Zwölf Verdächtige in Gewahrsam Neue Festnahmen nach Terrorwelle in Paris

Die Sicherheitsmaßnahmen in der französischen Hauptstadt wurden massiv verstärkt. Jetzt hat die Polizei 12 Verdächtige festgenommen, die möglicherweise in die Terroranschläge von Paris verwickelt sind. Foto: dpa

Hatten die Attentäter von Paris Komplizen? Darauf deutet immer mehr hin. Die französische Polizei nahm jetzt weitere zwölf Verdächtige fest. Zu einem von ihnen soll eine DNA-Spur geführt haben.

 

Paris - Bei den Ermittlungen zu den islamistischen Terroranschlägen von Paris haben Fahnder in Frankreich weitere zwölf Menschen festgenommen. Die Verdächtigen sollten in Polizeigewahrsam wegen möglicher Verbindungen zu den Attentätern vernommen werden, teilten die Ermittler am Freitag mit.

Es gehe dabei vor allem um die Frage, ob sie den Terroristen Waffen oder Fahrzeuge organisierten und dadurch logistische Unterstützung für die Anschläge leisteten, bei denen die Attentäter 17 ihrer Opfer töteten.

Offizielle Angaben zur Identität der Festgenommenen gab es zunächst nicht. Innenminister Bernard Cazeneuve bestätigte lediglich, dass sie aus dem Großraum Paris stammen und mehrheitlich polizeibekannt sind. Der Nachrichtensender BFMTV berichtete, auf die Spur eines Verdächtigen habe ein genetischer Fingerabdruck geführt, den die Polizei auf der Waffe eines Täters entdeckte. Andere Verdächtige wurden demnach über Abhöraktionen identifiziert. Neben acht Männern sollen auch vier Frauen in Polizeigewahrsam gekommen sein.

"Wir untersuchen alles. (...) Wir dürfen keine Spur auslassen", kommentierte der französische Außenminister Laurent Fabius am Rande eines Treffen mit seinem US-Kollegen John Kerry.

Der Amerikaner bat bei seinem Besuch um Verzeihung für sein Fehlen beim großen Gedenkmarsch für die Opfer der Pariser Terrorwelle. Er legte an den zwei Haupttatorten Kränze nieder.

Dass am vergangenen Sonntag kein Spitzenpolitiker aus den USA zu dem großen Gedenkmarsch mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs aus aller Welt gereist war, hatte international für Kritik gesorgt. Der Sprecher von Präsident Barack Obama räumte ein, dass jemand mit einem "höheren Profil" hätte teilnehmen müssen. Washington war nur durch Botschafterin Jane Hartley vertreten gewesen.

Einer der Tatorte, die Kerry am Freitag besuchte, war der Supermarkt für koschere Lebensmittel, in dem der islamistische Terrorist Amédy Coulibaly am Freitag vergangener Woche vier Juden erschossen hatte. Zweite Station war das Gebäude, in dem das Satiremagazin "Charlie Hebdo" seine Redaktionsräume hat. Dort hatten zwei andere Attentäter zuvor zwölf Menschen getötet.

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Bei einer bewegenden Trauerfeier in Pontoise nahmen am Freitag Hunderte Menschen Abschied von "Charlie Hebdo"-Chefs Stéphane Charbonnier. Der unter dem Künstlernamen Charb bekannte Zeichner war das prominenteste Opfer der Terroranschläge gewesen. Der 47-Jährige hatte wiederholt umstrittene Mohammed-Karikaturen veröffentlicht, die als Hintegrund des Anschlages auf die Redaktion gelten. Die Beisetzung Charbonniers sollte im Anschluss an die Trauerfeier unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

 

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