Zur Free-TV-Premiere von "Hugo Cabret" Regie-Legende Martin Scorsese: Seine fünf besten Filme

Eine Meister seines Fachs: Hollywood-Regisseur Martin Scorsese Foto: Jordan Strauss/Invision/AP

Martin Scorsese - sein Name steht wie kaum ein anderer in Hollywood für anspruchsvolles Kino mit Top-Schauspielern. Regelmäßig sorgt der Regisseur mit seinen Filmen für Staunen bei Fans und Kritikern. Am Montag um 20:15 Uhr zeigt Sat.1 den Oscar-prämierten Scorsese-Film "Hugo Cabret". Hier gibt es die fünf besten Werke des gefeierten Filmemachers in der Übersicht.

 

Seit knapp 50 Jahren bestimmt ein Name das Hollywood-Kino wie kaum ein anderer: Martin Scorsese (72). Der vielfach ausgezeichnete Regisseur italienischer Abstammung steht für eine Synergie aus Anspruch, Avantgarde und Kassenschlager. Am Montag zeigt Sat.1 um 20:15 Uhr eines seiner Meisterwerke zum ersten Mal im deutschen Free-TV: die Oscar-prämierte Kinderbuch-Verfilmung "Hugo Cabret". Anlass genug, um Scoreses fünf beste Streifen zu küren:

"Taxi Driver"

Mit dem 1976 erschienenen Drama "Taxi Driver" schoss sich der damals 34-jährige Scorsese über Nacht in die Top-Riege der Hollywood-Regisseure. Der Film wurde mit zahlreichen Preisen ausgestattet, gewann unter anderem auch die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes und wurde für vier Oscars nominiert. Neben dem überragenden Robert De Niro in der Hauptrolle als psychisch angeschlagener und vereinsamter New Yorker Taxifahrer Travis Bickle machte das 114 Minuten lange Meisterwerk die damals 13-jährige Jodie Foster zum Star. "Taxi Driver" zählt zu den wichtigsten Produktionen der 70er-Jahre.

"Wie ein Wilder Stier"

Vier Jahre später eroberte das Duo Scorsese/De Niro die Herzen der Cineasten zum zweiten Mal im Sturm. Diesmal verkörperte De Niro den Boxer Jake LaMotta. Das hauptsächlich in Schwarz/Weiß gedrehte Epos wurde vom "American Film Institute" zum besten Sportfilm aller Zeiten gekürt und gewann 1981 zwei Oscars. Die Biografie des gewalttätigen Weltmeisters wurde von Scorsese mit tiefgreifendem und psychologischem Hintergrund erzählt. Dank der kompromisslos dargestellten Kampfszenen gilt der Film bis heute als einzigartig. Scorsese erklärte später, "Wie ein wilder Stier" habe sein Leben gerettet: Er landete durch seinen Kokainmissbrauch im Krankenhaus, wo ihn De Niro besuchte und ihn zum Film überredete. Nur deswegen habe er seine Sucht überwinden können.

"Good Fellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia"

Genau zehn Jahre später übernahm Scorsese das Ruder beim Mafia-Drama "Good Fellas" und schuf einen weiteren Meilenstein der Filmgeschichte. Erneut mit De Niro in einer der Hauptrollen zeigte der Regisseur anhand einer wahren Begebenheit den rücksichtslosen Aufstieg eines Gangsters in den 50er Jahren der Vereinigten Staaten. Der Film gewann mehrere Filmpreise, die beiden wichtigsten jedoch, den Oscar und Golden Globe Award als Bester Film, konnte er nicht erringen. Er unterlag jeweils Kevin Costners Western-Epos "Der mit dem Wolf" tanzt. Bei sechs Oscar-Nominierungen konnte nur Joe Pesci den Preis für den Besten Nebendarsteller mit nach Hause mitnehmen.

"Gangs of New York"

Scorsese kann auch Spitzenkino ohne De Niro, braucht aber offensichtlich dazu andere starke Schauspieler: 2002 kam das Historien-Drama "Gangs of New York" mit Leonardo DiCaprio, Daniel Day-Lewis und Cameron Diaz in die Kinos. Es beschreibt einen erbitterten Bandenkrieg im 19. Jahrhundert in den Five Points, einem Elendsviertel im Süden Manhattens. Der Film wurde von den meisten Kritikern gefeiert und ging auch als großer Favorit ins Rennen um die Oscars. Trotz zehn Nominierungen konnte "Gangs of New York" jedoch keinen einzigen gewinnen. Scorsese selbst hatte im Film einen Cameo-Auftritt: Als sich eine Taschendiebin Zugang zu einem Haus verschafft, spielte er den wohlhabenden Hausbesitzer.

"Departed - Unter Feinden"

Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schnitt. So lautete die Oscar-Ausbeute des Thrillers "Departed" aus dem Jahre 2006. Endlich konnte Scorsese 26 Jahre nach seiner ersten Nominierung für "Wie ein wilder Stier" den längst überfälligen Regie-Oscar einheimsen. Erneut setzte Scorsese auf seinen (neben De Niro) offensichtlichen Lieblingsschauspieler DiCaprio und stellte ihm weitere Superstars an die Seite. Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg, Alec Baldwin oder Martin Sheen. Der Film spielt in Boston, wo die Polizei dem organisierten Verbrechen den Krieg erklärt. Der junge Undercover-Cop Costigan (DiCaprio) bekommt den Auftrag, sich in das Syndikat von Costello (Nicholson) einzuschleusen. "Departed" war 2007 der bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreichste Scorsese-Film. Er spielte weltweit gut 289 Millionen US-Dollar ein, erst "Shutter Island" im Jahr 2010 übertraf dies.

"The Wolf of Wall Street"

"The Wolf of Wall Street" ging erneut mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle an den Start. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des Börsenmaklers Jordan Belfort und beschreibt dessen steilen Aufstieg und sein exzessives Leben mit Drogen bis zu seinem tiefen Fall. Scorsese haucht der von Größenwahn und Geldgier getriebenen New-Economy der 90er Jahre neues Leben ein. "The Wolf of Wall Street" wurde mit digitaler Kinotechnik gedreht. Das ist deshalb so überraschend, weil der berühmte Regisseur sich zuvor lange gegen die zukunftsweisende Produktionstechnik wehrte. Der Film aus dem Jahre 2013 ist bisher auch der letzte Film von Scorsese.

 

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