Indianerschlächter der Zukunft

Paul Bettany spielt in „Priest” einen Geistlichen auf dem Kriegspfad
von  Florian Koch

Zuletzt kamen die Ureinwohner Amerikas wieder unfreiwillig in die Schlagzeilen, als der Name des Apachenhäuptlings Geronimo für die Bin-Laden-Operation missbraucht wurde. Geschmacklos sind auch die Indianer-Analogien in dem bierernsten Action-Spektakel „Priest”.

Regisseur Scott Charles Stewart ist ein Western-Fan, deswegen wimmelt sein Film nur so vor Genrezitaten. Heuballen werden in der staubigen Endzeitkulisse durch Zivilisationsmüll ersetzt, aufgetunte Motorräder lösen die Pferde ab – aber die Konflikte bleiben die selben. Die Ausgestoßenen in dieser unwirtlichen Welt sind verkommene Vampire, die aus Furcht vor der Sonne in unterirdischen Reservatskammern dahinvegetieren. Statt nach Feuerwasser giert es die schleimigen und augenlosen Bestien nach Blut.

Ihr sadistischer Anführer (Karl Urban), ein Hut tragender Zwitter aus Mensch und Vampir, plant von seiner Schaltzentrale im dahinrasenden Zug aus den entscheidenden Angriff auf die Bleichgesichter. Zu diesem Zweck lockt er ihren besten Kämpfer, den gefallenen Priester (Paul Bettany), mit einer List aus seiner Trutzburg, einer futuristischen Glitzermetropole, die von diktatorischen Klerikern überwacht wird.

„Priest” funktioniert nach dem Science-Fictionfilm-Standardrezept. Man nehme etwas „Blade Runner”, gebe ein wenig „Mad Max” hinzu und mische das Ganze mit einer Prise Orwell ab. Leider ist das Ergebnis ungenießbar. Zu dümmlich die Dialoge, zu stereotyp die Figuren, zu verkommen die Botschaft: Wer zu Gott findet, braucht keine Kirche, aber Waffen, um sich die Feinde des Glaubens vom Hals zu schaffen.

Kino: Cinema (OV), CinemaxX, Mathäser R: Scott Charles Stewart (USA, 87 Min.)