AZ-Konzertkritik: Anne-Marie begeistert in der TonHalle München

Anne-Marie befindet sich gerade auf Europa-Tour für ihr Debüt-Album "Speak your mind". Vor kurzem noch Vorband von Ed Sheeran, präsentiert sich die 27-Jährige nun als Headliner in einer bis zum Bersten gefüllten TonHalle - und liefert ab.
von  Jessica Hocke
Die britische Sängerin Anne-Marie (hier bei einem Auftritt in London).
Die britische Sängerin Anne-Marie (hier bei einem Auftritt in London). © ZUMA press

München - Vor den Türen des Veranstaltungsorts hat sich vor Einlass eine beachtliche Schlange gebildet, und die Besucher sind doch recht unterschiedlich, zumeist aber weiblich und unter 25 - und entweder in Begleitung der 100 besten Freundinnen, des leidenden Freundes oder der Eltern. Als sich die Türen öffnen, gibt es erstmal den großen Run zur Frontrow, inklusive lautem Gekreische - und von diesem gab es den Abend über noch mehr als genug.

Als die Sängerin zu ihrem Song "Bad Girlfriend" unter großem Applaus auf die Bühne hüpft, findet man sich plötzlich inmitten von ebenfalls hüpfenden Menschen, Licht, Laser und Bass - unglaublich viel, je nach Geschmack zu viel Bass. Nichtsdestotrotz ein starker Start. Weiter geht es direkt mit "Cry", und mit dem Mikro in der einen und Drumsticks in der anderen Hand "trommelt" sie munter in der Luft.

Auch Ed Sheeran ist mit von der Partie

Emotional werden die Konzertbesucher und auch Anne-Marie selbst dann bei der Performance zu "Perfect To Me", eine Hommage an Body Positivity und Liebe. In kurzen Videoausschnitten zu Beginn des Liedes erzählen verschiedene Gesichter, was "perfekt" für sie bedeutet - hier darf natürlich ein Cameo-Auftritt von Ed Sheeran nicht fehlen, und auch Shawn Mendes ist dabei. Gekreischt wurde dabei, als wären die beiden gerade auf die Bühne spaziert. Sind sie nicht. Trotzdem war der Song spürbar einer der Publikumslieblinge, denn vor allem die Zeile "cause this love is gender free" wurde selten so laut mitgesungen.

Wie jede gute Songwriterin, meint die Britin im Laufe der Show, schreibt auch sie über "bad boyfriends" - erinnert uns ein bisschen an Taylor Swift - und gibt Hits wie "Alarm" und "Then" zum Besten. Und springt dabei immer weiter über die Bühne, auf den Leinwänden hinter ihr dazu wahlweise rot pulsierende Boxen oder eine regnerische Stadtkulisse. Das Konzert endet mit "FRIENDS", Anne-Maries erstem Nummer-1-Hit in Deutschland - gute Wahl! Hier holt sie nochmal alles aus sich und dem Publikum heraus, bei guten 90 Prozent ist am Samstag vermutlich Heiserkeit angesagt.

Alles in allem ein echtes Power-Konzert, auch wenn die Britin nur knapp eine Stunde auf der Bühne war. 60 Minuten hüpfen, durch die Gegend treten, Licht, Laser und kontinuierlich zu lauter Bass sind aber auch genug. Die Fans hat es offensichtlich nicht gestört, sofort nachdem die Sängerin die Bühne verlassen hatte, gab es einen regelrechten Run auf den Merchandise-Stand.