräusche werden mit anderen Tönen überlagert, sodass das Gehirn sie nicht mehr wahrnimmt. Zusätzlich hilft das Hörgerät bei der besseren Wahrnehmung der eigentlichen Geräuschkulisse.

Mehr Ruhe im Alltag = mehr Ruhe im Kopf – Tipps für ein gesünderes Gehör

Wer seinen Alltag bewusst(er) gestaltet, kann beispielsweise einem Hörsturz entgegenwirken bzw. seine Auswüchse lindern. Entspannungsrituale im stressigen Alltag helfen Kopf und Ohr und bringen ganzheitliche Entschleunigung in den Körper.

Sportliche Aktivitäten helfen dabei, zu entschleunigen. Spazieren gehen, laufen, Yoga oder andere Bewegungen – all das fördert die Durchblutung und macht den Kopf frei. Das Verzichten auf unliebsame Gewohnheiten kann ebenfalls gegen Hörverlust vorbeugen.

Eine eingeschränkte Durchblutung durch fehlende Bewegung oder übermäßigen Alkohol- bzw. Zigarettenkonsum kann ebenfalls ursächlich für Hörschädigungen sein; sogar einen erneuten Hörsturz begünstigen.

Regelmäßige Pausen von störenden Umgebungsgeräuschen helfen ebenfalls. Der Spaziergang im Wald bringt nicht nur Bewegung, sondern auch Naturgeräusche, die sich auf unser Gehirn nachweislich positiv auswirken und Stress reduzieren. Ebenso ist es ratsam, häufiger mal den lärmenden Fernseher ausgeschaltet zu lassen und dafür in der Stille ein Buch zu lesen.

Habe ich einen Hörsturz? – Checkliste zum Überprüfen

Es gibt einige Hörsturz-Anzeichen. Tritt eines davon auf, sollte schnellstmöglich ein Arzt kontaktiert werden.

1. Ein Hörsturz macht sich häufig bei bestimmten Tonfrequenzen bemerkbar. Plötzlich werden bestimmte Töne gar nicht mehr oder nur noch dumpf wahrgenommen.

2. Das gesamte Ohr fühlt sich an, als wäre es mit Watte gefühlt.

3. Musik oder Stimmen werden verzehrt wahrgenommen, wirken befremdlich.

4. Die Geräuschrichtung kann nicht mehr mit 100%iger Sicherheit definiert werden.

5. Das Ohr unterliegt einem Druckgefühl, ist überempfindlich.

6. Schwindelgefühl. Untersuchungen zeigen, dass viele Betroffene unter einem Schwindelgefühl bei einem Hörsturz leiden. Damit verbundene Gleichgewichtsstörungen können ebenfalls Anzeichen dafür sein.

Diese Anzeichen müssen nicht zwangsläufig für einen Hörsturz stehen. Manchmal sind es vorübergehende Durchblutungsstörungen im Ohr, die eine geminderte Hörfähigkeit hervorrufen. Dennoch ist die Abklärung ratsam, damit im äußersten Fall rasch geholfen werden kann.


Die Recherche und Erstellung des Textes wurden durch eine externe Redakteurin vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion.

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