Alles in heißer Butter

Trotz exquisiter Zutaten schmeckt der Kochfilm „Im Rausch der Sterne“ ein wenig fad. Der Pariser Starkoch Adam Jones ringt um erneute Anerkennung nach einer durch Drogen-, Sex- und Alkoholexzesse in den Sand gesetzten Karriere.
von  Margret Köhler
Bei Miller und Cooper knistert und brutzelt es.
Bei Miller und Cooper knistert und brutzelt es. © Weinstein/Alex Bailey

Im Fernsehen brutzeln nachmittags Köche Feines im Edel-Ambiente, und auch auf der Leinwand jagt man nach den begehrten Michelin-Sternen. Jedenfalls setzt Bradley Cooper als Adam Jones alles daran, drei der begehrten Auszeichnungen zu bekommen. Leicht ist es für ihn nicht, der einstige Pariser Starkoch vermasselte sich seine Karriere mit Drogen, Sex und Alkohol.

Nach einer Auszeit in Louisiana will er in London durchstarten, ausgerechnet im Luxus-Restaurant seines ziemlich verklemmten Freundes Tony (Daniel Brühl), der wenig Lust zeigt, den unberechenbaren Egomanen einzustellen, sich dann aber doch breitschlagen lässt.

 

Konflikte mit Mafia, Ex-Kollegen und Liebschaften

 

Nicht gerade überraschend, dass die Sterne am Ende vom Himmel regnen, auch wenn es zwischendurch Fehlalarm gibt, weil das ehrgeizige Talent glaubt, die Tester mit zu viel Gewürzen vergrault zu haben.

Bis alles wieder in heißer Butter ist, fordern ein paar undurchsichtige Typen der französischen Mafia rabiat Schulden ein, rächt sich ein früherer Kollege, dem er mal übel mitgespielt hat, und funkt es nach einigen Krächen zwischen Chef und Sienna Miller als attraktiver Saucen-Köchin.

John Wells („Im August in Osage County“) spult die Geschichte routiniert herunter, lässt auch noch Emma Thompson als resolute Psychotherapeutin und – leider nur ganz kurz – Uma Thurman als Restaurantkritikerin aufmarschieren.

 

Nicht immer überzeugend ...

 

Am Ensemble gibt es nichts zu meckern. Und Cooper als unbeherrschter Wüterich, der mit Pfannen um sich wirft und seine fleißigen Mitarbeiter wie Dreck behandelt, macht mit Dreitagebart und lässiger Lederjacke eine Bella Figura. Doch die Wandlung vom polternden Paulus zum sanften Saulus nimmt man ihm am Ende nicht ganz ab.

Die perfekte Zubereitung der exquisit drapierten Gerichte ist schick anzusehen und kitzelt den Appetit. Aber dem Blick in die Welt der Gourmetgastronomie fehlt das Herz. Und so ist das raffiniert zubereitete Film-Menü trotz vieler Schnippelei und exquisiter Zutaten kein opulentes Festmahl.