Zum Weltkrebstag am 4. Februar So verringern Sie Ihr Krebsrisiko

Schwarzer Hautkrebs wird in 9 von 10 Fällen durch Sonnenbrände ausgelöst. Foto: dpa

Niemand ist vor der Erkrankung gefeit – doch es gibt konkrete Wege, die Wahrscheinlichkeit zu senken. Neun Empfehlungen zum  Weltkrebstag.

München - Vor keiner Krankheit haben wir Deutschen so viel Angst wie vor Krebs. Wer gesund lebt und sich frühzeitig untersuchen lässt, kann das Risiko immerhin verringern. Zum heutigen Weltkrebstag haben wir neun Risikofaktoren zusammengestellt:

RISIKO 1: RAUCHEN
Rauchen ist Ursache und sicherlich auch Killer Nummer eins, wenn es um die Krebssterblichkeit geht.“ Das sagt Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Rauchen sei bundesweit für rund jeden fünften Krebsfall verantwortlich. Fürs Aufhören ist es nie zu spät: Zehn Jahre nach einem Rauchstopp ist das Risiko eines Lungenkrebses nur noch halb so hoch, so das DKFZ. Der Kreislauf wird schon nach zwei Wochen stabiler.

RISIKO 2: ZU VIELE KILOS
Etwa sechs Prozent aller Krebsfälle hängen mit überflüssigem Gewicht zusammen – Dickdarmkrebs tritt doppelt so häufig auf. Dabei ist auch viel Bauchfett gefährlich. Als stark übergewichtig gelten Menschen mit einem Body Mass Index (BMI) über der Zahl 30.

RISIKO 3: UV-STRAHLEN
Sonnenbrände sind der Hauptrisikofaktor für schwarzen Hautkrebs – 90 Prozent aller Melanome gehen darauf zurück. Vor allem Kinderhaut ist empfindlich, so die Deutsche Krebshilfe. Bis zum ersten Lebensjahr sollten Eltern ihr Kind deswegen gar nicht direkt der Sonne aussetzen. Von 11 bis 16 Uhr sollte man sich möglichst nicht direkt in der Sonne aufhalten. Alle freien Körperstellen müssen eingecremt werden – mindestens mit Faktor 30 und 30 Minuten vor dem Sonnenbad. Im Allgemeinen ist dicht gewebter, dunkler Stoff am wenigsten durchlässig für UV-Strahlen. Abgenutzte und auch nasse Kleidung verliert dagegen an Schutzwirkung.

RISIKO 4: ZU WENIG BEWEGUNG
Körperliche Aktivität senkt das Risiko für Darm- und Brustkrebs und auch für Tumore an der Gebärmutterschleimhaut. Jeden Tag sollte man laut Weltgesundheitsorganisation zumindest 30 Minuten leicht ins Schwitzen kommen – zum Beispiel bei flottem Gehen, Treppen steigen oder Radeln. Die 30 Minuten müssen nicht am Stück sein, sondern in der Summe, erläutert die Inititiave „Bewegung gegen Krebs“. Sport-Einsteiger sollten drei Mal in der Woche 20 Minuten zügig gehen, dazwischen Pause-Tage einlegen.

RISIKO 5: ERNÄHRUNG
Falsches Essen spielt bei bis zu zehn Prozent aller Krebsfälle eine Rolle. Die Deutsche Krebshilfe rät zu vielseitiger Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Empfohlen werden Brokkoli, Kohl, Radieschen, Rettich sowie Tomaten. Auch Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. In Knoblauch ist der Stoff Allicin enthalten, der sich an Krebszellen heftet und sie zerstört. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Risiko gesenkt wird, wenn täglich eine halbe Knoblauchzehe gegessen wird. Fleisch – vor allem Rind, Schwein und Lamm – sollte eher wenig gegessen werden, dafür ein bis zweimal pro Woche Fisch. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät zu 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. Die Seite „Zentrum für Gesundheit“ empfiehlt Rooibos-Tee, grünen Tee und Ingwer-Tee zur Krebsvorbeugung.

RISIKO 6: VIREN
Bei manchen Krebsarten spielen Viren und Bakterien eine gravierende Rolle. HPV-Infektionen zum Beispiel sind für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Mädchen zwischen neun und 14 Jahren sollten sich dagegen impfen lassen. Wie die „Pharmazeutische Zeitung“ schreibt, vergehen oft bis zu 50 Jahre zwischen Viren-Infektion und Krebsausbruch.

RISIKO 7: ALKOHOL
Der regelmäßige Konsum von viel Alkohol steigert das Risiko für Krebs. Wer abends gern ein Gläschen Wein trinkt, muss sich aber keine Sorgen machen. Der „Krebsinformationsdienst“ schreibt: Männer sollten maximal einen halben Liter Bier oder einen Viertelliter Wein pro Tag trinken, Frauen einen Viertelliter Bier oder einen Achtelliter Wein. Ausnahmen sind natürlich erlaubt.

RISIKO 8: NICHT VORSORGEN
Auch wer gesund lebt, darf nicht auf Vorsorgeuntersuchungen verzichten. So kann eine Erkrankung frühzeitig diagnostiziert werden. Die Krankenkassen zahlen folgende Untersuchungen:

- Haut: Ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre.

- Darm: Von 50 bis 54 einmal jährlich Stuhltest; ab 55 Jahren erste Darmspiegelung (nach zehn Jahren die zweite).

- Gebärmutterhals: Ab dem 20. Lebensjahr jährlich.

- Brust: Ab 30 Jahren jährlich, ab 50 Jahren alle zwei Jahre Mammographie. l Prostata: Ab dem 45. Lebensjahr jährlich.

RISIKO 9: NICHT NACHSORGEN
Nach einer überstandenen Krebserkrankung sinkt mit der Zeit zwar das Risiko eines Rückfalls. Trotzdem sollten Patienten die Nachsorgeuntersuchungen gewissenhaft wahrnehmen. Frauen sollten nach einer Brustkrebstherapie in den ersten drei Jahren alle drei Monate zur Nachsorge gehen. In den folgenden zwei Jahren empfiehlt sich dies zweimal jährlich, danach jährlich. Als geheilt gelten Betroffene je nach Krebsform erst nach fünf bis zehn Jahren ohne Rückfall.

 

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