Zum Start in die Sommerferien AZ unterwegs mit dem ADAC-Stauflieger

Die AZ stieg in den ADAC-Stauflieger zu Bernd Markert (l.) und Robert Sandler. Foto: Bernhard Lackner

Um zu schauen, wo viel Verkehr ist, fliegt der ADAC an Autobahnen entlang. Ein AZ-Reporter ist zum Start der Sommerferien mit in die Cessna gestiegen.

München - "Hier! Nur falls Bedarf besteht", sagt Bernd Markert, während er mir eine Spucktüte unter die Nase hält. Gut zu wissen, wo man hingreifen muss, wenn’s pressiert.

Bernd Markert ist Pilot, hat früher Fracht- und Passagierflugzeuge geflogen. Heute nimmt er mich mit – in einer kleinen, viersitzigen Cessna. Zusammen mit Robert Sandler vom ADAC wollen wir nach dem suchen, was man sich normalerweise am liebsten sparen würde: nach Staus.

Es ist der erste Ferientag in Bayern, ein brütend heißer noch dazu. Schon auf dem Weg zum Flugplatz Ellermühle bei Landshut, wo unser Flug beginnt, wird klar: Es dürfte voll werden auf den Straßen Richtung Süden. Bis unters Dach vollgepackte Kombis und Wohnwagen, dazwischen ein paar Lkw und Reisebusse – eine gefährliche Mischung.

ADAC mit exklusiven Stau-Infos aus dem Cockpit

Bevor wir abheben, checken Robert Sandler und Bernd Merkart noch die Maschine durch. Der Ölstand passt, aufgetankt ist ebenfalls. Noch ein kurzer Ton-Check, dann heben wir ab.

"Es kann sein, dass es zwischendurch ein bisschen holprig wird. Durch die starke Hitze entstehen Auf- und Abwinde, aber das ist ganz normal", sagt Sandler. Schon fast 20 Jahre fliegt er im Sommer ehrenamtlich für den ADAC, um den Reiseverkehr zu beobachten. Während des Fluges steht er in ständigem Kontakt zu seinen Kollegen am Boden, die sich mit Autos und Motorrädern ins Getümmel begeben.

Alle 30 Minuten gibt er außerdem via Telefon einer Radiostation ein Update über die Verkehrslage. Der Privatsender, der mit "Bayerns schnellstem Verkehrsservice" wirbt, bezahlt dafür, exklusive Anrufe direkt und live aus dem Stauflieger zu erhalten.

Noch ist allerdings nicht allzu viel los. Über die Hopfenfelder der Hallertau fliegen wir zwischen einigen Windrädern hindurch. "Soll ich mal durch die Rotorblätter fliegen? Das bekomme ich sicher hin", scherzt Markert, während ich auf der Rückbank noch meine Problemchen habe, mich an die Auf- und Abwinde zu gewöhnen. Na ja, solange meine Mitflieger zu Scherzen aufgelegt sind, wird sicher alles im grünen Bereich sein.

Stau auf der A8: Der Irschenberg ist immer zäh

Tatsächlich dauert es lange, bis wir auf der Suche nach einem Stau fündig werden. Der erste kritische Knotenpunkt, den wir anfliegen, ist das Dreieck Holledau. Von dort aus geht es über die A99 hin zur A8. Während sich am Horizont langsam die Alpen erheben wird der Verkehr am Boden immer zähflüssiger. Grund dafür ist der Irschenberg.

Ein klassischer Staupunkt, wie mir Robert Sandler erklärt. Die Lkw und Wohnwagen kommen mit der Steigung oft nicht zurecht, der nachfolgende Verkehr muss bremsen. Im dichten Verkehrsfluss entsteht so eine Kettenreaktion, die selbst Kilometer dahinter zu einem Stau führen kann, obwohl es nicht einmal einen Unfall gibt.

Ein ganz ähnliches Phänomen können wir am Chiemsee beobachten. "Das ist ein Schau-Stau", sagt Sandler. "Alle bremsen sie, weil sie sich den See anschauen wollen. Auf den Stau hier kann man sich verlassen."

Ferienbeginn: Der ADAC zieht ein positives Stau-Fazit

Ansonsten bleibt es heute weitgehend ruhig auf Bayerns Straßen, trotz Ferienbeginn. Am Ende des Wochenendes wird der ADAC eine recht positive Bilanz ziehen: Recht voll seien die Autobahnen gewesen, mit einigen Unfällen, und gerade auf der A8 auch Stau.

Aber zu den Nachmittagen hin habe sich die Situation entspannt. Robert Sandler erklärt das so: "Medial wurde in den letzten Tagen vor dem Stau-Wochenende gewarnt, daher meidet ein Großteil der Tagesausflügler die Autobahnen und bleibt lieber Daheim."

Mittlerweile haben wir auch wieder festen Boden unter den Füßen und irgendwie fehlen mir die sanften Auf- und Abwinde. Zur Spucktüte musste ich heute jedenfalls nicht greifen. Immerhin hätte ich gewusst, wo sie liegt.

Für alle Urlauber: So kommen Sie stressfrei durch den Stau

 

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