Zwei Mamas für Emma Regenbogenkind: Nicht von schlechten Eltern

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Elena (links) und Christiane Born mit ihrer Tochter Emma. Foto: min

Elena Borg musste ihre Tochter erst adoptieren. Ein langwieriges Verfahren, dabei könnte alles so einfach sein

 

Hallo kann Emma (15 Monate) sagen, Ball und Mama. Mama sagt Emma zu Christiane (35) und Elena (34) Born. Zweitere bezeichnet sich mit Anführungszeichen als „Co-Mutter“, weil sie nicht mit Emma schwanger war. Acht Monate hat es gedauert, bis sie ihre Tochter adoptiert hatte. „Das sind Monate der Unsicherheit. Wir hatten zwar notariell festhalten lassen, dass ich die Mutter bin. Aber wie’s gewesen wäre, wenn meiner Frau was passiert wäre...“, sagt Elena Born.

Denn trotz der Ehe für alle und dem Adoptionsrecht sind homosexuelle Eltern heterosexuellen nicht gleichgestellt. Ein Arbeitskreis des Justizministeriums hat jetzt Änderungen empfohlen, die – so hoffen es viele Lesben und Schwule – bald Gesetz sein können. Diese Änderungen decken sich auch mit den langjährigen Forderungen der lesbischen Müttervereinigung LesMamas und denen des Münchner Regenbogenfamilienzentrums:

  • Wenn Lebenspartner ein Kind bekommen, ist nur die gebärende Frau die Mutter. Die andere muss das Kind adoptieren. „Wir wollen eine automatische gemeinsame Elternschaft, wenn das Paar verheiratet ist“, sagt Barbara Stenzel von den LesMamas, die mit ihrer Frau eine 15-jährige Tochter hat.
  • Zudem soll es analog zur Vaterschaftsanerkennung eine Mutterschaftsanerkennung geben. „Nicht jeder möchte heiraten. Trotzdem muss es möglich sein, gemeinsam eine Familie zu gründen“, sagt Stenzel.
  • Ein weiteres Hindernis für Paare ist, dass die Suche nach Ärzten, die ihnen bei der Verwirklichung des Kinderwunsches helfen, schwierig ist. „Es gibt viel Unsicherheit, weil die Meinung vorherrscht, das sei verboten. Dabei ist das nur eine Richtlinie der Ärztekammer“, sagt Stenzel.

Wunschkind Emma, die selbstbewusst über den Gärtnerplatz marschiert, ist noch zu jung, um das Besondere an ihren Eltern zu sehen. In der Kita hat sie zum Muttertag zwei Mal ihre Hände in Ton gedrückt. Am Vatertag hat sie für den Opa gebastelt. Nicht ganz Fifty-Fifty sind die Mamas daheim und in der Arbeit. Mit althergebrachten Rollenbildern wächst Emma nicht auf. „Mama“ sagt Emma und grinst. Egal welche, sie hat beide lieb.