Zwei Männer angeklagt Trickdiebe bei Großereignissen: Tanz um teure Uhren

Die Angeklagten werden in den Saal geführt. Foto: jot

Trickdiebe reisen zur Wiesn oder anderen Großereignissen an, um leichte Beute zu machen. Ihre Masche: Antanzen oder Foto machen lassen.

 

München - Vorsicht, wenn sich in der Disco ein fremder Herr tänzelnd nähert. Es könnte ein Trickdieb sein. Und wenn, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass im nächsten Moment die teure Armbanduhr oder der Geldbeutel fehlt.

Zwei mutmaßlichen Trickdieben (30, 31), die zu Großereignissen wie der Wiesn aus Spanien anreisten und auf diese Weise gearbeitet haben sollen, wird seit Freitag am Landgericht der Prozess gemacht. Die 3. Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Anton Winkler verhandelt sechs Fälle des Diebstahls und schweren Raubes.

Opfer sind laut Anklage zumeist Betrunkene, deren Reaktionsfähigkeit stark eingeschränkt ist. Eine Variante der Diebe ist die Bitte, man möge doch bitte ein Foto von ihnen machen. Auch in solchen Fällen wird die körperliche Nähe ausgenutzt, um blitzschnell Beute zu machen.

Die Täter schrecken auch vor Gewalt nicht zurück. Das Diebesgut wird dann auf dubiosen Absatzkanälen zu Bargeld gemacht. Gegen einen dritten Komplizen wird ebenfalls ermittelt.

Die Angeklagten schweigen

Der erste Fall hat sich laut Anklage am 30. Juli 2016 zugetragen. In einer Disco am Maximiliansplatz tanzte das Trio ihr Opfer an und stahl ihm seine Rolex. Wert: Etwa 10 000 Euro. In diesem Stil fahren die Ankläger fort: In einem Club am Lenbachplatz zogen die Angeklagten einem Mann dessen Hublot-Uhr vom Handgelenk. Wert: 23 000 Euro. In derselben Nacht stahlen die Diebe mit Hilfe des "Fototricks" eine Rolex im Wert von 7500 Euro.

Brutal gingen die beiden Angeklagten bei einem Vorfall am 26. September 2016 vor. An der Ecke Schwanthaler Straße/Martin-Greif-Straße begegneten sie einem stark angetrunkenen Mann. Hier machten sie sich nicht einmal die Mühe, ihr Opfer auszutricksen, sondern rissen ihm einfach die Rolex vom Arm.

Die beiden Angeklagten wollen zu den Vorwürfen zunächst nichts sagen.

 

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