Die beiden Ausstellungen in Haidhausen und im Lehel zeigen etwa 50 ihrer insgesamt 200 Arbeiten zum Thema: Die Werke der Malerin Margret Hofheinz-Döring füllen im Programm des "Faust-Festivals" zwei entscheidende Lücken.

München - Nicht zuletzt Gustav Gründgens inspirierte sie 1960 mit seinem berühmten "Faust“-Film" zu ersten Adaptionen dieses Ur-Themas: Die Malerin Margret Hofheinz-Döring (1910-1994) war eine der ganz wenigen bildenden Künstlerinnen, die sich in verschiedenen Techniken sehr eigenständig und modern mit diesem Stoff auseinandersetzte.

Im Rahmen des Münchner Faust-Festivals kuratierte ihre Tochter Brigitte Mauch die Ausstellung "Bildgespräche mit Goethes Faust" für die Galerie Multiversum (Milchstraße 4, Haidhausen – noch bis 22. April – Besichtigung nach telefonischer Vereinbarung unter 0173-5235256 oder 0176-55479541 oder 0151-25845562).

Am Sonntag (11 Uhr) liefert der Schauspieler Wolfgang Klein dort in seinen "KLEINigkeiten" intelligente Denkanstöße zum Thema.

Margret Hofheinz-Döring: Vernissage in der Thierschstraße

In der Augenarztpraxis Anton Gaissinger (Thierschstraße 47, Lehel - Besichtigung während der Öffnungszeiten) gibt es weitere ausgewählte "Faust"-Werke von Margret Hofheinz-Döring zu sehen: Ölbilder, Aquarelle, Mischtechniken, Pastelle, Holz- und Linolschnitte. Die Vernissage geht am heutigen Donnerstag (19 Uhr) über die Bühne, die Ausstellung läuft bis 27. Juli.

Margret Hofheinz-Döring im Video: So kam sie zu "Faust"

Für die Künstlerin – sie wurde 1910 in Mainz geboren und starb 1994 – war die Arbeit mit "Faust" ein wesentlicher Schritt in ihrer Entwicklung. Zunächst orientierte sich sie sich in Mischtechnik mit vielen Übermalungen allein am Text. Es folgte eine zweite Serie mit auf dem gleichen Text basierenden kalligraphischen Elementen, ehe sie mit Aquarell/Tusche in die Abstraktion ging und sich schließlich in Holzschnitten und Ölbildern auch dem "Faust II" widmete.

Bemerkenswert: In der großen "Faust"-Ausstellung in der Kunsthalle gibt es nahezu keine Werke aus der Zeit zwischen 1950 und 2000 zu sehen. "Mager" sei auch der Frauen-Anteil, sagt Brigitte Mauch: "Außer einer kleinen Graphik von Käthe Kollwitz habe ich nichts gefunden. Diese Lücken füllen die beiden Ausstellungen mit Bildern meiner Mutter."

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