Was ist männlich?

Klischee statt Komik: Auch Christian Ulmen und Aylin Tezel können „Macho Man“ nicht retten. Als Daniel spielt Christian Ulmen den von seinen Eltern zum Softie erzogenen schüternen Angestellten der sich irgendwie leidvoll durchs Leben kämpft.
von  Maximilian Haase
Am türkischen Strand: Aylin Tezel und Christian Ulmen.
Am türkischen Strand: Aylin Tezel und Christian Ulmen. © Universum Film

Was läuft derzeit gut? Multikulti-Komödien. Und was läuft immer gut? Mann-Frau-Komödien. Und was wäre der Hit? Die Kombination. Aber bei dieser Addition kann man sich auch krass verrechnen. In „Macho Man“ spielt Christian Ulmen Daniel, der als schüchterner Angestellter leidgeplagt durchs Leben geht. Seine toleranten 68er-Eltern erzogen ihn zum Feministen. Und als Softie hat man’s nicht leicht.

Doch eines Tages, im Türkei-Cluburlaub, ist es soweit: Die schöne Animateurin Aylin (Aylin Tezel) macht ihm Avancen und wohnt unglaublicherweise zudem noch wie er in Köln.

Daniel ist verliebt! Wäre da nicht ihre deutsch-türkische Großfamilie, die den plumpen Waschlappen skeptisch beäugt, ihn als potenziellen Ernährer der Tochter infrage stellt. Nur ein richtiger Mann darf Aylin ehelichen!

 

Vom Softie zum Macho-Casanova

 

Um seine Angebetete nicht zu verlieren, muss er Schwiegereltern und Schwager zufriedenstellen. Aylins Bruder (Dar Salim) hilft ihm, das türkische Männerbild zu erfüllen. Fortan läuft der vormalig verständnisvolle Kuscheltyp als lederbejackter Macho-Casanova durch die Welt. Dass er sich auch Aylin gegenüber gelinde gesagt wie ein Arschloch verhält, merkt er dabei gar nicht mehr.

Unter diesen Vorzeichen versucht sich Christof Wahls Comedy als moderner Witz-Hybrid: Wo Migrations- auf Emanzipations-Hintergrund trifft, sollten unterschiedliche Rollenerwartungen und kulturelle Missverständnisse für gehörige Gag-Salven sorgen. Doch „Macho Man“ verliert sich in leidlichem Slapstick und platten Pennäler-Gags. So kann man sich als Filmemacher verrechnen.