Zweigleisige Strategie Diese zwei Säulen sollen Bayerns Erfolg sichern

Planen die Zukunft des FC Bayern: Präsident Hoeneß und Vorstandsboss Rummenigge (l.). Eine zweigleisige Strategie soll helfen. Foto: firo/Minkoff/GES/Augenklick/AZ

Der FC Bayern verkündet seine Strategie für die Zukunft: Deutsche Talente wie Leon Goretzka holen – und gleichzeitig auch mal einen Topstar, "der 80 bis 100 Millionen kostet." Die AZ erklärt das Modell.

 

München -  Der Plan ist ambitioniert, aber er steht.

"Wir sind optimistisch, dass wir in den nächsten zwei, drei Jahren einen Spieler nach oben in den Profikader kriegen", kündigte Karl-Heinz Rummenigge jüngst bei Sky an: "Im Campus wird ein guter Job gemacht, da ist Licht im Tunnel." In den vergangenen Jahren, das weiß Rummenigge genauso wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß, war es hingegen ziemlich düster im Nachwuchsbereich. David Alaba war der letzte Youngster, der den Durchbruch bei den Profis schaffte – 2010, also vor acht Jahren.

Campus als Antwort

Der FC-Bayern-Campus im Münchner Norden, der für 70 Millionen Euro gebaut wurde und die Jugendteams beheimatet, soll diesem Trend entgegenwirken, die nächsten Alabas, Lahms, Schweinsteigers, Müllers hervorbringen – und die "Antwort auf den Transferwahnsinn" sein, wie Hoeneß bei der Eröffnung vergangenes Jahr betonte.

Wobei, ein Stück weit wollen die Bayern jenen Wahnsinn ja sogar mitmachen, in Zukunft mehr Geld in Top-Spieler investieren. "Wir haben ein Zweisäulensystem", sagte Rummenigge dazu. Die AZ erklärt, wie dieses System aussieht.

Säule 1: Junge, deutsche Spieler holen oder ausbilden Leon Goretzka (22) soll der nächste Jung-Nationalspieler sein, der das Bayern-Team verstärkt – und fit für die Zukunft macht. "Unser Profil auf dem Transfermarkt ist sehr deutsch ausgerichtet", sagt Rummenigge: "Und wir wären ja im falschen Film, wenn wir uns mit diesem Spieler, der ablösefrei ist und an dem alle Top-Klubs in Europa dran waren, nicht auseinandergesetzt hätten." Stimmt!

Nach den Verpflichtungen von Joshua Kimmich (22) und Niklas Süle (21) ist der Goretzka-Deal, dessen Verkündung trotz allen Bemühens des FC Schalke in den kommenden Tagen erwartet wird, ein weiterer Beweis für die bayrische Strategie. Im Sommer wird dann auch noch Serge Gnabry (21), der derzeit an Hoffenheim ausgeliehen ist, zurückerwartet.

Wird Hoeneß' Traum Realität?

Leverkusens Julian Brandt (21) und Julian Draxler (24) gelten als mögliche Neuzugänge. Ob der Hoeneß-Traum vom "FC Bayern Deutschland" noch in Erfüllung geht? Bei der WM im Sommer könnten mit Kimmich, Süle, Sebastian Rudy (27), Thomas Müller (28), Manuel Neuer (31), Mats Hummels (29), Jérôme Boateng (29), Sandro Wagner (30) und vielleicht sogar Sven Ulreich (29) neun Bayern im Kader von Bundestrainer Joachim Löw stehen.

Doch die Münchner setzen natürlich auch weiter auf junge Top-Spieler aus dem Ausland neben den deutschen Stars und Talenten: Kingsley Coman (21), James Rodríguez (26) oder Corentin Tolisso (23) sind bei der Verjüngung des Kaders elementar. "Wir haben einen Großteil des Umbruchs ja schon vollzogen", sagte Rummenigge. "Jetzt gilt es, die zweite Phase einzuleiten."

Nächste finanzielle Dimension

Säule 2: Teure Topstars verpflichten Bei diesem Vorhaben wollen die Bayern die nächste finanzielle Dimension erreichen. Die Summen auf dem Transfermarkt seien "teilweise jenseits von Gut und Böse, aber wenn du um Titel mitspielen willst, brauchst du die Qualität", sagte Rummenigge: "Uli und ich sind uns einig, dass wir irgendwann einen Spieler verpflichten, der 80 bis 100 Millionen kostet." Bislang ist der Franzose Tolisso (41,5 Mio.) der teuerste Bayern-Einkauf, im Sommer könnte sich das ändern.

"Du musst nach Notwendigkeit einkaufen, erst die Position ausmachen und dann versuchen, den besten Spieler für diese Position zu finden" – so lautet Rummenigges schlüssiger Plan. Bei den Bayern sind fast alle Positionen erstklassig besetzt, sogar doppelt. Am meisten Bedarf besteht auf der offensiven Außenbahn, wo bislang nur Coman als geeigneter Nachfolger des Duos Franck Ribéry (34) und Arjen Robben (33) bereitsteht.

Hier könnte es also zu einem Kracher-Transfer kommen. Kandidaten wären der Franzose Antoine Griezmann (26), der Atlético Madrid im Sommer für die festgeschriebene Ablöse von 100 Millionen Euro verlassen kann und schon länger bei Bayern gehandelt wird. Oder Juventus-Offensivstar Paulo Dybala (24), dessen Marktwert 85 Millionen beträgt. Oder der Engländer Dele Alli (21) von Tottenham Hotspur, der wohl mindestens 80 Millionen kosten würde. Viel Geld. Aber die Bayern sind jetzt wohl bereit, so viel auszugeben.

 

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