Der Dolmetscher - Die AZ Filmkritik

"Der Dolmetscher" ist ein weiteres Roadmovie, bei dem gegensätzliche Typen zueinander finden. Die AZ-Filmkritik.
von  Christopher Diekhaus
Ali (Jirí Menzel) und Georg (Peter Simonischek).
Ali (Jirí Menzel) und Georg (Peter Simonischek). © Film Kino Text

Ein Verbrechen verbindet den in Bratislava lebenden Ali (Jirí Menzel) und den Österreicher Georg (Peter Simonischek): Dessen Vater, ein SS-Offizier, war an der Ermordung von Alis Eltern beteiligt. Letzterer will den Mörder spät zur Rede stellen, doch in Wien eröffnet der abweisende Georg, dass sein Vater gestorben sei. Unter Beleidigungen gehen sie auseinander. Doch kurz darauf unterbreitet Georg Ali ein Angebot: Er möchte mit ihm durch die Slowakei reisen, um mehr über seinen Vater herauszufinden.

Die Konstellation des Films ist altbekannt: Der verkniffene Ali und der zu Scherzen aufgelegte Lebemann Georg sind grundverschieden, was einiges an Reibung mit sich bringt. Auf ihrem Roadtrip finden die gegensätzlichen Menschen langsam zueinander.

Der Sohn eines Mörders: Auch ein Opfer?

Das tragikomische Drama hat ehrenwerte Ansätze und trägt diskussionswürdige Gedanken vor, etwa die Frage, ob der Sohn eines Mörders nicht auch Opfer sei. Um unter die Haut zu gehen, fehlt es Sulíks Film aber an einem starken dramaturgischen Aufbau. Und schlüpfrige Altherrenkomik torpediert das ernsthafte Anliegen.


Kinos: Monopol, Theatiner (OmU), R: Martin Sulík (SK/CZ/A, 113 Min.)