Zweite Stammstrecke Grünes Licht für zweiten S-Bahn-Tunnel

Bei der Finanzierung für die zweite Stammstrecke ist es laut Seehofer zu einem Durchbruch gekommen. Foto: dpa/dapd

Lange war darum gerungen worden, jetzt soll der zweite Münchner S-Bahn-Tunnel tatsächlich gebaut werden. Die Finanzierung steht.

München – Im jahrelangen Ringen um die Finanzierung des zweiten Münchner S-Bahn-Tunnels ist nach den Worten von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) der entscheidende Durchbruch gelungen. Auf die Frage, ob es nunmehr grünes Licht für das Milliardenprojekt gebe, sagte Seehofer am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in München: „Aus meiner Sicht ja.“ Er betonte: „Das zeigt auch, wie stabil und handlungsfähig die Münchner Koalition ist.“ Zu den Details der Finanzierung wollte Seehofer aber nichts sagen – er verwies auf eine für den frühen Nachmittag angekündigte Pressekonferenz von Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP).

Seehofer sagte lediglich, seine Idee, ein Darlehen von 492 Millionen Euro vom Münchner Flughafen zurückzufordern und für den Bau der zweiten Stammstrecke zu verwenden, sei „durchschlagend“ gewesen. Nach Angaben aus Koalitionskreisen leistet aber auch der Freistaat noch einmal einen zusätzlichen Beitrag, um die Finanzierungslücke zu schließen. In der schwarz-gelben Koalition wurde von einem „schlüssigen Gesamtkonzept“ gesprochen, das nunmehr auf dem Tisch liege. Die formale Zustimmung der Fraktionen stehe aber noch aus.

Der zweite Münchner S-Bahn-Tunnel soll den Bahn-Regionalverkehr in ganz Südbayern entlasten. Mit geschätzten Kosten von zwei Milliarden Euro ist die geplante Röhre durch die Münchner Innenstadt das derzeit größte Verkehrsprojekt in Bayern. Bisher konnten die Pläne wegen der Finanzierungslücke nicht verwirklicht werden. Zuletzt war immer wieder von einer Lücke von rund 700 Millionen Euro die Rede gewesen.

Auf der chronisch überlasteten ersten Stammstrecke kommt es immer wieder zu Behinderungen. Kleine Störungen können dafür sorgen, dass der komplette S-Bahn-Verkehr durch die Innenstadt zum Erliegen kommt.

Das 492-Millionen-Euro Darlehen war dem Flughafen einst von den drei Gesellschaftern Freistaat, Stadt München und Bund zur Verfügung gestellt worden. Nun soll der Airport das Geld, das er aktuell nicht benötigt, zurückzahlen. Auch der Bund stimmt nunmehr zu, dass das ihm daraus zustehende Geld für den Bau der Stammstrecke verwendet wird.

Seehofer berichtete, Ende vergangener Woche seien die „erforderlichen Gespräche“ in Berlin geführt worden. Daran seien für den Bund sowohl Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) als auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) beteiligt gewesen. „Ich denke, wir haben jetzt eine sehr gute Grundlage“, sagte Seehofer. Das wichtige Projekt Stammstrecke sei nunmehr auf einem sehr guten Weg. Am Montagabend sei auch mit den Fraktionen darüber gesprochen worden.

 

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